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Zusammen für die Entlastung: Beata Brandner (l.) und Corinna Bürner von der Ilse-Kubaschewski-Stiftung helfen Angehörigen von Demenzerkrankten. Seit März bietet Brandner eine kostenlose Begleitung an.

Ilse-Kubaschewski-Stiftung

Das Schicksal Demenz begleiten

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Die Ilse-Kubaschewsky-Stiftung in Starnberg bietet Pflegenden eine Begleitung durch eine Beraterin an. 

Starnberg – Die Pflege von Demenzerkrankten kann Angehörige an Grenzen bringen. Für sie hat die Ilse-Kubaschewski-Stiftung ein neues kostenloses Angebot. Eine Expertin begleitet individuell und zeigt den Betroffenen Möglichkeiten auf.

Der Mann saß am Schreibtisch und fing einfach an zu weinen. Ein älterer Herr, der gerade begriff, dass sein Lebensabend so ganz anders aussehen wird. Seine Frau wird nach einem Schlaganfall und mit fortschreitender Demenz zum Pflegefall, auch aus der Reise zur Goldenen Hochzeit nach Norwegen wird nichts. Auf der anderen Seite des Schreibtisches saß Beata Brandner. Sie berät Angehörige von Demenzerkrankten. „Er war enttäuscht“, sagt sie. Menschen wie ihm versucht die Mitarbeiterin der Ilse-Kubaschewski-Stiftung mit einem neuen Angebot zu helfen.

Dabei sollen die Angehörigen nicht nur beraten, sondern begleitet werden. „Das ist das Besondere“, sagt Brandner. Ärzte und Pflegedienste hätten die Zeit nicht dafür – sie zählen aber zu dem Kreis, der Betroffenen das kostenlose Angebot der Stiftung empfiehlt.

Brandner spricht dabei mit dem Demenzerkrankten und den Angehörigen, macht sich mit einem Kriterienkatalog ein Bild von der Situation. Eine Frage: Pflegen Sie ihr Hobby weiter? „Wir schauen, wo das Problem liegt.“ Das könne im finanziellen, rechtlichen oder im kommunikativen Bereich liegen. „Viele verbinden mit Demenz nur Vergesslichkeit, man muss das aber komplex betrachten.“ In manchen Situationen könnten Angehörige wütend werden, sagt Brandner – etwa wenn der Demenzerkrankte immer und immer wieder Schränke ausräumt. „Bei einem gesunden Menschen würde es niemanden stören – wenn es ein Demenzerkrankter macht, schon. Aber das gehört zum Krankheitsbild.“ Die Lösung könne sein, dem Demenzerkrankten einen Schrank zur Verfügung zu stellen.

„Frau Brandner ist gut darin, Verständnis für eine neue Situation zu finden“, lobt Kollegin Corinna Bürner. Sie ist für die 35 ehrenamtlichen Helfer zuständig, die stundenweise Demenzerkrankte betreuen. Auch ein zeitweiser Einsatz dieser Helfer kann eine Lösung sein. „Oft erkranken die Angehörigen, weil sie sich nicht zurücknehmen“, sagt Bürner. Entlastung für die Angehörigen sei wichtig. „Dann können sie einfach mal zum Friseur oder Arzt gehen, schwimmen oder ins Kino. Daraus schöpfen sie Kraft.“ Auch der soziale Kontakt mit anderen Menschen sei überaus wichtig. „Sonst liegt der Fokus nur auf dieser einen Person.“ Auch nächtliche Unruhe könne ein Anzeichen für Überlastung der Angehörigen sein, sagt Brandner. „Das rutscht peu á peu aus der Bahn.“ Die Ilse-Kubaschewski-Stiftung bietet für Angehörige auch einen Gesprächskreis sowie Schulungen an. Das Angebot der Begleitung sei ganzheitlicher.

Sich den Hilfebedarf einzugestehen, ist für Angehörige nicht leicht. Manche bringen Demenzerkrankte in die Tagespflege, betreuen sie vor und nach der Arbeit und melden sich erst, wenn es gar nicht mehr geht. „Wir wollen ihnen Versorgungsmöglichkeiten zeigen“, sagt Brandner. In den meisten Fällen handele es sich bei Angehörigen und Demenzerkrankten um Ehepartner, manchmal um Kinder und Eltern. „Sie sollen wissen, dass sie nicht allein sind“, sagt Bürner.

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