Kisten statt Yoga: Nicole Gilg-Geymayer (l.) und Stefanie Pietsch haben warme Bekleidung für Flüchtlinge auf Lesbos gesammelt.
+
Kisten statt Yoga: Nicole Gilg-Geymayer (l.) und Stefanie Pietsch haben warme Bekleidung für Flüchtlinge auf Lesbos gesammelt.

Für Flüchtlinge

In der Krise Gutes schaffen: Geschlossenes Yogastudio sammelt 100 Kartons Kleidung

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
    schließen

Ihr Yogastudio in Starnberg darf nicht öffnen. Daher hat das Team vom Goldenen Haus spenden gesammelt - aber nicht für sich.

Starnberg – Was tun, wenn man wegen des Teil-Lockdowns nicht mehr öffnen kann? Statt die Hände in den Schoß zu legen, hat das Team des Yogastudios im Goldenen Haus sich entschieden, seine Räume für einen guten Zweck zu nutzen und seine Aktion „Winterhilfe Starnberg“ gestartet.

Da der Online-Unterricht, mit dem das Studio versucht, sich über Wasser zu halten, nicht viel Platz braucht, wurde das Goldene Haus kurzerhand zur Sammelstelle für eine Spendensammlung. Etwa 100 Kisten mit Kleidung kamen bis Mittwoch – dem letzten Tag, an dem man spenden konnte – zusammen, gesucht wurde vor allem Bekleidung für Männer und Kinder.

Kleidung für Flüchtlinge auf Lesbos

Die Klamotten sind für die Bewohner des Behelfslagers auf Lesbos, das nach dem Brand im September im Flüchtlingslager Moria errichtet wurde. „Viele von denen hatten ja nur das, was sie am Leib trugen“, sagt Nicole Gilg-Geymayer, Inhaberin des Yoga-Studios Goldenes Haus. Den Menschen, die dort gestrandet sind, fehlt es am Nötigsten, der Winter kann auch auf den griechischen Inseln kalt werden.

Neben Bekleidung brachten manche auch Geldspenden. Die hat Gilg-Geymayer genutzt, um Unterwäsche für die Bedürftigen zuzukaufen, das stand auf der Liste an benötigten Sachen der Hilfsorganisation, für die das Studio gesammelt hat. Es ist der in Regensburg ansässige gemeinnützige Verein Space-Eye. Dorthin bringt Gilg-Geymayer am Freitag die Spenden, den Transporter dafür mietet sie auf eigene Kosten.

Zusammenwachsen in der Krise

Die Corona-Krise und die Spendenaktion hätten nicht nur das Team des Yogastudios enger zusammengeschweißt, erzählt Inhaberin Gilg-Geymayer. Auch ihre Vermieterin habe sich in Sachen Platzkapazitäten beteiligt. Weil eine Wohnung im Goldenen Haus frei wurde, durften Gilg-Geymayer und ihr Team sie für die Kisten mit Sachspenden nutzen. Die Kartons selbst waren übrigens auch eine Spende, sie kam vom Starnberger Speditionsunternehmen Summer.

Yogini Gilg-Geymayer möchte „in der Krise noch etwas Gutes schaffen“. Das Engagement für die Flüchtlinge lenke die Perspektive weg von der eigenen Situation. Auch Gilg-Geymayer weiß nicht, ob ihr Studio die Krise übersteht. Der Blick Richtung Lesbos zeige jedoch, dass es anderen noch weit schlechter gehe. Die Spendenaktion – gelebtes Karma Yoga.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare