Großzügiges Areal: Das Gelände der MIS aus der Vogelperspektive. Die Kosten für den Zaun schätzt die Schule auf 100 000 bis 150 000 Euro.

Munich International School

Sicherheitszaun und Kameras für die MIS

Buchhof - Die Munich International School rüstet im 50. Jahr ihres Bestehens auf. Das Gelände wird künftig mit einem Stabgitterzaun, einem Unterkriechschutz und einer Videoüberwachung geschützt.

Insgesamt 1200 Meter lang, zwei Meter hoch, aus massiven Eisenstäben – so sieht der Zaun aus, der das Gelände der Munich International School (MIS) an der Olympiastraße östlich von Percha künftig abriegeln wird. Für die Verantwortlichen gibt es dazu keine Alternative: „Das Sicherheitsbedürfnis ist heute höher als noch vor drei Jahren“, sagt Roman Friemel, der Wirtschaftsleiter der Schule. „Schön ist es nicht, aber wir versuchen, die Anlage bestmöglich in die Natur einzubetten.“

1200 Schüler aus 65 Nationen besuchen die MIS, darunter Kinder von Diplomaten, Prominenten und hochrangigen Wirtschaftsführern. Für die Eltern oder auch das Botschaftspersonal habe das Thema Sicherheit – neben dem pädagogischen Konzept und der Integration – mittlerweile höchste Priorität, sagt Friemel. „Da gibt es keinen Grund zur Panik, aber wir sorgen vor.“

Die geplante Baumaßnahme hat in dem Gebiet weitreichende Folgen. Zum einen optisch, weil sich der Zaun natürlich nicht verstecken lässt – zum anderen aber auch von der Wegführung. Bislang nämlich ist es möglich, per Fuß oder mit dem Fahrrad das Schulgelände zu durchqueren, wenn auch unter Beobachtung des Wachpersonals. Damit ist künftig aber Schluss. Damit einzelne öffentliche Fuß- und Radwege nicht als Sackgasse abrupt am Zaun enden, sollen sie sinnvoll um das Gelände herumgelegt werden.

Der Bauausschuss des Starnberger Stadtrats hat das Vorhaben am Donnerstagabend einstimmig genehmigt. SPD-Stadträtin Christiane Falk brachte es in der Diskussion auf den Punkt: „Das macht keinen von uns besonders glücklich“, sagte sie, aber am Ende gebe es wohl keine Alternative. CSU-Stadtrat Thomas Beigel fühlte sich gar an eine Kaserne erinnert. Es fehle nur noch der Stacheldraht.

Der sei definitiv nicht geplant, stellte MIS-Vertreter Friemel im Gespräch mit dem Starnberger Merkur klar. Überhaupt versuche die Schule, so zurückhaltend wie möglich zu sein. So hätte sie die Zaunhöhe von ursprünglich geplanten 2,50 Meter bereits um einen halben Meter gekappt.

Aber: „Wir können leider nicht anders“, bat er um Verständnis und verwies auf vergleichbare Schulen in Deutschland, die bereits seit Jahren eingezäunt und von Videokameras überwacht seien. Bei internationalen Schulen sei das längst Standard.

Für die MIS sieht er durch den Zaun und den damit verbundenen Unterkriechschutz im Übrigen noch einen weiteren positiven Aspekt: den Schutz des Areals vor Wildschweinen, die auf dem Gelände immer mal wieder Schäden anrichten würden. Eines ist Friemel aber wichtig zu betonen: das gute nachbarschaftliche Verhältnis zur Stadt Starnberg. „Wir wollen definitiv keine Abschottung.“

Unabhängig vom Sicherheitszaun sollen an der Sportanlage der MIS noch Ballfangzäune errichtet werden. Sie ragen sechs Meter in die Höhe.

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