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Fühlt sich „abgezockt“: Anton Dosch aus Starnberg bekam bei Edeka einen Strafzettel, weil er falsch geparkt haben soll. Edeka begründet solche Maßnahmen mit der Freihaltung der Parkflächen für Kunden.

Parken am Supermarkt

Strafzettel verärgern Supermarktkunden

Die Kette Edeka greift zwar nicht so hart wie zuvor Tengelmann auf dem Gelände des Marktes an der Leutstettener Straße durch, wenn falsch oder zu lange geparkt wird. Bei Kunden sorgt dies trotzdem für Unmut.

Starnberg – „Wir lieben Lebensmittel, aber Kunden lieben wir nicht.“ Anton Dosch aus Starnberg wandelt den Slogan des Lebensmittelmarktes Edeka auf seine Weise ab. Denn er fühlt sich als jahrelanger Kunde „abgezockt“. Edeka hingegen will für seine Kunden etwas tun – Parkplätze freihalten.

Wie jeden Freitag holte der 53-Jährige auch am 29. September 2017 die Brotzeit für sich und seine Kollegen an der Metzgerstheke im Edeka-Markt. Dabei parkte er, wie immer, sein Auto auf dem Kundenparkplatz. Als er eigenen Angaben nach keine zehn Minuten später von seinem Einkauf zurückkam, klemmte der Zettel am Scheibenwischer seiner Windschutzscheibe. Die unerfreuliche Botschaft: 30 Euro Gebühr für die Fremdnutzung des Parkraums durch Falschparken. „Das finde ich unfair und nicht gerade kundenfreundlich“, sagt Dosch. Obwohl nur vier weitere Fahrzeuge zu der Zeit auf dem Parkplatz gestanden seien, wolle der zuständige Mitarbeiter einer Parkraum-Überwachungsfirma nicht gesehen haben, dass Dosch nach unter zehn Minuten wieder zurück an seinem Auto gewesen sei. „Da fühle ich mich ehrlich gesagt schon ein bisschen abgezockt.“

Edeka hingegen sehe sich gezwungen, seine Kundenparkplätze durch den Parkraumservice kontrollieren zu lassen. „Leider ist es nicht selten, dass Fremd- und Falschparker den Kunden die Möglichkeit zur Nutzung eines Kundenparkplatzes nehmen,“, schreibt das Unternehmen in einer Stellungnahme gegenüber dem Starnberger Merkur. Aufgrund der Nähe zur S-Bahn werde der Parkplatz wiederholt ganztägig von Dauerparkern besetzt. Laut Pressestelle der Einzelhandelskette ist die Überwachung des Parkraums eine Maßnahme, um sicherzustellen, dass ihren Kunden ausreichend Parkmöglichkeiten für ihren Einkauf zur Verfügung stehen.

Anton Dosch ist aber nicht der Einzige, der seine Zufriedenheit als Kunde nicht an erster Stelle sieht. Auch Peter Kluge bekam kürzlich einen Strafzettel, als er bei Edeka einkaufen war. Begründung: Parken außerhalb der markierten Stellplätze. Er habe sich ganz einfach in eine Lücke zwischen zwei weiteren Autos direkt vor dem Eingang gestellt. Möglicherweise habe er dabei mit den Reifen auf oder etwas über der begrenzenden Parkplatzlinie gestanden. „Ich streite das normalerweise nicht ab, wenn ich einen Fehler gemacht habe“, sagt er. „Aber das war für mich das Ausnützen einer bestenfalls ambivalenten Situation.“

Auch die anderen fünf Wagen in der Reihe – das habe er danach überprüft – hätten schon einen Strafzettel bekommen. „Die Dame des Parkraumservice stand da und wartete förmlich darauf, ihre Zettel verteilen zu können“, beobachtete er. Auch Kluge empfindet das als „Abzocke“. „Ich habe nicht das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben.“ Er habe wie jede Woche lediglich die Einkäufe für seine in Starnberg lebende Mutter bei Edeka erledigt.

Beschwerden von Parkern gab es auch früher schon, als Tengelmann den Markt betrieb. Damals wurde sogar abgeschleppt – wo das Auto stand, erfuhren die Betroffenen erst nach der Zahlung. Diese Praxis hat Edeka aus Nachsicht den Kunden gegenüber abgeschafft.

Maren Knödl

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