Abfahrt Grundschule Söcking: Busfahrer Daniel Zollner holte die Grundschüler gestern Mittag nach dem ersten Schultag dort ab. Erstmals seit fünf Jahren sind in Starnberg wieder eigene Schulbusse im Einsatz.
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Abfahrt Grundschule Söcking: Busfahrer Daniel Zollner holte die Grundschüler gestern Mittag nach dem ersten Schultag dort ab. Erstmals seit fünf Jahren sind in Starnberg wieder eigene Schulbusse im Einsatz.

Guter Auftakt für die neuen Schulbusse

  • Katja Brenner
    VonKatja Brenner
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Nach mehr als fünf Jahren ohne von der Stadt organisiertes Schulbussystem sind seit gestern wieder eigene Busse im Einsatz – an der Grundschule Söcking und der Grundschule Percha. Am ersten Tag hat offenbar schon sehr vieles geklappt.

Starnberg – Sie fahren wieder, die Schulbusse an den Grundschulen Percha und Söcking. Dass Starnberg wieder ein Schulbussystem bekommen soll, hatte der Stadtrat im Januar einstimmig beschlossen (wir berichteten). Nachdem in Söcking gleich am ersten Tag der Bus morgens zur Schule nach deren Angaben gut angenommen worden sei, war mittags noch etwas der Wurm drin. So erhielten die Eltern vormittags einen Anruf von der Schule, dass der Bus nicht wie planmäßig vorgesehen um 13.30 Uhr, sondern wegen des früheren Schulschlusses schon um 11.30 Uhr fährt. Gleiches gilt für den heutigen Mittwoch, von morgen an greift der reguläre Schulbusfahrplan.

Der sorgt bei manchen jedoch für Unmut. Stein des Anstoßes: Von der Grundschule Söcking fährt nur um 13.15 Uhr ein Bus für die Kinder, die mittags Schulschluss haben, und einer um 15.40 Uhr für die Ganztagsschüler. Nur montags gibt es – bislang testweise – auch einen Bus um 11.30 Uhr. Genau diese Verbindung hätten manche Eltern gerne die ganze Woche über – für die Kinder, die um 11.15 Uhr Unterrichtsschluss haben.

Laut Schulleitung betrifft das jedoch nur wenige Erstklässler, für die montags und freitags der Unterricht um diese Zeit endet. An allen anderen Tagen sei für sie um 12.15 Uhr Schluss, sagt Schulleiterin Petra Fromm-Preischl. Für die Wartezeit hat die Schule eine Busaufsicht engagiert, unter deren Betreuung die Schüler spielen oder bereits mit den Hausaufgaben beginnen können. Anschließend sollen die Kinder auch unter Aufsicht zum Bus gebracht werden.

Eine Mutter, die sich „einen Bus für jede Schulschlusszeit“ wünscht, sieht darin jedoch einen „faulen Kompromiss“, wie sie dem Starnberger Merkur schreibt. Sie wolle ihrem Sohn, der die dritte Klasse besucht, nun beibringen, eigenständig mit dem ÖPNV von Söcking aus zum Hort nach Perchting zu fahren. Die Kosten dafür muss sie selbst tragen, da mit Einführung des Schulbussystems in Starnberg das 365-Euro-Ticket entfallen ist.

„Die Betreuung durch die Busaufsicht ist wirklich keine verlorene Zeit“, sagt hingegen Schulleiterin Petra Fromm-Preischl. Einen zusätzlichen Bus um 11.30 Uhr einzurichten, hält sie für unverhältnismäßig, da viele Schüler in der Mittagsbetreuung seien. Als es vor der Umstellung auf ÖPNV einen solchen Bus gegeben habe, sei dieser von höchstens drei Schülern genutzt worden. „Das muss sich eine Stadt erst einmal leisten können“, gibt sie zu bedenken. Dass der Bus mittags erst um 13.15 Uhr fahre, sei so eingerichtet, „damit wenigstens zehn Kinder zusammenkommen“. Zwar hat sie Verständnis für Eltern, die gerne einen Bus um jede Schulschlusszeit gehabt hätten, „als Schulleiterin sehe ich mich aber auch den Steuerzahlern gegenüber verpflichtet. Man muss das von beiden Seiten sehen“.

Auch Rathaussprecherin Lena Choi verweist darauf, dass die Stadt „wirtschaftlich“ handeln müsse. Die Zeiten seien mit der Schulleitung abgestimmt. Dass zu Zeiten, als die Schule noch von MVV-Bussen bedient wurde, zu jeder Schulschlusszeit ein Bus gefahren sei, sei „ein Söckinger Luxusproblem“ gewesen, sagt Fromm-Preischl.

Eines, das man in Percha gar nicht kennt. Wie in Söcking gibt es dort täglich drei Busse. Nach Auskunft der stellvertretenden Schulleiterin Stephanie Fröhlich habe sich durch die Umstellung „für unsere Eltern wenig geändert“, daher habe es bislang auch keine Rückfragen nach zusätzlichen Bussen gegeben. Am ersten Schultag habe das mit dem Schulbussystem jedoch „ohne Probleme geklappt“. Zur tatsächlichen Auslastung können man jedoch „noch nicht viel sagen“, da am ersten Tag viele Schüler von ihren Eltern gebracht worden seien.

Auch im Rathaus habe es gestern noch keine Rückmeldungen gegeben, sagte Lena Choi – weder Beschwerden noch Verbesserungswünsche. Vermutlich in der kommenden Woche lasse sich ein erstes Fazit ziehen.

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