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Feuerwehrleute bringen die Schlangen nach München
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Die Speikobra ist hochgiftig.
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Auf dem Gelände eines Neubaus kann der Rettungshubschrauber in Leutstetten landen.

Unfall

Giftschlange beißt Mann: Lebensgefahr

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Dramatischer Notarzteinsatz: Ein junger Mann wird in Leutstetten von einer Giftschlange gebissen. Er bricht zusammen.

Leutstetten – Nachdem ihm die afrikanische Speikobra in die Hand gebissen hat, bleibt dem 18 Jahre jungen Mann nur wenig Zeit. Schnell setzt er am Montagvormittag einen Notruf ab und verschließt das Terrarium. Seine Wohnung in Leutstetten kann er noch verlassen, im Treppenhaus bricht er dann zusammen. Bis die Retter wenig später eintreffen, wirkt das lähmende Gift schon. Allergischer Schock, Atemnot – der Notarzt verabreicht dem Opfer neun Medikamente, um ihm das Leben zu retten. Zudem muss der junge Mann im Rettungswagen künstlich beatmet werden.

Unterdessen sind zwei Hubschrauber aus München auf dem Weg nach Leutstetten – einer, um den 18-Jährigen in die Klinik zu fliegen. Mit dem anderen wird ein Reptilienexperte der Berufsfeuerwehr München eingeflogen, da unklar ist, ob sich eine oder gar mehrere giftige Schlangen in der Wohnung frei bewegen. Wo können die Helikopter landen? Die Wiesen im Umland eignen sich wegen ihrer leichten Hanglage nur bedingt. Letztlich entscheidet sich ein Pilot, auf dem Fundament eines nahen Neubaus zu landen. Das ist aufgrund eines dort stehenden Krans nicht leicht – die Windverhältnisse lassen ein Landen aber doch zu. So gelingt es den Einsatzkräften, das Opfer schnell in eine Klinik nach München zu bringen.

Dort geht der Kampf um das Leben des jungen Mannes weiter. „Es gilt, die Folgen des Giftes für den Patienten so erträglich wie möglich und den Kreislauf aufrecht zu halten“, erklärt Notarzt Dr. Ulrich Hölzenbein. Das Gift könne dem Körper mehrere Tage Probleme bereiten, sagt er. Der Biss einer afrikanischen Speikobra kann tödlich sein – in jedem Fall braucht das Opfer ein Gegengift. Dabei spielt auch eine Rolle, wo die Schlange zugebissen hat. „Je weiter weg vom Körperzentrum, desto besser“, erklärt Dr. Hölzenbein. Um zu klären, welches Serum der 18-Jährige genau benötigt, kommt auch ein Toxikologe vom Klinikum rechts der Isar zum Unfallort.

Nachdem der Rettungshubschrauber mit dem Patient weggeflogen ist, konzentrieren sich die Helfer auf die Situation in der Wohnung. Wie sich herausstellt, hält der Leutstettener insgesamt neun Schlangen: zwei afrikanische Speikobras, fünf Lanzenottern sowie einen Königspython und eine Madagaskarboa. Die beiden letzteren sind ungiftig, die anderen Tiere werden jedoch als hochgiftig eingestuft. Um diese Schlangenarten zu halten, benötigen Reptilienliebhaber eine behördliche Ausnahmegenehmigung und müssen strenge Auflagen erfüllen.

Nachdem die Experten vor Ort feststellen, dass der Halter keine Genehmigung hat, muss der Reptilienexperte der Berufsfeuerwehr die Schlangen aus dem Mehrfamilienhaus holen. Da sich der Experte allerdings nur auf seine Erfahrung verlassen kann – ein weitergehender Schutz vor den giftigen Tieren ist nicht möglich – sind die Einsatzkräfte weiter unter Anspannung. Notärzte und ein Krankenwagen stehen bereit, um den Mann im Unglücksfall so schnell wie möglich behandeln zu können. Nach 40 Minuten hat der Reptilienexperte die Schlangen in Boxen gesteckt. Einsatzkräfte der Leutstettener Feuerwehr bringen die Tiere zur Auffangstation für Reptilien nach München. Wie die Starnberger Polizeiinspektion mitteilt, hat sie wegen der fehlenden Genehmigung zum Halten der Tiere Ermittlungen gegen das Unfallopfer aufgenomen.

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