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Blick von oben: Die Grünbrücke, die aus Autofahrer-Sicht ein Tunnel ist, ist fast fertig und liegt noch offen in der Baugrube.

Westumfahrung

In drei Wochen beginnt der Straßenbau

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Ein Mega-Projekt ist sie, die Starnberger Westumfahrung. In 14 Monaten sollen Autos auf ihr fahren - oder etwas später.

Starnberg – Der Westumfahrung steht ein Meilenstein bevor: In wenigen Tagen beginnt der Straßenbau an der 3,51 Kilometer langen Straße, auf die die Stadt als Bauherrin und viele ihrer Bewohner große Hoffnungen für eine Entlastung vom Verkehr setzen. Die Großbaustelle läuft problemlos, die Arbeiten liegen im Zeitplan. Der Starnberger Merkur war mit Vertretern des Staatlichen Bauamts auf Ortstermin.

In der ersten Phase wurden die Bauwerke errichtet – Brücken und Durchlässe, die so genannte Grünbrücke als größtes Einzelvorhaben. Einige sind bereits fertig, die übrigen sind es bis Herbst. Die einzelnen Bauwerke und Bauabschnitte der Westumfahrung:

Bauwerk 1

Eine Überführung für einen öffentlichen Feld- und Radweg über die neue Staatsstraße 2069 zwischen Hadorf und Mamhofen nordwestlich von Hadorf ist fertig.

Bauwerk 2

Die Brücke für die derzeit voll gesperrte Verbindungsstraße zwischen Hadorf und Söcking ist weit fortgeschritten. Auf den ersten Blick sieht man sie gar nicht, denn das Niveau der Straße bleibt – die Westumfahrung führt darunter hindurch. Die Eckdaten: 17 Meter lichte Weite, 4,7 Meter Durchfahrtshöhe, 0,5 Millionen Euro Kosten. Für den Bau sind nur wenige Arbeiter nötig. Die Brücke wirkt leicht – die Platte für die Fahrbahn ist eher dünn verglichen mit anderen. Den Grund erklärt Christian Probst, beim Staatlichen Bauamt für den Landkreis zuständig: In der Brücke sind Stahlseile verbaut, die am Ende straff angezogen werden – das verhindere später Risse im Bauwerk. Die Brücke soll bis Ende der Sommerferien fertig gestellt sein, dann wird die Straße wieder freigegeben.

Im Bau: Das Bauwerk 2, die Brücke für die Straße Söcking.-Hadorf, soll bis Ende der Sommerferien fertig sein.


Bauwerk 3

Im Vergleich zu Bauwerk 2 wirkt diese bereits fertiggestellte Brücke geradezu monolithisch – sie besteht zum größten Teil aus massivem Beton und einer fünf Meter breiten und vier Meter hohen Durchfahrt. Die Bauweise, erklärt Probst, spart Kosten, denn es sind keine Widerlager oder ähnliches verbaut – die Wartung ist einfach.

Bauwerk 3: eine fertige Unterführung für einen Feld- und Waldweg.

Bauwerk 4

Die südlichste Brücke ist gerade im Bau, und sie ist eine der wenigen Baustellen der Westumfahrung, von denen der Starnberger bisher etwas mehr mitbekommt. Südlich der Straße Söcking-Perchting wird eine Überführung der neuen Straße über den bestehenden Radweg gebaut. Auch sie soll bis Herbst fertiggestellt sein.

Bauwerk 5

Der eigentliche Star an der Strecke: die Grünbrücke. Der Name ist etwas verwirrend, denn faktisch ist es ein Tunnel von 79 Metern Länge. Offiziell ein Tunnel wäre die gigantische Röhre aber erst ab 80 Meter – ein bautechnischer Kniff. Die Grünbrücke wurde aus Umweltschutzgründen nachträglich eingeplant, deswegen hat sie die Nummer 5. Und was für ein Bauwerk es ist: 2000 Tonnen Beton, 500 Tonnen Stahl, eine Röhre mit einer Höhe von mehr als sieben Metern und einer Breite von zehn. In acht Segmenten betonierten die Arbeiter der Firma Hubert Schmid mit einem selbst konstruierten, 25 Tonnen schweren Holzgerüst die Röhre, die einem in etwa ein Gefühl gibt, wie der B 2-Tunnel aussehen wird. Der wird aber gebohrt, die Grünbrücke wird in einer offenen Bauweise erstellt. Das heißt: Der Hang wurde dutzende Meter abgegraben, abgestützt, dann wurde die Röhre betoniert – eine eher selten eingesetzte Bauweise. Seit dieser Woche ist sie fertig, nun werden noch die beiden Portale angebaut. Ende Juli soll mit der Verfüllung begonnen werden – und das ist keine kleine Sache: Über der Röhre wird bis zu 18 Meter hoch Erde aufgeschüttet, modelliert und dann bepflanzt. „Damit es wie vorher ausschaut“, sagt Probst. Rainer Pittrich, bei dem die Planungen für die Westumfahrung in der Weilheimer Behörde zusammenlaufen, erläutert das Konzept: Die Grünbrücke und deren Umgebung werden so bepflanzt, dass ein Trichter entsteht, der das Wild zur Brücke lotst. Für Menschen gibt es keine Chance, auf die Brücke zu kommen. Damit erfüllt die Röhre bei Hadorf dieselbe Aufgabe wie der Tunnel bei Pöcking, der allerdings fast doppelt so lang ist. Der ist eckig, die Grünbrücke ist rund. Warum? Da auf der Röhre ein extremes Gewicht liegt – eben bis zu 18 Meter Erdreich – nutzen die Planer die Vorteile eines Gewölbes, das viel mehr aushält als ein flaches Dach.

Blick in die Röhre: Die Grünbrücke ist faktisch ein kurzer Tunnel, der ähnlich wie der B 2-Tunnel dimensioniert ist. Bis Ende Juli ist er fertig, darauf wird dann ein Hügel aufgeschüttet.

Durchlässe

Entlang der Trasse gibt es neben den Brücken weitere Durchlässe, aber nicht für Menschen. Amphibien können an 15 Stellen passieren, für sie werden jeweils ein Meter breite und 70 Zentimeter hohe Röhren eingebaut. Daneben sind drei Durchlässe für Wildtiere eingeplant, durch die selbst kapitale Hirsche passen: 2,2 Meter hoch, fünf Meter breit, ausgeführt als Wellblechröhre. „Man könnte durchfahren, aber da kommt keiner hin“, sagen die Planer.

Kreisverkehr

Die Westumfahrung beginnt im Süden an der Staatsstraße 2563 vom Maxhof kommend auf Höhe der Straßenmeisterei – und sie wird verlegt. Die heutige Kurve zur Straße Söcking-Perchting wird abgerissen, die Straße führt gerade durch den Wald auf einen Kreisverkehr zu. Der wird sich auf dem Niveau der heutigen Straße befinden und Ende Juni begonnen. Die Eckdaten: 40 Meter Durchmesser, eine Spur, vier Einfahrten – eine Kopie des Kreisels an der Waldkreuzung. Wer von Söcking nach Perchting will, muss ab Ende Oktober über den Kreisverkehr, die alte Staatsstraße südlich davon wird weggerissen. Der Radweg bleibt. Um die Anschlüsse zu bauen, wird die Straße ab 9. Oktober für drei Wochen voll gesperrt.

Straßenbau

Klicken Sie bitte auf die Markierung oben rechts, um die gesamte Karte zu sehen.

Sieben Meter wird die Westumfahrung breit, die Straße wird nach Fertigstellung alle Brücken im Herbst dieses Jahres in einem Rutsch durchgebaut. Das ermöglicht der Schongauer Firma Strommer, die bereits an den Umgehungen von Weßling und Unter-/Oberbrunn mitgebaut hat, den Einsatz von großen Maschinen und verhindert Verkehr außerhalb der Baustelle. Das ist auch gut so, denn: Für die Westumfahrung werden insgesamt 200 000 Kubikmeter Erde bewegt – das entspricht 13 500 Sattelzügen. Oder anders: Das ist genug, um den Kirchplatz 70 Meter hoch aufzuschütten. „Wir werden nichts abtransportieren“, erklärt Probst. Alles wird auf der Baustelle wiederverwendet, vor allem für die 12,6 Hektar Ausgleichsflächen. Diese werden entlang der gesamten Strecke angelegt; etwa dort, wo heute das Baubüro steht. Ein renommiertes Fachbüro aus Freising bestimmt, wo was wie angelegt werden muss. Die Westumfahrung wird über weite Strecken in der Landschaft verschwinden, sie wird tiefergelegt; nur an einigen Stellen verläuft sie auf Dämmen. Grund: Die Straße soll keine großen Steigungen haben schon gar keine Kuppen – die sind ein Sicherheitsrisiko. Autofahrer sollen weit schauen können, damit sie Gefahren erkennen können, erklärt Pittrich. Die Masse des Straßenbaues wird 2018 realisiert; allein die Fahrbahnarbeiten kosten rund 5,5 Millionen Euro.

Fertigstellung

Das Staatliche Bauamt organisiert den Bau, Bauherrin ist aber die Stadt Starnberg. Bürgermeisterin Eva John schaut öfter mal an der Baustelle vorbei, sagt sie. „Sehr zufrieden“ sei sie mit dem Fortgang und könne die Fertigstellung fast nicht erwarten. Nach ihrem Terminplan soll die Freigabe der Westumfahrung Ende Juli 2018 erfolgen. Die Bauleute sind vorsichtiger – sie nennen den Herbst nächsten Jahres als Endtermin. Vorsichtig sind sie auch, weil die Trasse eine Römerstraße kreuzt und Archäologen den Bau begleiten – gerechnet wird mit nichts, aber man weiß nie, was man findet. Probst zufolge liegt das Projekt auch im Kostenplan. Rund 12,8 Millionen bringt die Stadt auf, bekommt aber 80 Prozent vom Freistaat wieder.

Bilder von der Baustelle: Das wird die Westumfahrung 

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