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Sie brachte mir ihrer Beschwerde im Frühjahr den Stein ins Rollen: Anwohnerin Evi Liebl vor dem Teerhaufen im Hirtwiesweg. Allerdings hat die Stadt seitdem nichts unternehmen.

Straßenaushub

Hanfelder Teer soll endgültig zum Bauhof - Baustopp offenbar kein Thema mehr

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Der Starnberger Stadtrat bekräftigt seinen Beschluss vom Juli. Ein Baustopp, der die Stadt bis zu 250.000 Euro kosten könnte, ist offenbar vom Tisch

Hanfeld – Der Teeraushub in Hanfeld und kein Ende: Erneut hat sich der Stadtrat am Montagabend mit dem Thema beschäftigt. Und erneut steht fest: Der Aushub soll künftig nicht mehr am Hirtwiesweg, sondern im Betriebshof zwischengelagert werden. Dafür sprach sich das Gremium bei nur einer Gegenstimme (Dr. Franz Sengl/Grüne) aus.

Aufgeschreckt waren Stadtrat und Verwaltung durch ein Schreiben des Geschäftsleiters des Abwasserverbandes Starnberger See, Norbert Impelmann. Darin hatte er Bürgermeisterin Eva John Kosten von etwa 200 000 Euro genannt, die im Falle einer Baustellenunterbrechung anfallen würden – dieser Stopp drohe bereits Ende des Monats, sollte kein Lagerplatz für den Aushub zur Verfügung stehen (wir berichteten). Gleichzeitig bot Impelmann eine Lagerfläche auf dem Klärwerkgelände an – für eine dort erforderliche Asphaltierung sind 30 000 Euro nötig. Sämtliche Kosten hätte die Stadt zu tragen – ebenso höhere Ausgaben für längere Transportwege. Das steht für Impelmann außer Frage, der den Hirtwiesweg für „die wirtschaftlichste Lösung“ hält. Der Stadtrat hatte aber bereits im Juli beschlossen, dass er den Straßenaushub dort nicht länger lagern will, um die Anlieger vor Geruchsbelästigung zu schützen.

Der Verband beantragte folglich keine Verlängerung der Genehmigung für die Lagerung am Hirtwiesweg. Und die Stadt unternahm nichts, um für den überdachten Lagerplatz am Betriebshof eine wasserrechtliche Genehmigung einzuholen. „Das hätte man längst tun können“, sagte Sengl. Auch Franz Heidinger (BLS) warf Eva John vor, den Beschluss vom Juli ignoriert zu haben. „Es ist nicht so gelaufen, wie wir es vorgesehen hatten“, sagte Ludwig Jägerhuber (CSU). „Ich habe den Abwasserverband informiert“, entgegnete John. „Er war und bleibt Antragsteller.“

Nun ging es darum, „die Kuh vom Eis zu kriegen“, wie es Jägerhuber ausdrückte. Der auf Vorschlag von Stefan Frey (CSU) gefasste Beschluss sieht im Wesentlichen vor, umgehend Genehmigungen für den Hirtwiesweg und für den Betriebshof zu beantragen. Letztere soll bis 30. November vorliegen, hoffen die Stadträte. Geht dieser Plan auf, wäre der Hirtwiesweg maximal noch fünf Wochen Lagerfläche. Am Betriebshof muss darüber hinaus geprüft werden, ob der Lagerplatz groß genug ist, sowohl den Straßenaushub aus Hanfeld als auch den Straßenkehricht aus der ganzen Stadt aufzunehmen. Wenn nicht, soll der Kehricht am Klärwerk zwischengelagert werden. Asphaltierungskosten dort will die Stadt aber nicht tragen, falls der Verband die Fläche auch anderweitig nutzt.

Abwasserverbandschef Impelmann rechnet nun damit, die Genehmigung für die Zwischenlagerung am Hirtwiesweg innerhalb weniger Tage vom Landratsamt zu bekommen. Ein Baustopp ist damit vom Tisch. John kündigte am Dienstag an, für den Betriebshof und das Klärwerk Genehmigungen einholen zu wollen.

Verstimmt war der Stadtrat übrigens, dass kein Vertreter der Stadt an der jüngsten Verbandssitzung des Abwasserverbandes teilgenommen hat, in der es um das Thema ging. John war nicht dabei, ihre Stellvertreter Dr. Klaus Rieskamp und Iris Ziebart waren nicht informiert.  ps

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