Starnberger mit Sinn fürs Museum: Markus und Birgit Hossinger haben am Buch „Schätze schauen“ mitgewirkt, das Leiter Benjamin Tillig (r.) zusammengestellt hat.  Foto: val
+
Starnberger mit Sinn fürs Museum: Markus und Birgit Hossinger haben am Buch „Schätze schauen“ mitgewirkt, das Leiter Benjamin Tillig (r.) zusammengestellt hat.

Im Buch „Schätze schauen“ zeigen Starnberger besondere Stücke aus dem Museum

„Ich fand sie einfach nur schön“

Da werden die Starnberger selbst zu Models: In dem neuen Buch „Schätze schauen“ des Museums Starnberger See dürfen erstmals Landkreisbürger Stücke der aktuellen Ausstellung präsentieren.

Starnberg – Museumsleiter Benjamin Tillig schreibt außerdem über Geschichte und Bedeutung des Starnberger Heimatmuseums, das dieses Jahr seinen 106. Geburtstag feiert. Ab Dienstag ist das Buch erhältlich.

Seit März läuft die Ausstellung „Schätze schauen“ im Museum. Sie zeigt knapp 100 Ausstellungsstücke aus der Sammlung. „Das Museum Starnberger See verfügt über ein unterirdisches Depot“, erklärte Museumsdirektor Benjamin Tillig (39). „In diesem labyrinthischen Komplex ist bewahrt, was jeweils gerade nicht ausgestellt werden kann.“ Um auch Ausstellungsstücke, die bisher noch nie präsentiert wurden, aus den Tiefen des Kellers zu holen, konstruierte Tillig mit seinem Ausstellungsmacherteam die Ausstellung. „Hier dürfen die Dinge einfach nur einmal für sich stehen“, so Tillig. „Denn das Thema der Ausstellung ist das Museum selbst.“

So zeigt die Ausstellung neben Gemälden und Figuren auch alte Instrumente, Haushaltsgegenstände aus vergangenen Jahrhunderten oder Kleidungsstücke. Unter den Stücken befinden sich beispielsweise Steingutflaschen aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurden damals mit Wassermarke und Abfüllort gestempelt und als Einwegflaschen ausgegeben. Eines der ältesten Stücke ist ein Faltglobus aus dem Jahr 1831, das älteste datierte Stück ist ein bemaltes Holz aus dem Jahr 1704. Informationstafeln an den Wänden informieren über die Ausstellung und das Museum selbst, im sogenannten Besuchermuseum dürfen die Besucher selbst kreativ werden und auf Papieren ihre eigenen Vorstellungen eines Museums festhalten.

Für alle, die noch mehr über die aktuelle Ausstellung erfahren möchten, ist das Begleitbuch „Schätze schauen“ das Richtige. In diesem Buch stellen auf 125 Seiten Menschen aus Starnberg und Umgebung die verschiedenen Ausstellungsstücke vor. „Wir wollten auf jeden Fall alle Dinge, die ausgestellt sind, zeigen“, sagte Tillig, „aber das schien uns ziemlich langweilig.“ Deshalb startete er einen offenen Aufruf, wer Lust auf ein Fotoshooting mit jeweils einem Ausstellungsstück hätte. Eine dieser freiwilligen Models ist Birgit Hossinger (42) aus Söcking. Sie erfuhr über ihre Arbeit als Kindergärtnerin von der Aktion. „Wir durften uns ein Ausstellungsstück für das Foto aussuchen“, sagte sie. Außerdem trugen sie weiße Handschuhe, um die Stücke nicht zu beschädigen. „Ich habe auf meinem Foto eine schwere Kaminsimsuhr in der Hand“, sagte Hossinger. „Ich fand sie einfach nur schön.“ Auch ihr Mann Markus Hossinger (44) bekam eine eigene Buchseite. Ihn zog es zu einer alten Zither. „Es ist schön, das Buch jetzt in der Hand zu halten“, sagte er. „Wir freuen uns, dass wir da mitgewirkt haben.“

Im Frühling waren die Fotos entstanden. Danach schrieb Tillig mit seinen Mitarbeitern die Texte und gestaltete mit Hilfe eines Gestalters das Cover. „Die goldene Farbe lässt das Buch selbst wie einen Schatz wirken“, erklärte er. „Die wellenförmigen Linien erinnern an den See.“ Der Kulturverlag Starnberg druckte 750 Exemplare, die ab Dienstag erhältlich sind. „Sie sind für 22,50 Euro bei uns im Museum oder beim Starnberger Kulturverlag erhältlich“, sagte Tillig. Er selbst ist sehr zufrieden mit der Ausstellung und dem Begleitbuch. „Es ist eine sehr gelungene und wichtige Ausstellung geworden.“

Vanessa Lange

Auch interessant

Kommentare