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Symbolfoto

Starnberger Polizei legt Verkehrsstatistik vor

Jeder Vierte fährt nach Unfall einfach weiter

Starnberg – Die Stadt erstickt gefühlt zunehmend im Verkehr, doch die Unfallzahl nimmt ab. Das ist kein Widerspruch, bei Stau kracht es seltener. Die Zahl der Verletzten ist dennoch gestiegen. An der Verkehrsstatistik erschreckend ist eine andere Zahl.

2016 ereigneten sich im Stadtgebiet von Starnberg nach der Statistik der Polizei 1289 Unfälle, also mehr als drei pro Tag und weniger als 2015. Der Rückgang beträgt 6,93 Prozent. Die Masse waren Kleinunfälle: 758 oder neun Prozent weniger als im Vorjahr. Kleinunfall heißt: Es gab keinen zu ahndenden Verstoß. Bei 130 Unfällen gab es 152 Verletzte, was einem Plus von 3,4 Prozent entspricht. Glücklicherweise sind die Blessuren zumeist leicht, schwerer verletzt wurden nur 18 Verkehrsteilnehmer. Todesopfer waren 2016 nicht zu beklagen; das war 2015 anders, als zwei Fußgänger und ein Motorradfahrer ums Leben kamen. Bei den Unfällen entstand ein Sachschaden von fast 1,5 Millionen Euro, wobei Kleinunfälle nicht berücksichtigt sind.

Wirklich beunruhigend ist die Zahl der Fahrerfluchten. Bei den 531 Unfällen, die nicht als Kleinunfälle gelten, machten sich 338 Verursacher aus dem Staub – das sind fast zwei Drittel. Bezogen auf alle Unfälle heißt das: Mehr als jeder Vierte versuchte, sich der Verantwortung zu entziehen. Die Zahl der Fluchten ging zwar um 4,8 Prozent zurück, doch tröstet das wenig angesichts der Tatsache, dass die Polizei nur 42 Prozent aufklären konnte. In vielen Fällen können nur Zeugen weiterhelfen. Gibt es die nicht oder melden sie sich nicht, kommen die Beamten nicht weiter. Bei den Unfallfluchten entstand ein Schaden von rund 324 000 Euro, im Schnitt also fast 1000 Euro pro Fall. Rund 200 Opfer blieben auf dem Schaden allerdings sitzen, weil die Schuldigen nicht gefunden werden konnten. Noch eine unschöne Zahl: 15 Menschen wurden bei Unfällen mit anschließender Flucht leicht verletzt, 15,3 Prozent mehr als 2015.

Mehr Unfälle durch Alkohol

Alkohol und Drogen als Unfallursachen nehmen derweil zu. Elfmal war 2016 Alkohol im Spiel, dreimal waren es Drogen. Sieben Menschen trugen bei den Unfällen Verletzungen davon. Alle Werte liegen höher als 2015. Die Statistik hat noch andere interessante Werte zu bieten: 84 Fahrer kamen von der Straße ab und bauten den Unfall ganz allein. Und auf den gerade einmal 7,6 Kilometern Autobahn auf Stadtgebiet krachte es 2016 insgesamt 66-mal, wobei acht Menschen verletzt wurden.

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Erfreuliche Nachrichten hält die Auswertung der Polizei für Starnbergs unfallträchtigste Straße bereit, die Kaiser-Wilhelm-Straße. Dort sank die Unfallzahl deutlich, nämlich von 76 in 2015 auf 50 in 2016. Damit haben die Werte wieder das Niveau von 2014 erreicht – und es scheint belegt, dass die Umleitung für die 2015 gesperrte Wittelsbacherstraße zu mehr Unfällen geführt hat. Nach wie vor ist der abgefahrene Spiegel der Klassiker, aber immerhin flüchtet nicht jeder Verursacher, sondern rechnerisch nur jeder Dritte. 

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