Auf Freundlichkeit kommt es auch Thomas Volz an: Der neue Leiter des Gymnasiums hat heute seinen ersten Schultag in Starnberg. In seiner Freizeit läuft der 56-Jährige oft, er geht gerne in die Berge und „liebt Theater und Literatur“. F.: aj
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Auf Freundlichkeit kommt es auch Thomas Volz an: Der neue Leiter des Gymnasiums hat heute seinen ersten Schultag in Starnberg. In seiner Freizeit läuft der 56-Jährige oft, er geht gerne in die Berge und „liebt Theater und Literatur“.

„Ich freue mich unwahrscheinlich“

Neuer Schulleiter des Gymnasiums Starnberg

  • Peter Schiebel
    VonPeter Schiebel
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Thomas Volz ist der neue Leiter des Gymnasiums Starnberg. Am heutigen Dienstag hat der 56-Jährige seinen ersten Schultag in neuer Funktion. Die Vorfreude ist riesig, eine Wohnung in Starnberg hat er bereits in Aussicht.

Starnberg – Selbst nach rund 30 Jahren im Schuldienst kann es vor einem ersten Schultag noch kribbeln. Thomas Volz verspürt dieses Gefühl der Vorfreude gerade sehr deutlich. „Ich freue mich unwahrscheinlich darauf“, sagt der 56-Jährige, wenn er an den heutigen Dienstag denkt, an seinen ersten Schultag in Starnberg. Volz erwartet am Gymnasium „alle Lehrer in Präsenz“, und auch volle Klassen sind angekündigt. Was für ein Auftakt nach anderthalb Jahren Pandemie – und was für ein Auftakt für Thomas Volz, der am 1. August die Leitung des Gymnasiums von seinem Vorgänger Josef Parsch übernommen hat, der nach 19 Jahren in Ruhestand gegangen ist. „Ich bin schon lange nicht mehr so positiv gestimmt gewesen“, sagt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Sechs Wochen Einarbeitungszeit liegen hinter Volz, der die Übergabe durch Parsch in höchsten Tönen lobt. „Das war sehr professionell. Es blieben keine Wünsche offen“, sagt er und macht gleich weiter mit dem Lob: „Ich habe ein Umfeld vorgefunden, in dem man sich nicht wirklich fremd fühlen kann.“

Dennoch ist Starnberg für Thomas Volz Neuland. Geboren und aufgewachsen in der Nähe von Würzburg, studierte er dort Englisch und Deutsch auf Lehramt. Spätestens ein Austauschsemester in New York weckte bei ihm die Lust auf neue Herausforderungen. Nachdem er am Valentin-Heider-Gymnasium in Lindau als Lehrer angefangen hatte, zog es ihn 1999 erstmals beruflich ins Ausland. Volz ging mit seiner Ehefrau und den drei Kindern für vier Jahre an die Deutsche Schule in Istanbul. 2009 folgte ein dreijähriger Aufenthalt an einer Deutschen Schule der Bundeswehr in den USA. Dazu kommen Stationen am Klenze-Gymnasium in München-Sendling, als Personalberater bei Siemens im Rahmen des Projekts „Lehrer in der Wirtschaft“, bei der Dienststelle der Ministerialbeauftragten für Gymnasien und zuletzt als stellvertretender Leiter des Rupprecht-Gymnasiums in München-Neuhausen.

Überall hat Volz seine Erfahrungen gemacht, die ihm im täglichen Umgang mit Kollegen und Schülern zugute kommen können – im Ausland die jeweiligen Kulturen und die Auffrischung der Sprachkenntnisse, in der Ministerialbürokratie die Detailarbeit und formalen Grundlagen, bei Siemens die Erkenntnis, „wie wichtig es ist, dass man im Leben nicht stehen bleibt, sondern mit Offenheit an Herausforderungen geht und die Bereitschaft zeigt, sich zu verändern“. Das gelte auch bei Schülern, die vielleicht mit Mathe auf Kriegsfuß stehen oder überzeugt sind, nicht malen zu können.

Als er die Stellenausschreibung für Starnberg gelesen hatte, war Thomas Volz schnell klar, dass er sich bewerben wollte. Seit 2012 kenne er das Gymnasium, sagt er und beginnt zu schwärmen: Ein bildungsaffines Umfeld, eine unterstützende Elternschaft, ein digitale Ausstattung „vom Feinsten“, ein engagiertes Kollegium und gut angelegte Strukturen zählt er auf. „Ich bin sehr froh, dass ich den Zuschlag bekommen habe.“ So froh, dass er zwar weiter im Münchner Südosten wohnen bleibt, von Oktober an aber auch „eine kleine Wohnung“ in Starnberg für sich und seine Frau hat. Die Söhne (21, 23, 25 Jahre alt) sind mittlerweile außer Haus.

Jetzt komme es darauf an, den Schulalltag zu konsolidieren und die durch Corona verursachten Schäden zu bewältigen, sagt er. Dabei sieht Volz in erster Linie nicht die Lernlücken – „die sind in der Regel gut zu füllen“, sagt er. Wichtiger sei es, die Selbstorganisation der Schüler in einem geregelten Alltag wieder hinzukriegen. Mit Blick auf seine knapp 70 Kolleginnen und Kollegen ist er zuversichtlich, die Aufgaben zu meistern. Bei der Lehrerkonferenz gestern in der Turnhalle habe er viel „Aufbruchstimmung und Gemeinsamkeit aufgenommen.“

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