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Noch eine freie Fläche: Nördlich von Schorn wollen Stadt und Asto auf mehr als 40 Hektar ein Gewerbegebiet und nötige Ausgleichsflächen realisieren.

Geplantes Gewerbegebiet Schorn

BI ruft zu Einsprüchen auf

Rund um das geplante Gewerbegebiet in Schorn auf Gebiet der Stadt Starnberg wächst der Widerstand. Die BI ruft zu Einsprüchen auf.

Schorn/Wangen – Das geplante Gewerbegebiet Schorn brennt den Bürgern erkennbar auf den Nägeln: Etwa 80 Personen folgten am Mittwochabend einer Einladung der Bürgerinitiative Schorn zu einer Veranstaltung über dieses Thema. Sogar aus Neufahrn und Forstenried kamen Gäste in die Wangener Mehrzweckhalle. Die Ziele der Bürgerinitiative nannten die Vorsitzende Dr. Ursula Lauer und ihr Stellvertreter Günter Schorn klar: Verhinderung der Pläne für das Gewerbegebiet Schorn und der Flächen-Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet sowie Erhaltung der Landschaft. Ursula Lauer deutete Überlegungen über einen Bürgerentscheid an.

Die Organisatoren baten die Bürger, gegen die Planung schriftlich Einspruch einzulegen. Dafür bleibt wenig Zeit: Bis Montag, 18. November, müssen Stellungnahmen bei der Stadt Starnberg eingegangen sein. Die Initiatoren verteilten Musterstellungnahmen. Auch zwei Starnberger Stadträte nahmen teil. Einer von ihnen, Winfried Wobbe (UWG), hatte gegen die Schorn-Planung gestimmt, der andere, Anton Wiesböck (FDP), für sie. Wiesböck zeigte sich erstaunt über viele von der Bürgerinitiative präsentierte Details: Keineswegs alle davon habe er im Stadtrat erhalten. Wobbe rief Wiesböck zu: „Wenn du das nächste Mal anders stimmst, samma schon sieben...“ Mit 20:6 Stimmen hatte der Stadtrat nämlich einen Antrag der Grünen gegen das Gewerbegebiet abgelehnt.

Kritik an „Megagewerbegebiet“

Die Bürgerinitiative Schorn ist wiederbelebt worden. In den 1990er Jahren ging es um die Abfallentsorgung. Zu den damaligen rund 250 Mitgliedern sind mittlerweile etwa 50 neue dazugekommen, sagte Günter Schorn, der auch Kreisvorsitzender beim Bund Naturschutz ist, am Rande zum Starnberger Merkur.

Die Stimmung in der Mehrzweckhalle war klar gegen das „Megagewerbegebiet“ (Schorn) gerichtet. Das Landschaftsschutzgebiet schütze auch das Klima, mahnte Schorn: „Dann gibt’s das kühle Wetter in München nicht mehr.“ Ursula Lauer widersprach Behauptungen, es handele sich um keine Erholungsfläche. Der acht Hektar große Bannwald, der gerodet werden solle, könne mit Ausgleichsflächen nicht so einfach ersetzt werden. Viele Arten würden verschwinden. „Wir haben dort die Zauneidechse gefunden“, berichtete sie stolz. Das Gewerbegebiet reiche auch nicht nur, wie angekündigt, für 3000, sondern für 10 000 Mitarbeiter aus, rechnete die Initiative vor –mit deutlich höheren Belastungen. Allein für die Verkehrsanbindung an die Autobahn müsse die Stadt Starnberg mindestens zwei Millionen Euro aufbringen, doch Nutznießer sei ein privater Investor. Ein Besucher wunderte sich: Weshalb müssten Käufer des Einheimischenmodells am Wiesengrund die Erschließung selbst zahlen, während dies in Schorn die Stadt Starnberg übernehme?

Günter Schorn zweifelte auch offen an den Aussagen des Verkehrsplaners Prof. Harald Kurzak. Der habe Neufahrn als Ortsteil von Starnberg bezeichnet: „Darf jemand, der derart desorientiert ist, Verkehrsplanung machen?“

Die Kosten für den A 95-Anschluss, hatte hingegen die Stadt vor längerem erklärt, werde letztendlich der Investor übernehmen.

VON LORENZ GOSLICH

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