87 Hochaschulstudenten haben am Freitag in Starnberg ihre Diplome erhalten. Foto: Andrea Jaksch

Starnbergs Hochschule

John: Starnberger Nachtleben nicht so prickelnd

Starnberg - Wie gewonnen, so zerronnen: Starnberg ist seit diesem Jahr Standort einer Hochschule, doch zieht die in einigen Jahren weg. Bei der Diplomierungsfeier der Absolventen standen jedoch andere Aspekte im Vordergrund.

Die meisten werden es noch gar nicht bemerkt haben: Seit Anfang 2017 ist Starnberg ein richtiger Hochschul-Standort. Die frühere Bayerische Beamten-Fachhochschule an der Josef-Sigl-Straße und spätere Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege heißt seit dem 1. Januar „Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern“. Am Freitag wurden in der Starnberger Schlossberghalle die aktuellen Absolventen bei einer Diplomierungsfeier verabschiedet. Unter rund 300 Gästen war viel Prominenz von Ministerien, Behörden und Gerichten aus ganz Bayern. Auch Justizminister Prof. Winfried Bausback war dabei, ebenso der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, Peter Küstert.

„Hochschulstadt“ wird Starnberg aber nur für einiger Jahre sein. Die Verlegung der Einrichtung ist bereits beschlossene Sache – nach Pegnitz in Oberfranken, wo ein Aus- und Fortbildungszentrum der bayerischen Justiz entstehen soll. Das dürfte allerdings noch mindestens acht Jahre dauern.

Für neue Nutzungen des hoch attraktiven, 40 Hektar großen Geländes gibt es manche Visionen. Über die Bauleitplanung aber habe man sich in der Stadt noch keine Gedanken gemacht, sagte Bürgermeisterin Eva John am Rande. Im offiziellen Teil der Feier spielte die Verlagerung so gut wie keine Rolle. Minister Bausback ging überhaupt nicht auf sie ein. Claudia Capitano, die Direktorin des Hochschul-Fachbereichs Rechtspflege, erinnerte daran, dass sich die Einrichtung seit 50 Jahren in Starnberg befindet. Bürgermeisterin John sagte, wenn es nach ihr ginge, könne die Hochschule noch „ewig“ bleiben.

Bausback legte den Schwerpunkt mehr auf die seiner Meinung große Bedeutung der Berufe, die in dieser Hochschule gelehrt werden. Insgesamt verfügt sie über sechs Standorte – neben Starnberg (Rechtspflege) in Herrsching (Finanzwesen), Fürstenfeldbruck (Polizei), Wasserburg (Sozialverwaltung), München (Archiv- und Bibliothekswesen) sowie Hof (allgemeine innere Verwaltung). Das Interesse scheint groß zu sein. Diesmal waren es 89 Studenten, von denen 87 bestanden haben. Beim nächsten Mal werden sogar 145 Studierende erwartet.

„Ich weiß, das Nachtleben in Starnberg ist nicht so prickelnd wie an anderen Hochschul-Standorten“, sagte Bürgermeisterin John. Minister Bausback konnte sich überhaupt nicht vorstellen, „dass es in Starnberg so langweilig sein soll“. Gewissermaßen für Ausgleich sorgte der Chor des Amtsgerichts München – mit lauter Justiz-Mitarbeitern. Das klang richtig gut. Unter die Sängerinnen und Sänger gesellte sich übrigens auch Sibylle Gräfin zu Dohna, die Direktorin des Starnberger Amtsgerichts. (nz)

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