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Wer hat den schönsten Maibaum? Natürlich die Hanfelder – sagen zumindest die Hanfelder, die sich zusammen mit Marlene (l.) und Luise für den Merkur-Fotografen aufgestellt haben. Und künftig soll auch der Platz um den Maibaum richtig schön werden.

Kanalarbeiten

In Hanfeld wächst die Wut

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Nach zwei Monaten Kanalarbeiten gibt es Ärger über Sondermüll und Forderungen des Abwasserverbandes.

Hanfeld – Wie geht’s weiter mit der Kanalsanierung in Hanfeld? Was wird aus dem teerhaltigen Sondermüll vor dem Wohnhaus von Evi Liebl? Und warum droht der Abwasserverband Starnberger See Grundstückseigentümern mittlerweile mit Strafzahlungen? Diese Fragen beschäftigen derzeit viele Menschen in Hanfeld. So verwundert es nicht, dass der Kanal bei der Bürgerversammlung am Dienstag das beherrschende Thema war – obwohl es laut Einladung nur um die Neugestaltung des Maibaumplatzes gehen sollte.

Verband nutzt 400 Quadratmeter großes Grundstück als Zwischenlager

Bekanntlich nutzt der Verband ein 400 Quadratmeter großes Grundstück am Ende des Hirtwieswegs als Zwischenlager für teerhaltigen Straßenaushub, bis dieser nach Vorlage einer Analyse der Zusammensetzung zur Deponie gefahren werden darf. Bereits am 3. April hatte der Starnberger Merkur darüber berichtet, dass der Müll direkt vor dem Wohnhaus von Evi Liebl liegt. Gebessert hat sich seitdem nichts – im Gegenteil. Sie sei mittlerweile in ärztlicher Behandlung, sagte die 55-Jährige jetzt vor etwa 40 Bürgern. „Ich sehe es nicht ein, dass ich zwei Jahre diesen Dreck einatmen soll.“

Was die Hanfelder besonders ärgert: Rund 300 Meter Luftlinie entfernt ist der städtische Betriebshof, der genügend Fläche für eine Zwischenlagerung habe. Das gehe nicht so einfach, erwiderte Bürgermeisterin Eva John und wiederholte ein Argument von Abwasserverbands-Geschäftsführer Norbert Impelmann: Der Aushub müsse im Baufeld gelagert werden, andernfalls sei eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz nötig.

„Dann sollten wir das Geld in die Hand nehmen, wenn Anlieger in Mitleidenschaft gezogen werden“, forderte Anwohner Peter von Sigriz. John sieht dabei den Abwasserverband in der Pflicht. „Ich finde den Dreck wirklich schlimm, aber ich kann ihn ja nicht selbst wegtragen.“

Unternehmer Blasig: „Habe mir vorbehalten, die Kosten zurückzufordern“

Deutliche Worte fand BLS-Stadtrat Franz Heidinger, der Bruder von Evi Liebl. „Hier schiebt einer dem anderen den Schwarzen Peter zu“, sagte er. „Es kann nicht angehen, dass eine für ein Bauvorhaben leiden muss, das die Allgemeinheit betrifft.“ Eine Sondergenehmigung für den sofortigen Abtransport des teerhaltigen Aushubs zu beantragen, dauere drei Monate – vor dem Hintergrund, dass die Arbeiten bis ins Jahr 2018 dauern, ein durchaus noch ausreichender Zeitrahmen. Heidinger: „Es ist unsere Pflicht, das Thema sofort zu lösen.“

Was die Hanfelder auch ärgert: Seit einiger Zeit fordert der Abwasserverband Anlieger schriftlich auf, einen so genannten Sickertest auf ihrem Grundstück zu machen. Dabei wird – vereinfacht gesagt – mit einer Baggerschaufel eine Grube ausgehoben, diese anschließend mit Wasser gefüllt und anschließend gemessen, wie schnell das Wasser im Boden versickert.

Viele Bürger haben das bereits gemacht, als sie ihre Häuser gebaut haben. Dass der Verband jetzt Strafzahlungen bis zu 1500 Euro androhe, kommt da überhaupt nicht gut an. Immobilienunternehmer Bernhard Blasig hat einen neuen Sickertest zwar vornehmen lassen, aber: „Ich habe mir vorbehalten, die Kosten zurückzufordern.“ Verbandschef Impelmann war gestern wegen einer Tagung nicht zu erreichen.

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