Stadtrat

Grüne sehen „Jahrhundertchance für Starnberg“

  • schließen

Die Rathaus-Grünen nehmen beim Jahresgespräch zum für sie bedeutendsten Thema Stellung. 

Starnberg – „Möge es ein gutes und gedeihliches Jahr werden.“ Martina Neubauer, die Chefin der Rathaus-Grünen, hat trotz der Dauer-Querelen mit Bürgermeisterin Eva John ihren Optimismus nicht verloren, wie sie im Jahrespressegespräch ihrer Fraktion am Donnerstagabend klarstellte. Zusammen mit ihren Fraktionskollegen Annette von Czettritz und Dr. Franz Sengl stellte sie die Schwerpunkte der nächsten Monate vor:

Seeanbindung

Für die Grünen ist es das wichtigste städtebauliche Thema überhaupt – „viel wichtiger als der Tunnel“, sagte Sengl. Eine Beschränkung auf einen schöneren und barrierefreien Seezugang werde dem nicht gerechnet. „Für die Stadt Starnberg ist die nur zusammen mit der Bahn mögliche Neuordnung des Bahnhofsareals die einzige Möglichkeit, endlich einen attraktiven Mittelpunkt zu bekommen“, haben die Grünen noch im alten Jahr an John geschrieben.

Martina Neubauer wirft Eva John mangelnde Transparenz vor.

Deswegen komme es in der anstehenden Mediation mit der Bahn darauf an, den bestmöglichen Kompromiss zu erarbeiten. Dabei wollen die Grünen auf der Grundlage des bestehenden Bahnvertrages von 1987 verhandeln. Die darin fixierte oberirdische Gleisverlegung sei „so schlecht nicht“, da sie unter anderem der Stadt den Erwerb frei werdender Grundstücke sichere, sagte Sengl. „Das ist eine Jahrhundertchance für Starnberg. Wenn der Vertrag scheitert, haben wir nie wieder die Chance, diese Grundstücke zu kriegen.“ Zudem würden alle anderen Varianten wieder bei Null starten, was Jahrzehnte dauere. Mögliche Tunnellösungen am Bahnhof seien wegen des Seeton-Bodens darüber hinaus technisch schwer zu realisieren, sagte Sengl. Die Konsequenz aus Sicht der Grünen: Wettbewerbsentwürfe von 2014 sollten in die Diskussion einbezogen werden.

In einem ersten Schritt wollen die Grünen gemeinsam mit der Bahn Eckpunkte festlegen und das weitere Prozedere der Mediation besprechen. Am Anfang sollten alle neun Stadtratsfraktionen die Möglichkeit haben, an den Gesprächen teilzunehmen. „Danach kann es durchaus sein, dass es weniger Teilnehmer werden, die aber ein Verhandlungsmandat des Stadtrats haben“, sagte Neubauer.

Innenstadt- und Verkehrsentwicklung

Für Juli plant das Staatliche Bauamt den Spatenstich für den B2-Tunnel – die Grünen halten es deswegen bereits jetzt für erforderlich, sich Gedanken über die künftige Gestaltung rund um die Hauptstraße zu machen. „Was wollen wir für die Innenstadt?“, fragte Neubauer und führte bereits Temporeduzierungen, möglichst viele Begegnungszonen und „pfiffige ÖPNV-Ideen“ an. Dazu zählt sie beispielsweise Test-routen für einen E-Bus oder auch kostenlose Fahrkarten für Starnberger Bürger.

Zusammenarbeit

Die Vorwürfe gegen Eva John sind nicht neu. Neubauer: „Es geht immer um das gleiche Thema. Sie behindert und beschädigt das Ehrenamt.“ Dennoch stellte Neubauer klar: „Wenn sie mit uns spricht, kann sie ohne weiteres Mehrheiten im Stadtrat bekommen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Gemeinsam sind wir stärker als alleine“
Wie sehen die Starnberger Europa? Das will Bundeswirtschaftsminister Altmaier am Montag bei einem Bürgerdialog erfahren. Wie er Europa sieht, sagt er im Interview.
„Gemeinsam sind wir stärker als alleine“
Kandidatenlisten komplett - es sind mehr als 2013
Die Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl am 14. Oktober stehen fest. Es sind die zumeist bereits bekannten Namen.
Kandidatenlisten komplett - es sind mehr als 2013
Motorradfahrer verunglückt
Ein Motorradfahrer (77) aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck wurde am Samstag bei Unfall in Dießen mittelschwer verletzt.
Motorradfahrer verunglückt
Der Meister der Formen und Farben
In Unterbrunn lagert ein Teil der Werke von Adolf Kleemann, in Weimar verwaltet die Tochter den Rest.
Der Meister der Formen und Farben

Kommentare