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Eine ganz starke Mannschaft: die Jugendgruppe der Kolpingbühne Starnberg. 

Kolpingbühne Starnberg

Die Jugendgruppe feiert 25. Geburtstag 

Am Anfang waren sie nur „Aushilfen“ bei den Erwachsenen, doch daraus wurde eine Dauereinrichtung. Das wird gefeiert.

StarnbergHeuer feiern die Kinder und Jugendlichen der Kolpingbühne Starnberg 25-jähriges Bestehen ihrer eigenen Jugendgruppe.

„Angefangen hat 1993 alles mit acht Buben und drei Mädchen“, erzählt Gründerin und Spielleiterin Barbara Schwab. Die elf Jungschauspieler waren allesamt Kinder der „großen“ Schauspieler der Kolpingbühne. Sie selbst war damals 18, als sie beschloss, ein erstes Treffen der Jugendgruppe zu organisieren. „Und dann haben wir einfach mal losgewurschtelt.“

Bis dahin hatte sie zwar selbst gespielt, aber noch nie ein Stück inszeniert. Da die Motivation bei allen groß war, wurde schon das erste Stück der Nachwuchsschauspieler ein Erfolg: „Hilfe, unser Müll ist weg“ sollte den Start der erfolgreichen Jugendgruppe markieren, die schon silbernes Jubiläum feiert. „Das Stück passte von der Anzahl der Spieler perfekt“, erinnert sich Schwab an die Anfänge. Zur Premiere kamen damals 200 Besucher. Mittlerweile kommen zu den Vorstellungen der Jugendbühne um die 1200 Leute. Und auch die Gruppe ist deutlich gewachsen: 38 Kinder und Jugendlicheim Alter von acht bis 24 Jahren sind mittlerweile mit dabei.

Klassikern wie „Die kleine Hexe“ über „Das Dschungelbuch“ bis zu „Aladin“, „Das Sams“ und „Die Schöne und das Biest“ haben die jungen Bühnenkünstler schon gespielt. Gemeinsam haben diese Stücke ihre Bekanntheit untermauert. „Von modernen Stücken lassen wir die Finger“, sagt Schwab. Da gehe es oft um Patchwork-Familien, Scheidungskinder und derlei aktuelle Thematiken. „Das haben die Kinder zu Hause schon genug“, weiß die Spielleiterin, „da befassen wir uns im Theater lieber mal mit der heilen Welt der Märchen und Fantasiegeschichten.“

Fragt man Barbara Schwab nach dem größten Unterschied zwischen dem Erwachsenen- und dem Jugendtheater, muss sie nicht lange nachdenken: „Die Jungen sind viel disziplinierter.“ Sie würden Texte zuverlässiger lernen und motivieren sich bei den Proben gegenseitig. „Die Erwachsenen gehen lieber mal eine rauchen zwischendurch.“ Gerade in der Jugendgruppe sei Disziplin besonders wichtig. In der Zeit vor den Vorstellungen, die jedes Jahr am dritten und vierten Fastenwochenende stattfinden, hat die junge Truppe jede Woche bis zu drei Proben. „In der Zeit müssen andere Hobbys auch mal hinten angestellt werden“, sagt die 43-Jährige. Sie weiß, dass die Kinder oft noch viele andere Aktivitäten in ihrer Freizeit betreiben. „Aber in den Wochen zwischen Weihnachten und den Aufführungen erwarte ich schon volle Konzentration“.

Das funktioniere bei den jungen Schauspielern der jungen Kolpingbühne sehr gut und zahle sich dann am Ende immer aus. Jedes Jahr begeistern die Nachwuchsspieler ihr Publikum mit aufwendigen Produktionen, Kostümen und Bühnenbildern. Auch diese entstehen im Laufe der Proben und werden von der Gruppe selbst für das jeweilige Stück geschneidert, gebastelt und gebaut. Heuer spielen 35 der 38 Mitglieder der Jugendgruppe bei „Cinderella und der grüne Schuh“ mit. Die anderen drei beteiligen sich anderweitig an der Produktion, als Maskenbildner oder Kostümschneider.

So kann jeder seinen Platz im jungen Ensemble finden. „Manche haben am Anfang noch sehr leise Stimmen oder zieren sich“, erzählt Barbara Schwab. Aber in der Gruppe sei der Umgang miteinander sehr respektvoll, niemand werde gehänselt. „Im Endeffekt hat jeder sein Päckerl zu tragen“, weiß die Hobbyregisseurin. „Nicht jedes sieht oder hört man.“

An diesem Samstag, 3. März, ist die Premiere des aktuellen Stückes. Eintritt verlangt die Jugendbühne nicht – auf Anfrage werden allerdings verbindliche Einlasskarten ausgegeben. Für die diesjährige Vorstellungen sind schon alle Karten vergeben. Denn die Vorstellungen sind – wie jedes Jahr – begehrt.

mak

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