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Ausgezeichnete Handwerker aus dem Landkreis: Alex Lange, Florian Viererbl, Jesko Vogt, Anian Lutz, Pascal Alexander Barros de Oliveira, Jörg Dietrich, Ann-Kristin Dietrich, Karl-Michael Friedinger (Goldener Meisterbrief), Niklas Voisard, Franz Enzensperger sowie Kreishandwerksmeister Anton Lidl und sein Stellvertreter Stefan Fersch (v.l.).

Handwerker-Empfang

Jeder zweite Betrieb hat freie Stellen

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Stolze Zahlen, kleine und große Wünsche sowie zahlreiche Ehrungen: Der Handwerker-Empfang der Kreishandwerkerschaft am Mittwochabend in der Starnberger Schlossberghalle war eine Leistungsschau der hiesigen Betriebe.

Landkreis – Es sind gute Zeiten für das Handwerk, auch im Landkreis Starnberg. Die Auftragsbücher sind voll, die Geschäfte brummen – „wir sind großartig ins Jahr gestartet“, sagte Kreishandwerksmeister Anton Lidl am Mittwochabend beim Handwerker-Empfang und sprach von einem „wirtschaftlich herausragenden ersten Halbjahr“.

Zum Beweis präsentierte er diese Zahlen: Demnach gibt es im Landkreis 2465 Handwerksbetriebe mit insgesamt 7200 Beschäftigten, darunter 552 Auszubildende. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr auf 851 Millionen Euro gestiegen. Aber auch im Handwerk gilt: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Vor allem die Personalentwicklung treibt Lidl und vielen seiner Kollegen die Sorgenfalten auf die Stirn. „Die Lehrlingszahl ist sehr schwer zu halten“, sagte der Bäckermeister aus Berg mit Blick auf immer mehr Schulabgänger Richtung Hochschule.

Hinzu komme der Fachkräftemangel allgemein. „Jeder zweite Betrieb kann mittlerweile nicht mehr alle freien Stellen besetzen“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Franz Xaver Peteranderl. Er war als Gastredner in Starnberg und forderte Betriebe, Schulen und Politik auf, alles zu unternehmen, um den Nachwuchs für das Handwerk zu begeistern. „Die duale Ausbildung ist eine erfolgversprechende Alternative zu dem irrationalen Trend zur Akademisierung.“

Eine Ausbildung im Handwerk ist auch eine Chance für Flüchtlinge. 620 junge Asylbewerber absolvierten derzeit ihre Lehre im Kammerbezirk München und Oberbayern, sagte Peteranderl. Kreishandwerksmeister Lidl wünscht sich, dass die so genannte 3-plus-2-Regelung für Flüchtlinge erhalten bleibt, also die Chance, nach der dreijährigen Ausbildung noch zwei Jahre im Betrieb bleiben zu können. „Es ist schwer, jemanden auszubilden, ohne zu wissen, ob er bleibt.“

Unabhängig davon sprach sich Lidl für eine Minderung oder gar den Erlass von Pachtzahlungen aus, wenn vor der Haustür gebaut wird. „Bei acht Jahren Bauzeit gehen in der Hauptstraße vermutlich ein paar Lichter aus“, sagte er mit Blick auf den bevorstehenden Tunnelbau in Starnberg. Einem Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in München erteilte er eine klare Absage. „Viele von uns brauchen die Stadt.“ Schließlich forderte er den verstärkten Bau von bezahlbaren Wohnungen. „Es kann so nicht weitergehen“, mahnte Lidl. Für Lehrlinge und junge Gesellen sei das Fünfseenland längst unbezahlbar.

Unbezahlbar ist auch Anton Lidl – für die Kreishandwerkerschaft. „Er hält das ganze Handwerk im Landkreis zusammen“, sagte der Obermeister der Bäckerinnung, Wilhelm Boneberger – und ernannte Lidl kurzerhand zum Ehrenobermeister. Für seine Frau Maria gab’s zudem einen dicken Blumenstrauß und eine Ehrung von Lidls Stellvertreter Stefan Fersch. „Sie ist eine Meisterfrau und die Managerin einer großen Familie.“

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