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Kampf gegen Windmühlen: Immer wieder sind die Mitarbeiter des Betriebshofs der Stadt Starnberg – im Bild ist Markus Naujokat – damit beschäftigt, die Schmierereien in der Unterführung am Nepomukweg zu beseitigen. Und immer wieder tauchen neue auf. 

Graffiti

Und täglich grüßt der Schmierfink

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Starnberg – Kaum acht Wochen ist es her, dass die Unterführung am Nepomukweg gereinigt und gestrichen wurde. Nun ist sie bereits zum zweiten Mal beschmiert worden. Die Stadtverwaltung will aber nicht aufgeben.

Schaut man genau hin, sieht man die Fußballschmiererei, die irgendein Depp an die frischgeweißelten Wände gesprüht hatte, noch durchscheinen. Doch das fällt kaum auf. Denn an der gegenüberliegenden Wand hat sich bereits der nächste verewigt. „You may paint over me, but I will still be there“ („Du kannst mich übermalen, aber ich werde immer noch da sein“) steht in dicken Lettern an der weißen Wand. Daneben eine Zeichnung.

Auf Lampenabdeckung hat Schmierfink einen obszönen Spruch hinterlassen

Markus Naujokat seufzt. Er ist Mitarbeiter des Betriebshofs der Stadt Starnberg und darf nun versuchen, die Schmierereien zu beseitigen. „Ich habe aber erst einmal nur den Auftrag, die Lampen zu säubern“, sagt er und greift zum Kanister mit Verdünnung. Auf der Lampenabdeckung hat ein anderer Schmierfink mit einem Edding einen obszönen Spruch hinterlassen.

Auch in der Unterführung in der Au wurde schon wieder gesprüht. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, den die Stadt da führt. Aber sie will nicht aufgeben. Gerüchte schießen ins Kraut. Die Sprayer seien bekannt. Doch deren Eltern würden lieber Anwälte bezahlen, die nachweisen, dass ihre Kinder psychische Schäden haben, anstatt die Kosten für die Beseitigung der Schmiererein zu übernehmen.

Entrüstete Starnbergerin: "Schämen sollen sie sich"

Das kann Stadt-Sprecherin Lena Choi nicht bestätigen. „Wir erstatten in den allermeisten Fällen Strafanzeige gegen Unbekannt, die Polizei ermittelt“, berichtet sie. Einmal sei ein Sprayer auf frischer Tat erwischt worden. Der Richter brummte ihm Sozialstunden im Betriebshof auf. Dort durfte er unter sachgerechter Anleitung dessen Mitarbeiter seine eigenen Sauereien beseitigen. Auch wenn es jetzt insbesondere bei der frischgestrichenen Nepomuk-Unterführung mehr auffalle, „eigentlich ist die Zahl der Schmierereien nicht gestiegen“, so Choi weiter.

Und so werden Markus Naujokat und seine Kollegen wohl auch in Zukunft ausrücken, um die Schmiereien zu beseitigen. Die Entscheidung, was überstrichen wird und was nicht, liege bei Starnbergs Erster Bürgermeisterin Eva John, erklärte Choi gestern weiter. Ob dabei eher künstlerische Erwägungen – die Graffiti des Briten Banksy gelten mittlerweile als wegweise Kunstwerke – oder schlicht der Arbeits- und Materialaufwand eine Rolle spielen, konnte die Pressesprecherin aber auch nicht sagen. Zumindest die Starnberger haben aber die Nase gestrichen voll. Die Dame mit dem kleinen grauen Hund schaut fassungslos darauf, wie Markus Naujokat die Spuren des Sprayers beseitigt. „Schämen sollen sie sich“, schimpft sie. Das wiederum darf leider bezweifelt werden.

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