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Beispiele der geschlechtergerechten Verwaltungssprache der Stadt Hannover.

“Divers“-Toilette in Gauting geplant

Gendergerechte Sprache: Auch im Fünfseenland sucht man nach „m/w/d“

„Wählende“ und „Lehrende“ – aber keine „Ansprechpartner“ und „Rednerpulte“ mehr: Hannover führt die gendergerechte Sprache ein. Im Fünfseenland gibt es nur vereinzelte Tendenzen in diese Richtung – aber bald vielleicht eine Toilette für das Geschlecht „divers“.

Landkreis – Sprache soll nicht diskriminieren: Deshalb gibt es für die Stadt Hannover keine „Wähler“ mehr – sondern nur noch „Wählende“. Niemand soll mehr ans „Rednerpult“ treten – sondern ans „Redepult“. Die 11 000 Mitarbeiter der niedersächsischen Hauptstadt sind keine „Ansprechpartner“ mehr. Auf der Internetseite, in Mails, Broschüren, Formularen und Briefen soll es stattdessen heißen: „Auskunft gibt ...“.

Die in Hannover eingeführte gendergerechte Sprache ist in dieser Konsequenz noch nicht im Fünfseenland angekommen. „Wir bemühen uns, möglichst neutral zu formulieren. Aber es gelingt uns nicht immer“, sagt Landratsamtssprecherin Barbara Beck. Man warte auf einheitliche Vorgaben vom Freistaat.

Bei Stellenausschreibungen verhalten sich die Kommunen seit heuer gendergerecht. Wenn – wie vor kurzem in Berg – eine neue Kraft für den Steuerbereich oder das Einwohnermeldeamt gesucht wird, steht in der Anzeige „(m/w/d)“. Die Bezeichnungen männlich und weiblich werden um den Ausdruck „divers“ ergänzt. Dass eine weitere Option möglich sein muss, hatte das Bundesverfassungsgericht im Oktober 2017 entschieden.

Der Unterschied zwischen Inter- und Transsexuellen

Gemeint sind mit „divers“ oder auch „diverse“ einerseits intersexuelle Menschen, die sich biologisch keinem der beiden Geschlechter zuordnen lassen. Andererseits fühlen sich Transsexuelle angesprochen, die sich anders fühlen, als es ihr biologisches Geschlecht vermuten lässt.

Bergs Bürgermeister Rupert Monn kann der neuen Regelung persönlich nicht viel abgewinnen. Das „d“ in der Ausschreibung findet er „nicht zwingend erforderlich. Aber es wird in Zukunft wohl automatisch zu beachten sein.“

Die drei Geschlechtsmöglichkeiten nennt auch die Gemeinde Gilching. „Für uns ist das selbstverständlich“, sagt Geschäftsleiter Stefan Amon. In Sitzungsvorlagen spreche man zum Beispiel von „Bürger/-in“ – laut Amon, „um den Text nicht zu arg in die Länge zu ziehen“. Die teilweise sehr alten Satzungen der Gemeinde seien noch in rein männlicher Form gehalten. „Da haben wir Nachholbedarf. Langfristig wollen wir sie anpassen, haben aber noch nicht groß darüber nachgedacht.“

Aus Andechs heißt es von Geschäftsleiter Max Pänzinger ganz allgemein: „Dieses Thema wurde bei uns noch nicht diskutiert.“ Ähnlich klingt die Aussage von Gautings Sprecher Maximilian Olberding: „Das Thema hat bei uns nicht die oberste Priorität. Wir beabsichtigen das nicht einzuführen.“ Dafür soll im Gautinger Rathaus aber bald eine Personaltoilette für „divers“ eingerichtet werden.

Starnberg will weg von der Behördersprache

Eine grundlegende Regelung zur gendergerechten Sprache gibt es auch bei der Stadt Starnberg nicht. „Wir versuchen, in Grußworten oder Veranstaltungseinladungen, dass sich beide Geschlechter angesprochen fühlen“, sagt Pressesprecherin Lena Choi. Deshalb verwende man in diesen Fällen in der Regel immer die weibliche und die männliche Form. Die sprachlichen Prioritäten liegen aber woanders. Bei Mitteilungen seien Kürze und Effizienz entscheidend, so Choi, „da eine durchgängige explizite Nennung beider Geschlechter die Sprache sehr verkompliziert.“ Leicht und verständlich sollen sich die Stadtmitarbeiter ausdrücken. Choi: „Gerade auf der Homepage wollen wir weg von der Behördensprache.“

Übrigens: Wer an Schulen unterrichtet, heißt in Hannover nun „Lehrender“. Nicole Bannert, Sprecherin der Kreisgruppe des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, hat sich noch kaum Gedanken über das Thema gemacht. „Aber ich werde schon ganz gerne als Lehrerin angesprochen.“ gma/vs/ike

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