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223 Kinder waren gestern an Bord der MS Starnberg, um von BRK-Mitarbeitern für die Gefahren im Wasser geschult zu werden. Für die meisten von ihnen ist es das erste Mal, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Initiative „Schwimm Dich staRK“

Über den Poolrand hinaus schauen

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Nur wenige Vorschulkinder wissen um die Gefahren des Wassers. Ein Anfang zur Aufklärung soll eine Aktion von BRK-Wasserwachten und gwt auf der MS Starnberg machen. Als Beispiele dienen Sigi und Nico.

Landkreis – Am Dampfersteg in Starnberg steht eine Kindergartengruppe nach der anderen an, die Reihen reichen bis hinein in die Unterführung des Bahnhofs. So viel Andrang gibt es selbst im Sommer nicht, wenn Touristen den Starnberger See auf ihrer Liste mit einer Schifftour abhaken wollen.

233 Kinder aus 14 Kindergärten haben sich versammelt, um an Bord der MS Starnberg für die Gefahren im Wasser sensibilisiert zu werden. Veranstalter dieser erstmals durchgeführten Aktion waren die Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung sowie die BRK-Wasserwachten Starnberg und Herrsching. Vorab eine Umfrage unter Fünf- bis Sechsjährigen. Wer denn schon schwimmen kann? Aus einer zwanzigköpfigen Kindergartengruppe streckt sich nur ein Finger empor. 

Betreuerin: Schulung ist gerade hier wichtig

„Ich habe mir schwimmen selbst beigebracht, mit meiner Mama“, sagt ein Bub vom Katholischen Kindergarten St. Maria in Aufkirchen. „Wir haben einen Pool daheim“, erzählt ein anderer Bub. Schwimmen könne er aber nicht. Betreuerin Sandra Henkelmann beurteilt die allgemeine Situation als tragisch. „Vor 20 Jahren war es noch ganz normal, dass 3-Jährige einen Schwimmkurs gemacht haben. Fast jedes Vorschulkind konnte schwimmen. Das ist wichtig – gerade an dem Ort, an dem wir leben“, sagt sie.

Dass die Seen im Landkreis nicht nur Spaß, sondern auch Gefahr bedeuten können, lernten die Kinder dann zwei Stunden lang an Bord. Dort sahen sie auf einem Plakat, wie Schildkröte Sigi auf einem Felsen steht und ins Wasser springen möchte – wo Nilpferd Nico schon wartet. Die Wasserwachtler warnten die Kinder: „Springe nur ins Wasser, wenn es tief genug und frei ist!“

Die Aktion ist 2018 erneut geplant

Sigi und Nico sind Figuren am Ammersee, erfunden von der Herrschinger Autorin Monika Roming. Sie las an Bord aus ihrem Buch „Freunde vom See“. Darin kommen noch mehr Beispiele aus dem Bade-Alltag vor, die die Kindern bewerten sollten. Wer das Seepferdchen bereits hatte, kannte sich gut aus. Für andere Kinder war der Umgang mit Wasser Neuland. „Das, was sie gelernt haben, ist aber eine Basis. Dann kommt das Schwimmenlernen“, erklärt BRK-Sprecherin Karin Windorfer. „Die Kinder waren begeistert und wollen das Seepferdchen machen.“ Julia Volks von der BRK Wasserwacht Starnberg sagt dazu: „Wir würden gerne nächstes Jahr sechs bis achtmal Schwimmkurse anbieten, wenn der Wasserpark Starnberg fertig ist.“

In jedem Fall könnten sich Kindergärten für weiteren Anschauungsunterricht an das BRK wenden, das Kontakt zu Wasserwachten herstellt, sagt Windorfer. Die Aktion an Bord der MS Starnberg sei darüber hinaus im nächsten Jahr erneut geplant.

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