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Eindeutig zu erkennen: In die Baugrube an der Himbselstraße ist Grundwasser gelaufen. Mit der grünen Maschine im Vordergrund werden derzeit die Rückverankerungen für die Spundwände gesetzt. Der dauerhafte Wassereinbruch zieht zusätzliche Kosten von einer Million Euro nach sich.

Wohnungsgenossenschaft

Grundwasser verzögert Baustelle

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Beim größten Neubauprojekt seit Jahrzehnten hat die Wohnungsgenossenschaft Starnberger See mit einem unerwarteten Problem zu kämpfen. Das führt zu deutlichen Mehrkosten und Verzögerungen.

Starnberg – August Mehr, der Vorstandsvorsitzende der Wohnungsgenossenschaft Starnberger See, redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Das ist sehr ärgerlich und eine bittere Pille für uns“, sagte er gestern im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Und „das“ – nämlich großflächig ausgetretenes Grundwasser – hat massive Folgen für den Bau der neuen Seniorenwohnanlage an der Himbselstraße unweit des Bahnhof Nord.

Im Sommer haben die Arbeiten für den Bau der 40 seniorengerechten Wohnungen begonnen. Beim Aushub für die Tiefgarage mit 70 Stellplätzen passierte es dann: Grundwasser trat an die Oberfläche. „Seitdem kämpfen wir dagegen an“, sagt Mehr. Und mittlerweile steht fest: Es muss eine große Lösung her.

Mithilfe des Düsenstrahlverfahrens will die Genossenschaft die Baustelle gegen das Grundwasser abdichten. Dabei wird – einfach dargestellt – ein Zement-Gemisch unter hohem Druck in den Boden injiziert. Zusammen mit dem natürlichen Boden bildet sich ein betonartiger Körper, der wiederum das Aufsteigen von Grundwasser an der Stelle verhindern soll. Die Fläche ist quasi abgedichtet. Erst danach können Arbeiter die Bodenplatte legen. „Wir kriegen das Wasser anders nicht raus“, sagt Mehr. „Und es muss auf jeden Fall gewährleistet sein, dass von unten kein Wasser mehr hochdrückt.“

Anfang des neuen Jahres sollen Experten das Verfahren starten. Vorarbeiten laufen bereits jetzt. Eine schwere grüne Maschine setzt bereits die Rückverankerungen für die Spundwände – „damit sie nicht in die Baugrube fallen“, sagt Mehr. Der Vorstandschef hofft, dass die Angelegenheit bis zum Februar abgeschlossen ist. „Dann könnten wir im April oder Mai mit dem Hochbau beginnen.“ Das bedeutet schon jetzt einen Zeitverzug von mehreren Monaten.

Ursprünglich hatte die Genossenschaft gehofft, die Wohnungen bis Herbst 2019 fertiggestellt zu haben. „Jetzt werden wir vermutlich erst ein halbes Jahr später fertig.“ Von den zusätzlichen Kosten ganz zu schweigen: Etwa eine Million Euro werden außerplanmäßig fällig, sagt Mehr. Die reinen Baukosten des Projekts steigen damit auf 13,1 Millionen Euro. Dass der Aushub kontaminiert war, wie Mehr sagt, sei da nur am Rande erwähnt.

Immerhin gab die Regierung von Oberbayern gestern bekannt, dass sie Fördergelder in Höhe von 3,9 Millionen Euro für das Projekt bewilligt hat. 533 300 Euro fließen als direkter Zuschuss, der Rest wird als zinsgünstiges Förderdarlehen ausgezahlt.

An der Himbselstraße 1 entstehen insgesamt 40 Mietwohnungen, davon 30 geförderte und zehn freifinanzierte Einheiten, zumeist Zweizimmerwohnungen. Die Anlage wird barrierefrei gestaltet. Zielgruppe sind Starnberger Bürger ab 60 Jahren. Die Vergabe erfolgt nach strengen Kriterien, unter anderem, was das Einkommen anbelangt. Ersten Zugriff haben die knapp 2000 Mitglieder der Genossenschaft.

Seit dem Bau der Wohnanlage am Sonnenhof mit 43 Wohnungen im Jahr 1993 ist das Projekt an der Himbselstraße das größte Vorhaben der Wohnungsgenossenschaft Sie verfügt allein in Starnberg über 520 zumeist preisgünstige Wohnungen, dazu kommen 31 Wohnungen in Tutzing und zwölf in Feldafing.

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