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Neubau

Starnberg: Günstige Wohnungen am Schlosshölzl

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Starnberg - Die Tage des Obdachlosenheims Am Schlosshölzl sind gezählt. Das Haus soll abgerissen, an seiner Stelle sozialer Wohnungsbau realisiert werden. Bauherr ist die Stadt Starnberg.

„Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum. Und irgendwann muss man irgendwo anfangen“, gab sich Starnbergs Bürgermeisterin Eva John am Dienstag überzeugt. Am Vorabend hatte der Haupt- und Finanzausschuss den Weg frei gemacht für den sozialen Wohnungsbau Am Schlosshölzl 3. Dafür soll die bisherige Obdachlosenunterkunft abgerissen werden.

Das Gebäude sei in „desolatem Zustand“, hatte John gesagt. Zudem habe die Stadt einen Teil der Containeranlage an der Petersbrunner Straße angemietet, um dort Wohnungslose unterzubringen. Mit der Entscheidung, das Heim abzureißen, sei ein grundlegender Wandel im Umgang mit Obdachlosen in der Stadt verbunden: „Wir wollen sie nicht mehr in ein baufälliges Haus am Stadtrand abschieben. Statt dessen soll versucht werden, sie in städtischem Wohnraum unterzubringen und dadurch besser zu integrieren“, erklärte die Bürgermeisterin.

So ganz ohne Debatte ging es dann aber dann doch nicht ab im Ausschuss. Winfried Wobbe (UWG) kritisierte, dass die neue Container-Lösung nur eine Nutzungsdauer von acht Jahren habe. „Das heutige Obdachlosenheim wird von der Nachbarschaft akzeptiert. Wenn wir in acht Jahren einen neuen Standort suchen, sind Bürgerproteste zu erwarten.“ Ähnlich argumentierte auch Ludwig Jägerhuber (CSU). Er plädierte statt dessen für einen Obdachlosen-Neubau am selben Standort. Sozialer Wohnungsbau könne am Hirsch-anger betrieben werden, da stehe ein Haus leer. „Das ist längst für die Erweiterung des Schulhorts abgerissen worden“, entgegnete John.

Einstimmig für den Abriss

Sie warb am Dienstag erneut für das Projekt: „Wir brauchen Wohnraum für Leute, die zwar mit ihrem Verdienst über die Runden kommen, aber nicht in der Lage sind, eine Kaltmiete von 15 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen.“ Zudem soll das Objekt Am Schlosshölzl nur der Einstieg sein: „Wenn es bezogen wird, werden andere unserer Wohnungen frei. Dann können wir dort nachverdichten.“ Will meinen: Auf der selben Fläche könnte mehr Wohnraum entstehen. Sicher „ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, aber die Stadt müsse beginnen.

Das sah am Ende auch der Haupt- und Finanzausschuss und sprach sich einstimmig für die Vorlage aus. Dadurch können nun konkrete Planungen beginnen, die vom Freistaat mit 60 Prozent bezuschusst werden. Vorgesehen ist vorbehaltlich der Planung ein dreistöckiger Gebäudekomplex mit 15 bis maximal 20 Wohneinheiten. Diese sollen in flexibler Bauweise errichtet werden, damit sich „die Wohnungen der Änderungen des Bedarfs anpassen können“, so John.

Das Thema interessierte indes fraktionsübergreifend. „Das ist doch sinnvoller als das Einheimischenmodell vor einigen Jahren“, lobte Martina Neubauer (Grüne). Übereinstimmend wurde der Beschluss um einen Passus ergänzt, in dem die Stadtverwaltung beauftragt wird, nach weiteren geeigneten Grundstücken für sozialen Wohnungsbau zu suchen. Denn der Bedarf wird weiter steigen. Spätestens, wenn ein Teil der Flüchtlinge anerkannt ist und ein Bleiberecht hat, werden auch für diese Menschen Wohnungen benötigt.

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