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Silber-, Gold-, Gnaden- und Kronjuwelenkonfirmanden auf einem Foto: Die Pfarrer Dr. Stefan Koch (l.) und Johannes Habdank feierten am Sonntag Jubelkonfirmation in der evangelischen Friedenskirche. 

Jubelkonfirmation

Ein Leben im Vertrauen auf Gott

Jubelkonfirmation in der evangelischen Friedenskirche: 20 Jubilare feierten am Sonntag einen ganz besonderen Gottesdienst.

Starnberg – 75 Jahre ist es jetzt her, dass Eva Kögler Konfirmation gefeiert hat. 1942 war das, mitten im Krieg, ohne teures Gewand, ohne teure Schuhe, ohne üppiges Festmahl. Am Sonntag gehörte sie zu den ältesten Teilnehmern der Jubelkonfirmation in der evangelischen Friedenskirche. Sie feierte dort ihre 1Kronjuwelenkonfirmation.

Pfarrer Hans Martin Schroeder hat die Feier vor einigen Jahren ins Leben gerufen. Seitdem werden all jene Protestanten eingeladen, die vor 25, 50, 70 oder sogar 75 Jahren konfirmiert wurden. Am Sonntag leiteten die Pfarrer Dr. Stefan Koch und Johannes Habdank den Gottesdienst, an dem 20 Jubilare teilnahmen. Drei von ihnen erinnern sich an ihre Konfirmation.

„Es ist gut, wenn man sich auf Gott verlassen kann“

Maria Krause (84) feiert die so genannte Gnadenkonfirmation, also das 70-jährige Jubiläum. Durch die Kinderlandverschickung kam sie 1943 nach Bayern. Vier Jahre später wurde sie in Stockdorf konfirmiert. Aber so einfach war das nicht. Schließlich war in der Nachkriegszeit elegante Kleidung rar. Trotzdem gelang es der Familie, ein Gewand von einem Pfarrer zu besorgen. „Das hat meine Mutter dann umgenäht“, erzählt Maria Krause. Nach dem Gottesdienst feierte sie in kleinem Kreis mit ihren Schwestern und der Mama zu Hause.

Wie das Leben für sie weiterging? Sie lernte zunächst Familienpflegerin, kam dann über Kinder- und Jugendarbeit und einen Job als Küchenschwester in die Buchhaltung des Missionsdienstes. Mittlerweile lebt sie mit ihren Schwestern in Pöcking. Was ihr die Konfirmation bedeutete? „Es ist gut, wenn man sich auf Gott verlassen kann und ihm vertraut.“

Eva Kögler, 89 Jahre alt, ist Kronjuwelenkonfirmandin

Kronjuwelenkonfirmandin Eva Kögler (89) feierte 1942 im thüringischen Ilmenau Konfirmation. Eine Feier, die die Nazis argwöhnisch betrachteten. „Der Pfarrer hatte es damals sehr schwer mit uns“, erinnert sie sich. Auch ihre Feier ist nicht nur deswegen heutzutage kaum noch vorstellbar. „Ich hätte sogar einen Bezugsschein für Schuhe gehabt, aber es gab ja keine in den Geschäften“, erzählt sie. Zur Feier selbst war nur die Familie da. „Man hätte ja auch gar nicht ins Wirtshaus gehen können. Da hätte man ja wieder Lebensmittelmarken abgeben müssen“, sagt die 89-Jährige.

In ihrem weiteren Leben blieb sie stark mit der Kirche verbunden. Eva Kögler wurde Kirchenmusikerin und spielte bis ins hohe Alter. Erst vor kurzem hat sie aus gesundheitlichen Gründen damit aufgehört. Längst lebt sie in Starnberg und ist dankbar für ihr gutes Leben – „auch wenn nicht alle Wünsche in Erfüllung gegangen sind“.

Alle freuen sich schon auf die Jubelkonfirmation 2018

Einer der jüngsten Jubelkonfirmanden am Sonntag ist Rolf Picker (63). Vor genau 50 Jahren feierte er seine Konfirmation – und das bereits in der Friedenskirche. Bis heute wohnt er mit seiner Frau in Starnberg. Der Rechtsanwalt ist im Kirchenvorstand tätig und arbeitet beim evangelischen Arbeitskreis der CSU mit. Erfahren hat er von der Jubelkonfirmation eher zufällig, als er eine ehemalige Mitkonfirmandin traf, die ihm davon erzählte. Umso schöner ist für ihn das Wiedersehen mit den alten Bekannten.

Das findet nach dem Gottesdienst im Gasthof in der Au seine Fortsetzung. Und nicht nur die Pfarrer freuen sich jetzt schon auf die Jubelkonfirmation 2018.

Von Emilia Delonge

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