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Höhepunkt zum Abschluss: Preis für Sandra Hüller

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Von: Peter Schiebel

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Oscar-nominiert: „Toni Erdmann“ mit Sandra Hüller und Peter Simonischek in den Hauptrollen, der das Festival beendete.
Oscar-nominiert: „Toni Erdmann“ mit Sandra Hüller und Peter Simonischek in den Hauptrollen, der das Festival beendete. © Handout/Komplizen Film/NFP marketing & distribution/dpa

Mit der Verleihung des Hannelore-Elsner-Preises an Schauspielerin Sandra Hüller ist das 16. Fünf-Seen-Filmfestival am Sonntagabend im Starnberger Seebad zu Ende gegangen. Die 44-Jährige steht damit in einer Reihe mit Barbara Auer, Nina Hoss und Birgit Minichmayr.

Starnberg – Es war ein ungewöhnlicher Termin für diesen wichtigen Preis: In den Vorjahren immer am ersten Festival-Samstag im Programm, setzte die Verleihung des Hannelore-Elsner-Preises diesmal am Sonntagabend den Schlusspunkt unter das 16. Fünf-Seen-Filmfestival (FSFF). Wahrscheinlich lag es daran, dass nach zwölf Festivaltagen und 130 Filmen die Zuschauerreihen im Seebad in Starnberg deutlich dünner besetzt waren als sonst. Dem Glanz des Preises, der Freude der Preisträgerin und der Würde des Abends tat das aber keinen Abbruch, als Hüller, Festivalleiter Matthias Helwig und Regisseurin Annika Pinske ziemlich genau um 20 Uhr mit dem Boot am blauen Teppich anlegten.

Mit Sandra Hüller hatte Helwig eine der am höchsten dekorierten Film- und Theaterschauspielerinnen in Deutschland für den mit 5000 Euro dotierten Preis ausgewählt. Dieser erinnert an die 2019 verstorbene Hannelore Elsner. Und damit wolle er „großartige Schauspielerinnen“ ehren, betonte Helwig. Vor Sandra Hüller hatten Barbara Auer, Nina Hoss und Birgit Minichmayr den Preis bekommen.

Die Laudatio auf die 44-Jährige hielt Annika Pinske: „Ines Conradi in ,Toni Erdmann‘, Charlotte in ,Brownian Movement‘, Rita in ,Madonnen‘, auch dein Hamlet und deine Penthesilea auf der Theaterbühne: Sie alle tragen ein radikales Geheimnis in sich und sind doch ganz nahbar und zwingen einen geradezu, in Beziehung mit ihnen zu treten. Der Grund ist allein dein aufrichtiges Spiel, ohne Effekthascherei, ohne dass du deinem Publikum etwas vormachst“, sagte sie und gewährte den Zuschauern sogar einen kleinen Blick auf Hüllers früheren Balkon. Denn dort hätten einmal die vielen Preise gestanden, die die Schauspielerin bekommen habe. Hüller habe in ihrer Karriere nie versucht, einem vorgefertigten Bild zu entsprechen, sondern sei sich immer treu geblieben, auch wenn das einmal unbequem gewesen sei. „Das sollte allen Frauen Mut machen“, sagte Pinske.

Schauspielerin „wahnsinnig stolz“

Die Ausgezeichnete – ganz in elegantem Schwarz gekleidet – dankte für den herzlichen Empfang und die lieben Worte. „Ich bin gerade ein bisschen überwältigt“, sagte sie auf der Bühne. Zwar habe sie Hannelore Elsner selbst nur einmal kurz getroffen, dieser Moment aber habe genügt: „Es war ganz spürbar, dass diese Frau kompromisslos ihren Weg geht.“ Auch deswegen mache sie die Auszeichnung „wahnsinnig stolz“, mit der sie nun in einer Reihe mit Auer, Hoss und Minichmayr stehen dürfe.

Die Frage nach dem Glück, die Moderatorin Katja Engelhardt gestellt hatte, beantwortete Hüller so: „Wenn ich beim Spielen nicht mehr nachdenken muss.“ Welchen Wunsch sie an die Filmbranche hat? „Dass wieder lokaler und nachhaltiger gedreht wird.“ Und dass das Publikum wieder öfter in die Kinos kommt und „unvoreingenommen“ Filme schaut.

Die Trophäe überreichte diesmal Michael Wehnelt, der Präsident des Rotary Clubs Starnberg, der die Gelegenheit nutzte, seine Verbundenheit mit dem Festival auszudrücken. „Das ist ein Geschenk an die Menschen und die Region, das wir gerne unterstützen“, sagte er. Um eine Verbundenheit ganz anderer Art ging es in dem anschließenden Film „Toni Erdmann“, in dem Sandra Hüller neben Peter Simonischek brilliert. Mit der für den Oscar 2017 nominierten Tragikomödie ging das Fünf-Seen-Filmfestival 2022 hochwertig zu Ende.

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