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Der „Wanninger“ ist 1000 Euro wert: Bezirksrätin Martina Neubauer, Max Laufer, Johannes Meffert und Tina Meffert vom Verein Mutmachleute, Schauspielerin Luisa Wöllisch, Barbara Holzmann und Angelica Fell (v.l.).

„Grüner Wanninger“

Preis für Tutzinger Schauspielerin und einen Verein

Die Grüne Bezirkstagsfraktion hat ihren Preis „Wanneringer“ in Starnberg vergeben - nicht ohne Grund.

Starnberg – Der Kulturpreis „Der Grüne Wanninger“ würdigt Initiativen und Menschen, „die manchmal ab vom Mainstream sind, manchmal leise wirken oder den Leisen eine Stimme geben“. So beschrieb Grünen- Kreisvorsitzende Kerstin Täubner-Benicke gestern bei der Preisverleihung in Starnberg die Auszeichnung, die die Grünen-Bezirksfraktion Oberbayern seit 1988 vergibt. Darüber freuten sich die Tutzinger Schauspielerin Luisa Wöllisch und die Starnberger Mutmachleute – ein Verein, der denjenigen Mut macht, die mit einer psychischen Erkrankung kämpfen.

Diese seien nicht in der Minderheit, betonte Barbara Holzmann, Vizepräsidentin des Bayerischen Bezirketags: „30 Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe des Lebens psychisch.“ Und kaum jemand spreche darüber. Genau das haben sich die Mutmachleute auf die Fahnen geschrieben. Seit 2018 geben sie auf www.mutmachleute.de ehemals Erkrankten eine Stimme, in Interviews Tipps, wie man mit der Krankheit umgeht – und machen Mut. EtwaJulina Wagner, die einst unter schweren Depressionen litt: „Nach jedem Regen kommt auch wieder die Sonne.“ Ähnlich dem Sonnenaufgang, den die Musikgruppe Klangzeit vertont hatte und der Festgesellschaft an diesem Vormittag schwungvoll vortrug. Stellvertretend für die Mutmacher nahmen Tina und Johannes Meffert, Katharina Hoffmann sowie Maximilian und Cornelia Laufer den Preis entgegen – und Tina Meffert hielt eine emotionale Rede, in der sie mit Blick auf „eine gewisse Partei“ einen respektvollen Umgang miteinander forderte.

Einen Aspekt, den Starnbergs Vize-Bürgermeister Dr. Klaus Rieskamp thematisierte: „Wir müssen lernen, mit den betroffenen Mitbürgern umzugehen.“ Auch in Starnberg mit dem „klischeehaften Bild der Schönen und Reichen“ erweiterte dritter Landrat Tim Weidner den Appell. Im Gegenteil „brauchen wir Menschen, die anders sind“, so Täubner-Benicke.

Wie Schauspielerin Luisa Wöllisch, die mit einem Chromosom zu viel geboren wurde und dem Down-Syndrom wie zum Trotz eine Schauspielkarriere entgegensetzte, von der manch Heranwachsender ohne Behinderung träumt. Angelica Fell erinnerte sich in ihrer Laudatio an ein Mädchen „mit langen blonden Haaren, das tanzte und ,Atemlos durch die Nacht‘ sang“. Sie „schlug alle in ihren Bann“ und wurde als Schauspielschülerin in der Freien Bühne München aufgenommen, erzählte die Initiatorin des inklusiven Theaters, bevor Bezirksrätin Martina Neubauer den „kleinen, aber feinen Preis“ überreichte. Nach dem Vorbild von Karl Valentins Buchbinder Wanninger soll er „dazu ermutigen, nicht aufzugeben und sichtbare Akzente zu setzen“. (mk)

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