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Die Bahnunterführung an der Seepromenade.

Seeanbindung

John: Chance auf etwas Einmaliges

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Bürgermeisterin Eva John geht mit großer Zuversicht in die Mediationsgespräche mit der Deutschen Bahn. Zudem sollen Anfang des Jahres zwei weitere Planungen zur Seeanbindung im Stadtrat vorgestellt werden.

Starnberg – Ein Blick in die Kristallkugel könnte vielleicht helfen: Wird es bis Ende nächsten Jahres eine Grundsatzplanung für den Bahnhof See und die Seepromenade geben? Vertreter von Bahn und Stadt werden darüber im Mediationsverfahren sprechen, das im Januar bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in München startet. Wie berichtet, gehen beide Seiten mit öffentlich geäußertem Optimismus in dieses Verfahren, das unmittelbar an das Auslaufen des Bahnvertrages dieser Tage anschließt.

Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur hat Bürgermeisterin Eva John nun ihren Standpunkt verdeutlicht. „Wir haben die Chance, etwas Einmaliges und Gutes hinzukriegen“, sagt sie und nennt an erster Stelle den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs, der auch bei den Verantwortlichen der Bahn weit oben auf der Agenda steht. Darüber hinaus gelte es, „aufzuräumen, wo es nur geht“, sagt John. Die Seepromenade etwa biete schon jetzt genügend Möglichkeiten für Verbesserungen – angefangen bei einer „Langen Bank“ entlang der Bahntrasse bis zum Seespitz, wie sie Anfang des Jahres auch im Stadtentwicklungs-Workshop des österreichischen Architekturbüros nonconform vorgeschlagen wurde.

Außerdem will die Bürgermeisterin mit der Bahn auch über die Neuordnung der Grundstücke rund um den Bahnhof sprechen. Eine oberirdische Gleisverlegung, wie sie vor 30 Jahren im Bahnvertrag vereinbart wurde, sieht John dabei nicht mehr. „Es war schon vor zehn Jahren ersichtlich, dass das finanziell nicht funktionieren kann.“ Bekanntlich hat der Stadtrat Mitte 2016 das Projekt Seeanbindung/Gleisverlegung bei geschätzten Kosten von 115 Millionen Euro beerdigt. John: „Wir sollten keinen Wunschträumen nachrennen, sondern die Realität im Auge behalten und uns auf eine wirtschaftlich tragbare Lösung für beide Seiten konzentrieren.“ Ein „Stadt-zahlt-alles-Vertrag“, wie es der ursprüngliche Bahnvertrag sei, sei jedenfalls keine rechtlich und politisch umsetzbare Lösung mehr.

Zudem müsse der zeitliche Horizont betrachtet werden: „Aufräumen“ wäre kurz- bis mittelfristig möglich, alles weitere dauert länger. „Wenn wir uns mit der Bahn auf ein Konzept einigen und in ein Genehmigungsverfahren gehen müssen, dauert das Jahre“, sagt John. Zeit, die man für Verbesserungen nutzen könne.

Zwei weitere mögliche Ideen für das Areal rund um den Bahnhof See sollen im ersten Quartal des neuen Jahres dem Stadtrat vorgestellt werden: das Konzept „Erneuern und Bewahren“ des Vereins Schöner zum See – und der Kompakt-Bahntunnel des Diplom-Ingenieurs Lutz Janssen. Bereits vor über einem Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, den Fachvertretern von Alternativvorschlägen Gelegenheit zur Präsentation im Gremium zu geben. Bislang hatte lediglich Diplom-Ingenieur Alexander Walther seinen Seetunnel-Plan eingereicht und vorgestellt der vor fünf Wochen im Projektausschuss Bahnhof See jedoch durchfiel. „Danach ist der Stadtrat am Zug, seine Rahmenbedingungen festzulegen“, sagt die Bürgermeisterin.

Dass die Bahn mit der Stadt nun am Verhandlungstisch sitze, sei ein großer Erfolg für Starnberg. John: „Beide Seiten sind seit September in gemeinschaftlich getragenen Gesprächen aufeinander zugegangen. Wir haben viele Gemeinsamkeiten und disziplinieren uns jetzt selbst, damit es nicht wieder 30 Jahre dauert.“ Dabei sei aber auch klar: „Das Verfahren wird keine gmahde Wiesn, sondern harte Arbeit.“

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