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Ein „Verletzter“ muss transportiert und beruhigt werden: Auch das gehörte bei der 24-Stunden-Übung zu den Aufgaben des Starnberger Feuerwehr-Nachwuchses.

Jugendfeuerwehr

Bereit für die wirklich wichtigen Dinge

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Die Starnberger Jugendfeuerwehr hat am Wochenende an mehreren Stellen in der Stadt eine 24-Stunden-Übung absolviert – mit großen und kleinen Einsätzen.

Starnberg – Samuel Pfisterer weiß genau, warum er bei der Starnberger Jugendfeuerwehr ist: „Weil man etwas Gutes tut und Spaß dabei hat.“ Der 13-Jährige ist seit etwas mehr als einem Jahr dabei, und er hat schon viel gelernt. Bei der 24-Stunden-Übung am Wochenende kam noch eine Menge dazu, und der Spaß kam auch nicht zu kurz.

Für Samuel und ein Dutzend weiterer Jugendfeuerwehrler war es allerdings auch ein harter Tag, denn die neun Betreuer um Jugendwartin Franziska Hehenberger hatten fünf Einsätze eingebaut, die den Jugendlichen einiges abverlangten. Kaum eine Stunde nach dem Einzug ins Gerätehaus, in dem die Jugendlichen auch übernachteten, kam der erste Alarm: Mit einigen Aktiven der Wehr galt es, einen Verletzten mit der Drehleiter zu retten.

Nur wenige Stunden später „brannte“ es in der Kiesgrube bei Hanfeld – eine wahre Schlammschlacht für alle, denn kurz zuvor war ein heftiges Gewitter niedergegangen. Aber das gehört nun mal zum echten Feuerwehrleben dazu. Schon am Samstagmorgen hatte sich der Feuerwehrnachwuchs mit einem Brandmelderalarm herumzuschlagen. Dann galt es, einen verunglückten Radfahrer zu versorgen.

Die Übungen machen Samuel am meisten Spaß, was auch beim letzten Einsatz der 24-Stunden-Übung galt: Ein betrunkener Autofahrer hatte bei Söcking einen Fußgänger angefahren, der unter dem Auto eingeklemmt war. Für das Szenario hatten die Ehrenamtlichen extra einen Unfallwagen besorgt, Christoph Senft spielte den betrunkenen Fahrer, der an der Unfallstelle Ärger machte – und das wirklich gekonnt. Die Jugend hatte unter anderem die Aufgabe, den Fahrer zu betreuen, aber auch, den Pkw mit Holzteilen abzustützen und mit Hebekissen anzuheben.

Alle zwei Jahre organisiert Franziska Hehenberger eine solche Langzeitübung, in der viel Arbeit steckt. Aber es lohnt sich: Die Jugendgruppe nahm komplett teil, dazu auch einige Quereinsteiger über 18 Jahre. Übungen wie diese steigern spürbar die Motivation und den Zusammenhalt. Das weiß auch der Feuerwehrverein, der die Kosten übernimmt – und Kommandant Christian Reichert, der die Übungen teilweise verfolgte und Gerätehaus und Fahrzeuge ohne Zögern zur Verfügung stellte. Auch die BRK-Bereitschaft half mit bei den Einsatzübungen. „Da sieht man, wie schön es ist, im Ehrenamt zusammenzuarbeiten“, sagt Franziska Hehenberger.

Samuel hat es gefallen. Der Realschüler geht gerne alle zwei Wochen und ab und an einmal am Wochenende zu den Jugendtreffen. Zur Jugendwehr kam er, weil Freunde ihn gefragt hatten. Mit der Schule bekommt er sein Engagement unter einen Hut, auch wenn manchmal etwas anderes wegfallen muss. Will er zur „großen“ Wehr, wenn er 16 wird? Die Antwort kommt prompt: „Ja klar.“

Für Lucca Gläske war das ebenso klar – er fährt bereits mit den Aktiven zu Einsätzen. Der gerade 18-Jährige engagiert sich bei der DLRG, wollte aber mehr: „Man lernt etwas, was man sonst nicht lernen würde.“ Sein ehrenamtliches Engagement macht ihm Freude: „So wie andere zum Sport gehen“, sagt er. Seit rund zweieinhalb Jahren ist er bei der Starnberger Jugendwehr und wird nun zu den Aktiven wechseln.

Ab 16 Jahren können Jugendliche bereits mit zu Einsätzen, werden aber nicht für alles eingesetzt. Lucca geht auf die FOS. Geht das zeitlich alles zusammen? „Teilweise ist es stressig, aber es passt. Man muss es eben managen können.“

Mehr Infos

Die Starnberger Jugendfeuerwehr steht allen ab zwölf Jahren offen. Wer sich für die Feuerwehrarbeit interessiert, kann sich unter z (0 81 51) 9 04 20 informieren.

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