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Nach dem Aktionstag beginnt die Arbeit für den Behindertenbeauftragten Maximilian Mayer so richtig.

Inklusion

„Es gibt noch viel zu tun“

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Der Behindertenbeauftragte des Landkreises Starnberg sieht Inklusion als Langzeitprojekt

Landkreis – Maximilian Mayer (27) ist der erste hauptamtliche Behindertenbeauftragter des Landratsamtes. Seit März kümmert sich der gelernte Sozialpädagoge um Anfragen von Bürgern und Gemeinden, zuvor war er in einer Psychiatrie tätig. Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur spricht er darüber, wie weit der Landkreis in Sachen Inklusion ist.

-Herr Mayer, wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Ich bin viel am Schreibtisch. Ich bekomme Anrufe aus der Bevölkerung mit Fragen zum Behindertenschutz. Viel findet aber auch in den Gemeinden vor Ort statt. Derzeit lerne ich viele Leute kennen, baue Netzwerke auf. Zuletzt war ich bei einem Treffen kommunaler Behindertenbeauftragter. Außerdem kümmere ich mich um die Umsetzung des Aktionsplans. Ein Punkt davon war der Aktionstag am vergangenen Freitag.

-Was steckte hinter diesem Aktionstag?

Es gibt 110 Maßnahmen, die im Kreistag beschlossen wurden. Am Freitag hatten alle Interessierten – egal ob Bürger, Politiker oder Betroffene – die Möglichkeit, diese Maßnahmen zu priorisieren. Aufgrund dessen werden wir einen Fahrplan für die nächsten Jahre erstellen, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen angegangen werden. Für uns ist das wichtig. Jeder hat eigene Anliegen und die Gelegenheit, sie einzubringen.

-Was war den Besuchern besonders wichtig?

Das ist kunterbunt ausgefallen. Es ist nicht so, dass sich ein Themenbereich wahnsinnig hervorgetan hat. Es sind alle Bereiche dabei: Wohnen, Arbeit, Mobilität, Freizeit, politische Teilhabe und frühkindliche Bildung.

-Was steht nun an?

Wir werden uns zusammensetzen und überlegen, wie die Maßnahmen konkret aussehen können und welche Leute wir dafür ins Boot holen. Wir erstellen einen Fahrplan und werden die genauen Ergebnisse zeitnah veröffentlichen.

-Sind Ihnen im Landkreis Verbesserungsmöglichkeiten aufgefallen?

Bewusstseinsbildung muss man im Landkreis langfristig betreiben. Dazu gehört auch, Diskriminierung zu bekämpfen – da hatte ich aber noch keine Anfrage.

-Mit welchen Anliegen kommen die Betroffenen zu Ihnen?

Häufig sind es Fragen zum Arbeitsschutz. Ich habe mit Menschen zu tun, die Beeinträchtigungen beim Hören oder Sehen haben – oder kognitive oder körperliche Beeinträchtigungen haben. Es sind aber ganz unterschiedliche Anliegen, sehr spezielle Themen. Die Leute haben oft bei vielen anderen Stellen angerufen, aber keine Auskunft bekommen. Dann landen sie irgendwann bei mir.

-Haben Sie selbst eine Beeinträchtigung?

Ich habe einen Schwerbehindertenausweis mit einem Grad der Behinderung von 60 Prozent. Ich bin lebertransplantiert, bin aber in meinem Alltag nicht beeinträchtigt. Es kann nur sein, dass ich mich aufgrund der Medikamente leichter anstecke.

-Wie viel können Sie aus Ihrer Arbeit in der Psychiatrie mitnehmen?

Die Zahl der psychischen Erkrankungen nimmt zu. Menschen, die stark unter einer psychischen Erkrankung leiden, können einen Schwerbehindertenausweis erhalten. Das wird weiter zunehmen. Da hilft es, Hintergrundinfos zu psychischen Erkrankungen zu haben.

-Warum sind Sie gewechselt?

An dieser Stelle hat mich sehr gereizt, dass es sich um ein langfristiges Projekt handelt. Die Umsetzung des Aktionsplans wird Zeit in Anspruch nehmen. Hauptsächlich war das der Grund. Ich finde aber auch den Landkreis attraktiv und hatte schon öfter überlegt, aus München raus zu ziehen.

-Ihr erstes Fazit: Wie weit ist der Landkreis Starnberg in Sachen Inklusion?

Im Landkreis sind prinzipiell viele Dinge passiert und geplant. Aber es gibt andere Kommunen und Städte, die weiter sind als der Landkreis Starnberg. Um das Thema Inklusion langfristig voranzutreiben, braucht es den Aktionsplan. Da ist die Landeshauptstadt München schon weiter – es gibt aber auch Städte und Landkreise, die haben noch gar keinen.

-Gibt es mittlerweile in der Gesellschaft mehr Bewusstsein dafür, dass die Barrierefreiheit wichtig ist?

Generell nimmt das Bewusstsein immer mehr zu – egal, ob es sich um bauliche Barrieren oder Stigmatisierungen handelt. Das wurde im Laufe der Jahre auch durch Gesetzesentwürfe vorangetrieben, sodass das gesellschaftliche Interesse wieder erwacht ist. Aber es gibt so viele Sachen, die man angehen kann. Es ist schon noch viel zu tun.

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