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Die Auszubildenden des Landratsamtes absolvieren ein zweiwöchiges Umweltprojekt mit viel Engagement. 

Ein Jahr Klimapakt

Langer Atem zeigt erste Erfolge

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Das Weltklima, möchte man meinen, das ist immer irgendwo anders. Das sieht Josefine Anderer-Hirt ganz anders. Kein Wunder, sie ist ja auch die Klimaschutzmanagerin des Landkreises Starnberg. „Klimaschutz geht uns alle an“, meint sie.

Ein Jahr ist es mittlerweile her, dass der Kreistag auf Antrag der SPD den so genannten Klimapakt initiiert hat. 365 Tage, in denen nicht nur verstärkt über den Klimaschutz geredet, sondern das Ganze auch in eine ganze Menge konkreter Beschlüsse gegossen wurde. Was haben denn die Bürger und die Gemeinden des Landkreises Starnberg in diesen 365 Tagen für den Klimaschutz getan? „Wir haben das Thema endlich auf die Agenda gesetzt“, sagt Josefine Anderer-Hirt, die Klimaschutzmanagerin im Landratsamt.

Im November fand die so genannte Klimawerkstatt statt. Dabei wurde ein Maßnahmenkatalog aufgestellt, in dem ganz konkrete Projekte aufgeführt sind, mit denen die Gemeinden ihren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten können. Dieser Katalog wurde ebenfalls im November im Kreistag verabschiedet, der „Klimapakt“ gegründet. Die Idee dahinter: Möglichst viele Gemeinden sollen dem Klimapakt beitreten, sich dadurch verpflichten, drei Maßnahmen aus dem Katalog pro Jahr umzusetzen. Anderer-Hirt ist von der bisherigen Resonanz sehr angetan. Inklusive Landkreis seien zehn von 15 Gemeinden bereits dem Pakt beigetreten. Macht immerhin 30 Klimaschutzprojekte, die in diesem Jahr verbindlich umgesetzt werden.

"Die Leute wollen konkrete Projekte und Erfolge sehen"

Berg hat sich gegen den Beitritt ausgesprochen, Pöcking, Feldafing, Tutzing und Herrsching haben sich noch nicht entschieden, der Rest macht bereits mit. Doch was sind das für Projekte, die heuer angegangen werden? Ist das nicht Schummelei, wenn Starnberg beschließt, verstärkt LED-Lampen einzusetzen, obwohl deren Anschaffung ohnehin schon geplant war? „So kann man das nicht sehen“, sagt die Klimamanagerin. Ob sich die Stadt nun schon vorher für die stromsparende LED-Technik interessierte oder nicht: „Ab sofort spielt der Gedanke an den Klimaschutz bei jeder Entscheidung im Stadtrat eine Rolle.“ 

Deswegen begrüßt sie auch, dass Wörthsee und Andechs ihre Ausschüsse für Umwelt und Klimaschutz aktivieren, dass Gauting zweimal jährliche alle Gruppen, Fraktionen, Kirchen und Vertreter relevanter Akteure bei einem Klimaforum zusammenbringen möchte. Aber sind das nicht vor allem Plauderrunden? „Mitnichten“, meint Anderer-Hirt, die offenbar derartige Bedenken öfter hört. Ihr Argument: „Wer sich ehrenamtlich in solchen Beiräten engagiert, der ist sich fürs reine Labern zu schade. Die Leute wollen konkrete Projekte und Erfolge sehen.“

Tonerspartaste: Es lassen sich einige Seiten mehr drucken

Zudem gehe es ja gerade darum, dass nicht nur die Gemeinden, sondern jeder einzelne sein Verhalten überprüft. Die 13 Auszubildenden im Landratsamt absolvieren gerade ein zweiwöchiges Umweltprojekt in den Pfingstferien. Dabei analysieren sie ihr eigenes Verhalten, aber auch die Arbeit der Kreisverwaltung. „Das geht schon beim Weg zu Arbeit los“, erklärt Josefine Anderer-Hirt. Selbst die Auszubildenden würden, obwohl sie in benachbarten Orten wohnen, alle mit dem eigenen Auto nach Starnberg kommen. „Nun rechnen sie nach, wie viel Geld und wie viel CO2 sie einsparen könnten, wenn sie Fahrgemeinschaften bilden.“ Die Azubis zählen, wie viele Pappbecher für den Kaffee in der Kantine täglich verbraucht werden, obwohl doch jeder einfach seine Tasse aus dem Büro mitbringen könnte. Sie staunen, wie viele Seiten sich mehr ausdrucken lassen, wenn man die Tonerspartaste am Drucker drückt.

Mehr Aufklärung zum Klimaschutz: "Ich will da bewusst mehr als eine Internetseite"

Die Ergebnisse ihres Umweltprojekts wollen sie demnächst im Rahmen der Personalversammlung des Landratsamtes vorstellen. Und vielleicht dadurch den einen oder anderen doch zum Nachdenken anregen. Parallel dazu soll in diesem Jahr noch eine große Imagekampagne des Landkreises starten, die die Bevölkerung für den Klimaschutz sensibilisieren will. „Ich will da bewusst mehr als eine Internetseite. Denn auf die surft nur, wer sich ohnehin schon mit dem Thema beschäftigt“, sagt die Klimamanagerin.

Mittlerweile ist klar, dass sie auch nach Auslaufen der Landesförderung im Landratsamt tätig sein wird. Ihre Stelle wird künftig aus dem Kreisetat bezahlt. Klimaschutz braucht einen langen Atem. Und die Arbeit zu diesem Thema im Landratsamt macht Spaß, sagt Anderer-Hirt. Besonders im Sommer: „Da habe ich immer den Badeanzug im Schreibtisch und springe nach Feierabend in den See.“ Und sofort weiß sie wieder, warum es wichtig ist, die Umwelt zu schützen.

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