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Amnestie

Illegale Waffen straffrei abgeben

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Eine Änderung des Waffengesetzes und die damit verbundene Amnestie macht es nun möglich, noch bis 1. Juli 2018 beim Landratsamt in Starnberg oder bei der Polizei straffrei Waffen und Munition abzugeben, für die man keine Genehmigung hat.

Landkreis – Die Amnestie betrifft nur illegale Waffen und Munition, für die der Besitzer keine Genehmigung vorweisen kann. Bislang habe noch niemand im Landkreis Starnberg von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, sagt der stellvertretende Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Ralf Purkart, im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Das sei bei den letzten Amnestien in den Jahren 2003 und 2009 anders gewesen. Purkart rechnet damit, dass auch heuer noch so mancher Dachbodenfund – immer wieder tauchen noch Offizierspistolen aus dem 2. Weltkrieg auf – seinen Weg ins Landratsamt findet.

Erben brauchen keine Amnestie

Die Amnestie brauche nicht, wer über eine Erbschaft an eine Waffe kommt, für die er keine Genehmigung hat. Dann reicht ein Anruf im Landratsamt Tel.: (0 81 51) 14 84 43. Die Verantwortlichen können dann eine Transportgenehmigung ausstellen, damit man die Waffe im Amt vorbeibringen kann.

Dennoch sei die Amnestie sinnvoll, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Markus Reichart. Im Landkreis Starnberg seien zum Stichtag 31. Juli insgesamt 11 120 legale Waffen von Jägern, Sportschützen und Waffensammlern registriert gewesen. Die insgesamt 2234 Waffenbesitzer hätten 3867 Kurz- und 7523 Langwaffen in ihren Waffenschränken, so Reichart. „Wenn man sich nun aber vor Augen führt, dass die Dunkelziffer besagt, dass auf jede legale im Schnitt drei bis vier illegale Waffen in Deutschland kommen, sieht man, dass so eine Amnestie wichtig ist, um Waffen aus dem Verkehr zu ziehen“, sagt Reichart. Denn die Statistik zeige auch „dass von 40 Verbrechen, bei denen Schusswaffen zum Einsatz kamen, 39 mit illegalen Waffen begangen wurden.“

Waffen werden im LKA vernichtet

Deswegen werden alle Waffen, die im Rahmen der Amnestie beim Landkreis abgegeben werden, auch von der Polizei daraufhin untersucht, ob sie eventuell bei Verbrechen im Einsatz waren. Zwischen 50 und 100 Waffen werden im Normalfall pro Jahr ohne Amnestie beim Landratsamt in Starnberg abgegeben.

Diese Waffen gehen anschließend an das Landeskriminalamt in München. Dort wird entschieden, ob die Waffen zerlegt und zu Bahnschienen oder ähnlichem verarbeitet werden. Einige wertvolle Sammlerstücke werden aber auch an Museen gegeben oder – dann wieder ganz legal – an einen Erwerbsberechtigten verkauft.

Immer mehr Probleme durch so genannte Softair-Waffen

Derzeit sind aber weniger die scharfen Waffen, die zu Hauf im Landratsamt landen, sondern vor allem die sogenannten Softair-Waffen. Die kann man ohne großen oder kleinen Waffenschein ganz einfach im Internet kaufen, wenn man älter als 18 Jahre ist. Was viele Kinder und Jugendliche allerdings nicht von abhält, mit den Knarren, die echten Waffen zum Verwechseln ähnlich sehen, in der Öffentlichkeit herumzuwedeln. Von zahlreichen derartigen Fällen hat die Polizei erst in den vergangenen Wochen berichtet. Da war der Jugendliche, der andere jungen Menschen, mit denen er Streit hatte, mit der Attrappe eines Sturmgewehrs bedrohte. Oder die drei Elfjährigen, die mit ihren Softairwaffen durch Feldafing marschierten und für einen Polizeieinsatz sorgten. „Die bekamen von den Beamten dann eine Gefährderansprache, die Waffen wurden eingezogen und zu uns gebracht. Die Eltern haben uns mitgeteilt, dass sie die Waffen nicht mehr haben wollen. Daher werden auch diese nun vernichtet“, so Reichart.

Auch Schreckschusswaffen würden immer wieder eingezogen und vernichtet – etwa wenn andere damit bedroht wurden. Dazu kommen all die Totschläger, Teleskopschlagstöcke und Einhandmesser, die die Polizei im Rahmen ihrer Kontrollen sicherstellt und die ebenfalls vernichtet werden müssen. Viel zu tun also für die Mitarbeiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Ordnung beim Landratsamt.

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