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Der Bayerische Hof am Bahnhofplatz wurde 1865 erbaut und war seinerzeit das vornehmste Haus am Platz. Das Hotel verfügt über Einzel-, Doppel- und Familienzimmer sowie eine Junior-Suite.

Das sind wichtige Projekte

Das Jahr 2019 in Starnberg: Keine Zeit zum Verschnaufen

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Starnbergs Bürgermeisterin Eva John hat im Gespräch mit dem Starnberger Merkur wichtige Projekte für das begonnene Jahr aufgezählt. 

Starnberg – Mit der Westumfahrung und dem Seebad sind im vergangenen Jahr zwei Meilensteine für Starnberg fertig geworden. Und auch in diesem Jahr stehen – unabhängig von den weiteren Arbeiten an der Zulaufstrecke zum B 2-Tunnel und den Planungen für eine ortsferne Umfahrung – wichtige Projekte an. Zeit zum Verschnaufen gibt es also nicht. Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur hat Bürgermeisterin Eva John einige Schwerpunkte skizziert.

Umbau derPetersbrunner Straße

Im Zuge des Umbaus der Kreuzung an der Strandbadstraße übernimmt die Petersbrunner Straße in Zukunft die Erschließung des Gewerbegebiets. Den Umbau mit einer kompletten Neuordnung des Straßenraums inklusive Parkplätzen, Gehwegen und Radweg hat der Stadtrat bereits beschlossen. John rechnet für Ende April, Anfang Mai mit dem Beginn der Bauarbeiten. Die Baustellenlogistik in dem Bereich sei „relativ schwierig“, weil die ansässigen Unternehmen auch während der Bauzeit erreichbar sein müssen – „und zwar gut erreichbar“, sagt John.

Um die Arbeiten innerhalb des Jahres abschließen zu können, sei nicht nur ein rechtzeitiger Baubeginn, sondern auch eine ausreichende Anzahl von Arbeitern der Baufirmen erforderlich. „Wir wollen diese Baustelle so gut es geht planen und geschmeidig durchlaufen“, sagt John. Die Kosten für den Umbau teilen sich Freistaat und Stadt, für den städtischen Anteil von rund 1,5 Millionen Euro sind hohe staatliche Zuschüsse in Aussicht gestellt. Vermutlich im Herbst will das Staatliche Bauamt mit dem Durchstich der Petersbrunner Straße zur B 2 beginnen.

Neubaugebietam Wiesengrund

Bis Ende Januar läuft die Bewerbungsfrist für die 51 Baugrundstücke, die die Stadt im Rahmen des Einheimischenmodells am Wiesengrund für einen Quadratmeterpreis von 486 Euro vergibt. Wie viele Bewerbungen bislang eingegangen sind, will Eva John nicht sagen, nur so viel: „Es sind schon viele, und es werden noch einige dazu kommen.“ In den folgenden Wochen sichten städtische Mitarbeiter die Unterlagen und erstellen eine Rangliste nach dem vom Stadtrat festgelegten Punktesystem. Diese Liste wird die Verwaltung dann dem Stadtrat vermutlich im April zur Vergabe der Grundstücke vorlegen – „alles anonymisiert“, verspricht die Bürgermeisterin. Sollte es in diesem Durchgang nicht genügend passende Bewerber geben, kann sich John eine Aufteilung der Reihenhausbebauung in zwei Bauabschnitte vorstellen.

Im Frühjahr will sie mit den Erschließungsarbeiten für das dreieinhalb Hektar große Gebiet im Süden der Stadt beginnen. Diese werden vermutlich bis Ende des Jahres dauern, dann könnten die privaten Bauherren im Jahr 2020 loslegen. Ob die künftige Erschließung ausschließlich über den Waldspielplatz samt sicherem Ausbau der dortigen B 2-Kreuzung läuft oder es doch noch eine Lösung für einen anderen Anschluss an die Bundesstraße gibt, lässt John offen.

Was den Geschosswohnungsbau mit geplanten 75 Einheiten anbelangt, so geht sie davon aus, im Oktober damit in die politischen Beratungen zu gehen. „Wir müssen uns im Stadtrat Konzepte überlegen und Richtlinien entwickeln“, sagt sie.

GewerbegebietSchorn

Der Workshop mit Vertretern der Stadt, des Stadtrats, des Entwicklers Asto und externen Fachleuten soll sich im Februar zu einer Abschlussrunde treffen. Noch im März wolle sie mit dem Thema in den Stadtrat gehen, sagt John. Dann soll es über Baufelder und Baumassen, über Energie- und Verkehrskonzepte gehen. Bis vor den Sommerferien hofft sie, einen Durchführungsvertrag für das Projekt beschlossen zu haben.

Dass die erforderliche Herausnahme großer Flächen aus dem Landschaftsschutz kein Selbstläufer wird, ist ihr dabei klar. „Ich wäre überrascht, wenn es keine Widerstände geben würde“, sagt John auch mit Blick auf die entscheidenden Beratungen im Kreistag, die allerdings noch nicht terminiert sind. „Ich denke aber, wir haben gute Gründe für das Vorhaben“, sagt sie – zumal es sich bei Schorn nicht nur um ein Starnberger Projekt, sondern um eines für den ganzen Landkreis und die Region handele. „Ich bin glücklich und zufrieden, wenn sich alle Beteiligten inhaltlich damit auseinandersetzen und nicht Protest des Protests wegen machen.“

Bauvorhabenam Schlosshölzl

Nachdem ein erstes Ausschreibungsverfahren für den Bau von 15 geförderten Wohnungen ohne Ergebnis verlaufen ist, will John heuer einen zweiten Anlauf starten. „Es gab zwar Interessenbekundungen, aber keine Angebote“, erklärt sie. Sollte auch die neue Ausschreibung kein Ergebnis bringen, „müssen wir selbst bauen“. In dem Fall wäre das aber ganz sicher kein Projekt mehr für dieses Jahr.

BarrierefreieBushaltestellen

Etwa ein Viertel aller Bushaltestellen im Landkreis befinden sich in Starnberg, insgesamt mehr als 120. Bis zum Jahr 2022 müssen alle laut Gesetz barrierefrei umgebaut werden. Alle Haltestellen werden nun nach ihrer Wichtigkeit kategorisiert. Bereits heuer will Eva John bei so vielen wie möglich den Umbau planen, um bereits Förderanträge stellen zu können. Das Projekt wird sich aber noch in die Folgejahre hinziehen.

Ortsentwicklungin Söcking

Starnbergs größter Ortsteil steht heuer besonders im Fokus. Nach der Festlegung eines Sanierungsgebiets im Ortskern will die Verwaltung noch heuer Planungsziele erarbeiten, um Söcking noch attraktiver zu machen. Darüber hinaus ist der Bau einer Hol- und Bringzone an der Grundschule genauso vorgesehen wie der Bau einer Rampe an der Kirche St. Stephan, damit auch Menschen mit Mobilitätseinschränkung den Friedhof und das Gotteshaus erreichen können.

Bahnhof See/Bayerischer Hof

Die Bürgerversammlung im vergangenen November hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen, endlich etwas am Bahnhof See zu unternehmen und die Möglichkeit zur Anbringung provisorischer Dächer am Bahnsteig zu prüfen. In der Februar-Sitzung des Stadtrats in gut vier Wochen will Eva John diese Empfehlung aus der Bürgerversammlung dem Stadtrat zur Beratung vorlegen.

Unabhängig von kurz- oder mittelfristigen Lösungen läuft die Mediation zwischen der Stadt und der Bahn bezüglich der Seeanbindung weiter. Alle drei bis vier Wochen treffen sich die Delegationen. John beschreibt die Gesprächsatmosphäre als „sehr sachlich, konstruktiv und angenehm“. Über die Inhalte haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Wie lange die Mediation noch läuft, ist offen. „Wir führen die Verhandlungen zielorientiert und zügig und werden sie nicht vorzeitig abbrechen“, sagt John. Sie ist zuversichtlich, bis zum Sommer dem Stadtrat und damit auch der Öffentlichkeit Ergebnisse vorlegen zu können.

Ein paar Meter weiter geht es auch für den Bayerischen Hof weiter – auch mit dem Objekt hatte sich im November die Bürgerversammlung beschäftigt. Ebenfalls im Februar will John dem Stadtrat Ergebnisse des 2018 gelaufenen Interessenbekundungsverfahrens vorlegen. Dabei hätten potenzielle Investoren Interesse an der Sanierung und dem weiteren Betrieb der denkmalgeschützten Immobilie geäußert. „Wir werden empfehlen, eine Investorenausschreibung für die Sanierung des Gebäudes und den Betrieb als Hotel und Gaststätte zu machen“, sagt John. Ein Verkauf des 1969 von der Stadt erworbenen und seitdem verpachteten Hotels sei aber kein Thema.

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