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Früher Ferien: Grundschulen rechnen mit Notbetreuung vor Weihnachten

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Von: Tobias Gmach

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Zwei Vormittage weniger mit Maske: Darauf darf sich unter anderem die Klasse 1g der Grundschule Söcking freuen.
Zwei Vormittage weniger mit Maske: Darauf darf sich unter anderem die Klasse 1g der Grundschule Söcking freuen. © Dagmar Rutt

Etwas früher in die Ferien und in die Selbstisolation, um mit Oma und Opa Weihnachten feiern zu können: Auf diesen Plan der Politik reagieren Schulleiter im Landkreis mit Verständnis. Vor allem die Grundschulen stellen sich aber schon mal auf eine zweitägige Notbetreuung ein.

Landkreis – Der letzte Schultag vor Heiligabend, heuer ein Donnerstag, wird nun nicht der Dienstag, 22., sondern schon der Freitag, 18. Dezember, sein. Das haben Ministerpräsident Markus Söder und Kultusminister Michael Piazolo verkündet. Das Ziel: den Abstand zwischen Unterricht und Weihnachten vergrößern und so das Infektionsrisiko an den Feiertagen senken. Damit Kinder sie auch mit Oma und Opa, also mit Angehörigen der Risikogruppe, verbringen können. Schulleiter im Landkreis reagieren mit großem Verständnis auf die Entscheidung.

Vernünftig findet sie etwa Petra Fromm-Preischl, Rektorin der Grundschule Söcking. Sie bekam am Dienstagvormittag, kurz nach den ersten Pressemeldungen Anrufe von mehreren Eltern. „Sie haben gefragt, ob es eine Notbetreuung geben wird“, berichtet Fromm-Preischl. Eine offizielle Antwort hatte sie nicht parat, schließlich hatte auch die Schulleiterin wie ihre Kollegen von den Plänen der Politik aus den Medien erfahren. Sie rechnet damit, dass an den zwei nun schulfreien Tagen etwa 15 bis 20 der insgesamt 235 Söckinger Schüler notbetreut werden müssen. „Aber das ist schwer abzuschätzen“, sagt sie. Viele berufstätige Eltern hätten keine Urlaubstage mehr übrig, betont Fromm-Preischl. Den Kindern gönnt sie die beiden zusätzlichen freien Tage. „Der Unterricht ist gerade sehr lehrerzentriert und anstrengend für sie. Gruppenarbeit oder Projektarbeit an Stationen ist ja nicht möglich.“

Viel Stoff bleibt wegen der zwei Tage weniger nicht auf der Strecke

Dr. Silke Rogosch, Leiterin der Oskar-Maria-Graf-Grundschule in Aufkirchen, sieht ebenfalls Sinn in den vorgezogenen Ferien. Die Maßnahme diene ja dem Infektionsschutz. „Wenn wir mit dieser kleinen Stellschraube dazu beitragen können, sollten wir das tun“, sagt sie. Die Notbetreuungen werde man gewährleisten. Nicole Bannert, Leiterin der Grundschule Starnberg, rechnet dafür mit der Anwesenheit aller Lehrkräfte. „Wir werden die Kinder in der Notbetreuung nicht mischen“, sagt sie mit Verweis auf die festen Klassenverbünde in Corona-Zeiten. Ein Szenario, in dem ein einziger Schüler sechs Stunden lang von einer Lehrerin betreut wird, möchte die Söckinger Rektorin Fromm-Preischl vermeiden. Man werde aber Schüler aus unterschiedlichen Klassen weit auseinander setzen. Hart pauken werden die Notbetreuten nicht müssen. „Alle anderen haben ja frei.“ Aber etwas fachliche Nachhilfe ist laut Fromm-Preischl neben vorweihnachtlicher Bastelei schon möglich – „wenn es den Schülern guttut“.

Viel Stoff bleibt wegen der zwei Tage weniger nicht auf der Strecke: Da sind sich die befragten Schulleiter einig. Rita Menzel-Stuck von der Realschule Herrsching sagt: „In normalen Zeiten macht man kurz vor den Ferien Weihnachtsfeiern in den Klassen oder geht zusammen in die Kirche.“ Manfred Jahreis von der Realschule Gauting betont, für Unterricht sei heuer insgesamt dann doch viel Zeit gewesen. „Skilager, Studienfahrten, Theaterbesuche und Ausflüge: Das ist ja alles weggefallen.“ Ein Argument, das auch Kultusminister Piazolo anbrachte. Jahreis findet, Politiker und Virologen hätten die Entscheidung sehr vernünftig begründet. „Und die beiden Tage bieten sich ja an.“ Aber der Schulleiter merkt auch an, dass man sich an die Kontaktbeschränkungen halten müsse. „Die Schüler dürfen dann nicht ihre Freunde treffen.“

Josef Parsch, Leiter des Starnberger Gymnasiums, wartet wie seine Kollegen noch auf das offizielle Schreiben aus dem Ministerium. Er weist darauf hin, dass seine Lehrkräfte an den beiden nun wegfallenden Tagen Schulaufgaben angesetzt haben könnten. „Aber auch dafür lässt sich eine Lösung finden.“

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