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Mehr Rot als Grün blüht den Autofahrern derzeit in Starnberg.

B 2-Ampeln

Rote Welle und die Wut der Pendler

Auf dem Weg in die Arbeit packt Pendler in Starnberg derzeit die Wut: Die Grüne Welle, die eigentlich für schnelles Durchkommen sorgen soll, ist wieder einmal aus dem Tritt. Heute sollen die Reparaturen beginnen – wenn die Fehlerursache erst mal bekannt ist.

Starnberg – „Ich stand an jeder Ampel“, klagte gestern Vormittag ein Pendler, der Starnberg Richtung Weilheim durchqueren muss. Normalerweise sollte er nirgends stehen, denn die so genannte Grüne Welle soll dafür sorgen, dass Autofahrer ohne Stopp auf der B 2 fahren können. Seit Mitte Februar ist das System aus dem Tritt, gestern verkehrte es sich ins genaue Gegenteil – eine Rote Welle.

Die Ampeln entlang der Bundesstraße sind miteinander verbunden und sollten in abgestimmten Zeitintervallen durchgehend Grün zeigen – wer die vorgeschriebene Geschwindigkeit fährt, sollte also problemlos durchkommen. Das ist die Theorie, die Praxis ist wegen Fußgängerampeln, Staus und anderen Faktoren sehr viel komplizierter. So kompliziert, dass es regelmäßig hakt.

Gestern liefen die Ampeln so unausgewogen, dass in Richtung Süden genau der gegenteilige Effekt erzielt wurde. Pendlern zufolge stottert die Ampelschaltung seit Mitte Februar. Davor hatte es einige Wochen funktioniert, Ende Januar erst hatte es Probleme gegeben. Die Ursache ist unklar, sagt Christian Probst vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Siemens als Hersteller werde am heutigen Dienstag sein komplettes Team für die Region in Marsch setzen, um die Ursache zu finden – eventuelle Ampelpausen kommen dann daher. Probst hofft, dass die Ursache schnell gefunden wird. Ohne Grüne Welle nämlich herrscht in Starnberg mehr Stau: „Gott sei Dank ist es nicht verkehrsgefährdend.“ Das wäre der Fall, würden Ampeln fälschlicherweise Grün zeigen. Bisher gab es heuer einen Unfall, der indirekt mit einem Ampelausfall zusammenhing – mehr nicht. Auch die Polizei hätte die Grüne Welle gerne und möglichst sofort zurück. Der Stau verschärfe sich durch längere Standzeiten, heißt es dort, und das belaste wiederum Anwohner und Umwelt.

Woran die Störungen liegen, ist unklar. Es kann ein Computerfehler sein oder ein Kabelschaden. Derzeit wird in der Nähe auch gebaut. 2015 übrigens war der Fehler geradezu banal: Ein Kabel war falsch angeschlossen.

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