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Jetzt lässt er von Geld die Finger

Im Rausch der Automaten: Kaufmann (31) prellt Kunden und verschuldet sich

Die Spielsucht hat einen Angestellten aus Weilheim vor das Starnberger Gericht gebracht. Insgesamt sechs Kunden brachte der 31-Jährige um ihr Geld.

Starnberg – Im Rausch der Automaten veruntreute ein gelernter Automobilkaufmann 55.538 Euro an Kundengeldern. Jetzt musste sich der 31 Jahre alte Mann aus Weilheim wegen sechsfacher Untreue vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Als Angestellter eines Starnberger Autohauses missbrauchte der hoch verschuldete Mann seine Vertrauensstellung. Im Zuge von Leasinggeschäften und Autoverkäufen steckte er sich Bargelder der Kunden einfach in die Tasche. Anschließend versuchte er sein Glück im Casino. Insgesamt prellte er im Laufe des Jahres 2016 sechs Kunden um ihr Geld. 

7000 Euro im Andechser Biergarten

Ein Umstand, der dem Angeklagte heute sehr zu schaffen macht: „Ich hatte einen guten Bezug zu den Kunden. Sie haben mir vertraut“, sagte er vor Gericht. Immer wieder hielt er „Batzen Geld“ in der Hand. Ein Kunde übergab ihm 7000 Euro etwa beim Bier im Andechser Biergarten. 

Sechs Mal in Folge gab er der Versuchung nach und trug die Kundengelder in die Spielbank. „Ich hatte immer die Hoffnung, dass ich daraus das Doppelte mache“, bekannte der 31-Jährige reumütig. Aber die Erfolgssträhne blieb aus.

Angeklagter lässt tief blicken: „Mein Leben ging immer weiter runter“

Schwer wog, dass er in einschlägig offener Bewährung handelte. Nach Akteneinsicht erklärte Richterin Christine Conrad: „Bei einem anderen Autohaus haben sie schon einmal genau dieselbe Masche gemacht.“ Damals war der Angeklagte noch mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen.

Tief blicken ließ der 31-Jährige in die Konsequenzen seiner Sucht: „Mein Leben ging immer weiter runter. Meine Freundin hat Schluss gemacht. Ich habe mich verloren gefühlt.“ Im Zuge der aktuellen Anklage zog er die Reißleine. Berufe, bei denen Bargeld durch seine Hände läuft, sind seither selbstauferlegtes Tabu. 

Psychotherapie bereits begonnen

Auch wies der Mann seine Eltern an, sein eigenes Geld strikt zu verwalten und ihm jeweils nur kleine Beträge auszuhändigen. „Das heißt, dass Sie sich selber nicht über den Weg trauen“, schlussfolgerte die Richterin und verhängte eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

Die bereits begonnene Psychotherapie reiche deshalb nicht aus, ließ der Staatsanwalt durchblicken. Geht der Angeklagte in Berufung, verbleibt ihm immerhin noch die Chance, bis zum Prozess vor dem Landgericht eine stationäre Therapie durchzuziehen. Möglicherweise fällt das Urteil in nächster Instanz dann milder aus. „Bis zur Berufungsverhandlung können Sie noch was reißen. Der Ball liegt immer noch auf Ihrem Feld“, sagte der Staatsanwalt.

nh

Rubriklistenbild: © dpa / Britta Pedersen

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