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Frische Schnittblumen gibt es bei Goldmann und Weigert in Starnberg bis zum letzten Tag - und der rückt immer näher.

Wirtschaft

Insolvenzverwalter will Goldmann-Mitarbeiter vermitteln

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Goldmann und Weigert wird zerschlagen. Das insolvente Unternehmen hatte seit 1951 mit Blumen gehandelt. Die Filiale in Starnberg wird voraussichtlich am 31. März geschlossen.

Starnberg –  Insolvenzverwalter Dr. Thomas Karg hatte die Mitarbeiter der fünf verbliebenen Goldmann-und-Weigert-Filialen (zwischenzeitlich waren es bis zu 13 Zweigstellen) am Dienstagabend zu einer Betriebsversammlung gebeten. Viele kamen, aber nicht alle, „aus verständlichen Gründen“, sagt Karg. Denn er konnte ihnen wenig Positives über die weitere Zukunft des Unternehmens mitteilen.

Filialbetriebe haben es nach Kargs Auskunft in der Branche schwer. Der Personalkostenanteil sei zu hoch. Nur inhabergeführte Einzelbetriebe seien noch profitabel, wenn der Chef mit im Laden stehe und damit die Personalkosten im vertretbaren Rahmen halte. Deshalb versucht der Insolvenzverwalter, für jede einzelne Filiale einen neuen Betreiber zu finden. Für die Filiale an der Bahnhofstraße in Planegg sei eine Lösung geglückt, sagt Karg. Der neue Betreiber werde auch das bisherige Personal weiterbeschäftigen.

Aus der Insolvenzmasse sei auch die Filiale in Buchenau (Landkreis Fürstenfeldbruck) herausgelöst worden. Die werde nun von Goldmann-Tochter Nina betrieben als Bluums GmbH. „Den Kaufpreis habe ich selbst mit der neuen Inhaberin ausgehandelt, mit dem Ergebnis kann ich im Interesse der Gläubiger leben“, sagt Karg.

Auch für die anderen Betriebsstätten habe er genügend Interessenten, erklärt der Fachanwalt für Insolvenzrecht mit Kanzlei in Memmingen. Allerdings beiße er bei den Eigentümern der Ladenlokale auf Granit. Die Vermieter seien nicht bereit, neue Verträge mit Einzelunternehmen einzugehen. Denn Mieter der drei verbleibenden Filialen – zwei in München und jene in Starnberg – sei die Goldmann und Weigert GmbH mit zum Teil noch länger laufenden Mietverträgen. Wie berichtet, hat der Starnberger Josef Pfister ausgeschlossen, einen von Goldmann vorgeschlagenen Nachmieter für seine Ladenflächen an der Wittelsbacherstraße zu akzeptieren. „Ich kann die Vermieter schon verstehen“, räumt Karg ein, „und man kann sie ja auch nicht zwingen, andere Verträge einzugehen.“ Auf keinen Fall könne man den Eigentümern der Filialflächen die Schuld geben für die Insolvenz.

In Starnberg werde wohl nur noch bis Ende März mit Blumen gehandelt. Dann habe Pfister wieder freie Hand für die weitere Nutzung seiner Gewerbeflächen. „Wir verhandeln aber noch über den genauen Zeitpunkt der Abwicklung“, sagt Karg. Und was die beiden anderen Filialen in München angeht: „Ich bleibe am Ball und versuche weiterhin, eine Lösung zu finden.“

Deutlich rosiger sieht der Insolvenzverwalter die Zukunft der 25 Teilzeit- und Vollzeitmitarbeiter und drei Auszubildenden: „Fachkräfte sind in der Branche stark nachgefragt. Denn in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Auszubildenden im Blumenfachhandel dramatisch gesunken.“ Wer Mitarbeiter sucht, kann sich an Karg wenden: Die E-Mail-Adresse lautet thomas.karg@karg-puhlmann.de. Er wird die Anfragen entsprechend weiterleiten.

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