Polizei, Kontrolle
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In Oberau hatte ein Polizist versucht, den Autodieb zu stoppen - der Mann fuhr einfach weiter.

Autodiebstahl führt zu Verfolgungsjagd

In Starnberg gestohlen, in Farchant gestoppt: Autodieb festgenommen

Ein Wohnsitzloser ohne Führerschein hat am Mittwoch in Starnberg einen VW gestohlen und ist mehr als 70 Kilometer weit vor der Polizei geflohen. Ein Landwirt half, der Flucht ein Ende zu machen.

  • Ein Mann ohne Führerschein hat am Mittwoch in Starnberg ein Auto gestohlen.
  • Nach einer Flucht über mehr als 70 Kilometer wurde er bei Garmisch-Partenkirchen gestellt.
  • Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl beantragt.

Starnberg - Wie im Actionfilm oder aus einem Krimi mutet ein Autodiebstahl in Starnberg an. Mehr als 70 Kilometer weit ist der mutmaßliche Täter, ein Wohnsitzloser, (31) am Mittwochnachmittag mit einem in Starnberg gestohlenen VW geflüchtet, bis er bei Farchant nahe Garmisch-Partenkirchen in einem von der Polizei erzeugten Stau gefasst werden konnte. Kurios: Der Mann fuhr nie zu schnell und gefährdete niemanden.

Eine Bergerin (54) hatte gegen 13.45 Uhr bemerkt, dass ihr Autoschlüssel weg war – den hatte sich beim Einkaufen an der Emslander Straße in Starnberg in der Tasche, ihr VW Polo stand vor dem Markt. Sie suchte vor und im Markt; als sie wieder auf den Parkplatz ging, war der Schlüssel immer noch weg – und der VW auch, in dem sich Hausschlüssel und Handy befanden. Die Bergerin informierte die Polizei, die eine Fahndung einleitete und das Haus der Frau bewachen ließ. „Um zu verhindern, dass der Dieb dort eindringen kann, was dieser jedoch nicht versuchte“, wie Kai Motschmann von der Starnberger Inspektion erklärte.

Bestohlene ortet Dieb - er hatte auch das Handy mitgenommen

Die Bergerin konnte ihr Handy übers Internet orten und stellte fest, dass es auf der A 95 Richtung Garmisch unterwegs war. Also wurden alle Polizeidienststellen in der Nähe alarmiert. Gegen 14.40 Uhr sichtete eine Streife den gesuchten Wagen kurz vor Oberau in Fahrtrichtung Süden und nahm die Verfolgung auf. Sondersignal, Blaulicht, Warntöne – der Mann im VW schaute zwar in den Rückspiegel, erkannte die Polizei wohl auch, fuhr aber weiter. An einem Beamten mit Kelle in Oberau rauschte er vorbei, ohne ihn zu gefährden. Die Polizei sperrte daraufhin den Farchanter Tunnel, um den Fahrer zum Abbiegen zu zwingen. Das klappte auch.

Polizeibeamte aus Garmisch-Partenkirchen blockierten mit Hilfe eines Landwirts und dessen Traktor südlich von Farchant eine Straßensperre und erzeugten einen künstlichen Stau. Der Autodieb musste anhalten, wurde von zwei Streifenwagen eingekeilt und gestoppt. Auf Aufforderung stieg der Mann nicht aus. „Erst als Zwangsmittel angedroht wurden, entriegelte er das Fahrzeug“, erklärte Motschmann. Der Mann wurde festgenommen.

Der Wohnsitzlose hat nicht einmal einen Führerschein. Er musste bei der Polizei übernachten, Haftbefehl wurde beantragt. Vorwurf: Autodiebstahl und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Ob der Schlüssel der Bergerin nun verloren gegangen war und der Mann ihn gefunden hatte oder ob er ihn gestohlen hatte, ist unklar. Die Bergerin hat ihren VW jedenfalls samt Inhalt wieder. Unbeschädigt.

Bei einer Razzia in Saulgrub konnten die Beamten der Polizeiinspektion Murnau den größten Drogenfund dieses Jahres sicherstellen.

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