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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Küche unordentlich? Schlägerei im Heim

Starnberg – Ein heftiger Streit in der Gemeinschaftsküche einer Flüchtlingsunterkunft in Starnberg brachte gestern drei Asylbewerber aus dem afrikanischen Raum wegen Körperverletzung auf die Anklagebank des Starnberger Amtsgerichtes.

Vorigen März war die Situation in der Asylunterkunft eskaliert, als ein 38-Jähriger sich über die angeblich nicht geputzte Küche beschwerte. Fettnäpfchen oder sprachliches Missverständnis? Eine 31-Jährige fühlte sich durch diese Äußerung jedenfalls derart herabgewürdigt, dass sie es nicht bei Widerworten beließ. Während Richterin Christine Conrad die junge Mutter für schuldig befand, kamen ihr mitangeklagter Ehemann sowie der 38-Jährige mit einer Verfahrenseinstellung davon.

In Rage über ihre männlichen Mitbewohner und deren Küchenkommentare soll die Frau laut Anklage zunächst einen 19-jährigen Mitbewohner gegen die Wand gedrückt und ihren Kopf in seien Bauch gerammt haben. „Sie hat mich auch ins Bein gebissen, mein T-Shirt zerrissen, meine Kopfhörer kaputt gemacht, mich an den Genitalien gepackt und schmerzhaft zugedrückt. Selbst meine Hose ist gerissen“, berichtete der junge Geschädigte. Auch der 38-jährige Mitangeklagte wurde nicht verschont. Bei ihm missglückte zwar ihr Versuch, dessen Hose herunterzuziehen und seine Genitalien zu attackieren, denn dem 38-Jährigen gelang es, die Hände der Angeklagten zu packen. Letztlich schaffte es die aufgebrachte Frau, den 38-jährigen Familienvater in den Unterarm zu beißen.

Zwar leugnete die Angeklagte, drei Augenzeugen bestätigten jedoch übereinstimmend die Anklagevorwürfe. Unklarheiten bestanden lediglich im Hinblick auf die Beteiligung des mitangeklagten Ehemannes, der sich laut Anklage mit dem 38-Jährigen einen kleinen Schlagabtausch geliefert haben soll. Dabei sorgten Widersprüche für einen glimpflichen Verfahrensausgang. „Hierzu ist alles ein bisschen zu dünn – die Zeugen haben da nichts geliefert“, attestierte das Gericht.

Kein Pardon gab es für die 31-Jährige, deren Bewährungsstrafe das Gericht mit fünf Monaten bemaß. Während der dreijährigen Bewährungszeit muss sie ratenweise eine Geldauflage von 500 Euro abzahlen. „Da kann man nur mit Erstaunen davorstehen. Es ist ja völlig abwegig, sich geradezu brutal zu verhalten“, so die Einschätzung von Richterin Conrad.  nh

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