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Ein Prosit auf die Wirtschaft im Landkreis (v.l.): Starnbergs IHK-Vize Ingo Schwarz, Gastredner Dr. Daniele Ganser, IHK-Vorsitzender Martin Eickelschulte und der oberste Wirtschaftsförderer im Landkreis, Christoph Winkelkötter. 

IHK-Jahresempfang

Das Klassentreffen der Wirtschaftsbosse

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Etwa 250 Vertreter von Wirtschaft und Politik haben sich am Dienstagabend in der Schlossberghalle zum IHK-Jahresempfang getroffen. Dabei gab es – erneut – einen flammenden Appell für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Starnberg – Wenn Starnbergs IHK-Statthalter Martin Eickelschulte zum Jahresempfang des IHK-Regionalausschusses einlädt und 250 Gäste aus Wirtschaft und Politik kommen, dann hat das etwas von einem Klassentreffen. Allenthalben gab es am Dienstagabend in der Schlossberghalle Gespräche und Gelächter, Diskussionen und Debatten. Erstmals dabei war Marlene Greinwald als neue Tutzinger Bürgermeisterin, die den Abend an der Seite von Ehemann Martin sichtlich genoss.

In seiner Begrüßung gab sich Eickelschulte diesmal zurückhaltend. Hatte er im vergangenen Jahr noch ein flammendes Plädoyer für den Bau des B2-Tunnels gehalten und die Gäste sogar darüber abstimmen lassen, beließ er es diesmal bei einem Hinweis auf zwei Schwerpunkte der IHK-Arbeit: die Schaffung und den Ausbau einer familienfreundlichen Arbeitswelt – und die Stärkung der Aus- und Weiterbildung „für alle im Landkreis, auch für die hier lebenden Flüchtlinge“. Noch in der ersten Jahreshälfte wolle er mit der Kreishandwerkerschaft und mit allen weiterführenden Schulen sprechen: „Was erwarten wir uns von einem fertigen Schüler?“

Es war an Michael Padberg, dem Vorsitzenden des Unternehmerverbandes Starnberg (UWS), den Finger in die Wunde zu legen – den immer knapper und dadurch teurer werdenden Wohnraum. Der IT-Unternehmer aus Etterschlag schilderte die Odyssee eines neuen Mitarbeiters, der aus Berlin zu ihm gewechselt sei: „Er hat ein Dreivierteljahr lang eine Wohnung gesucht. Es war zum Teil entwürdigend, was er erlebt hat.“ Das Problem werde immer drängender: „Wir verlieren Mitarbeiter in den wohlverdienten Ruhestand“, sagte Padberg. Neue Kräfte aber würden kaum noch eine Wohnung finden, wie das Beispiel zeige. „Wir müssen mehr tun“, sagte er auch mit Blick auf die anwesenden Kreis-, Stadt- und Gemeinderäte. Gelinge es, könnten die Unternehmer positiv in die Zukunft schauen – „wenn nicht, haben wir in ein paar Jahren ein großes Problem“.

Als Gastredner hatte Eickelschulte diesmal den Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser eingeladen. Der Leiter des Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER) hielt einen kurzweiligen Vortrag über den „globalen Kampf um Erdöl und Erdgas“ – gespickt mit Zahlen, Fakten, Anekdoten und sogar einer möglichen Verschwörungstheorie zum 11. September. „Das war der mit Abstand längste Applaus, den wir je hatten“, sagte Eickelschulte nach Gansers Auftritt. Applaus gab’s auch für die Big-Band-Stars der Musikschule Starnberg unter Leitung von Stefan Komarek, die den Abend mit fettem Sound begleiteten.

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