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Gelebtes Recht auf Teilhabe: Franziskusschule feiert 50-jähriges Bestehen

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Von: Katja Brenner

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Großartige Unterstützung (v.l.): Schulleiterin Anne-Katrin Rittmeyer-Breu, Lehrerin Heike Longeron, Musiker Erik Berthold, Bettina Lüth-Brandt von der Heilpädagogischen Tagesstätte und die Francis Band freuen sich über den Scheck von Thomas Vogl (Lions Club Starnberger See Ludwig II.) mit seiner Frau Patricia.
Großartige Unterstützung (v.l.): Schulleiterin Anne-Katrin Rittmeyer-Breu, Lehrerin Heike Longeron, Musiker Erik Berthold, Bettina Lüth-Brandt von der Heilpädagogischen Tagesstätte und die Francis Band freuen sich über den Scheck von Thomas Vogl (Lions Club Starnberger See Ludwig II.) mit seiner Frau Patricia. © Lebenshilfe

Wie die Lebenshilfe Starnberg feiert heuer auch die mit ihr verbundene Franziskusschule ihr 50-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum wünscht sich die Schulleiterin eine weitere Partnerklasse auf „dass die Inklusion weiter Fuß fasst“.

Starnberg – Es war der 9. September 1971, als 35 Kinder mit geistiger Behinderung ihren ersten Schultag an der Franziskusschule, der ersten Sonderschule im Landkreis Starnberg, hatten. Damals war die Einrichtung mit Tagesstätte und Vorschule noch in Garatshausen. Mittlerweile besuchen 103 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis die Franziskusschule an der Zeppelinpromenade in Starnberg.

Die Feier zum 50-jährigen Bestehen sei gelungen, die Stimmung ausgelassen gewesen, berichtet Schulleiterin Anne-Katrin Rittmeyer-Breu. Das Fest musste jedoch etwas kleiner ausfallen, coronabedingt durften nur die Schüler ab der Mittelstufe mitfeiern. „Sie waren sehr aufgeregt“, berichtet Rittmeyer-Breu. „Am Ende haben wir sogar alle zusammen getanzt.“ Ein besonderer Höhepunkt war die Übergabe der Jubiläums-CD der Schulband Francis Band, die an alle Schülerinnen und Schüler verteilt wurde. Eine davon bekam auch Thomas Vogl vom Lions Club Starnberger See Ludwig II., der seinerseits die Schüler mit einer Spende über 2000 Euro überraschte.

Wenn Rektorin Rittmeyer-Breu aus der Historie der Schule berichtet, kommt sie ins Schwärmen. Zwar ist sie selbst erst seit einem Jahr dabei, mit der Entstehung von Schulen für Menschen mit Behinderung kennt sie sich aber aus: „Das war die Sturm-und-Drang-Zeit im Schulsystem“, sagt sie über die Gründungszeit der Schule, die aus einer Elterninitiative heraus entstand. Förderschullehrpläne habe es noch keine gegeben, geschweige denn war das Recht auf Schule für Menschen mit geistiger Behinderung selbstverständlich. „Die haben das damals einfach gemacht, die Eltern.“ Erst allmählich habe sich die Gesellschaft mit der Frage auseinandergesetzt, „was die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung sind“.

Natürlich hat sich in dem halben Jahrhundert an der Franziskusschule einiges getan. Nach wie vor ist der Unterricht sehr praxisorientiert. In den Hochphasen der Pandemie mussten die Schüler aber wie ihre Altersgenossen an der Regelschule auf digitales Lernen im Homeschooling umsteigen.

Für die Zukunft wünscht sich Anne-Katrin Rittmeyer-Breu, „dass die Inklusion weiter Fuß fasst“, und zwar ganz konkret. Zwei Partnerklassen an den Grundschulen Söcking und Starnberg habe die Franziskusschule bereits, der Rektorin schwebt der Kontakt zu einer weiteren Partnerklasse an einer Mittelschule vor. Auch über die Kunstprojekte der Franziskusschule hofft sie, dass ihre Schüler sich „mehr in die Gesellschaft einbringen“ können, um so ihr Recht auf Teilhabe zu verwirklichen.

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