Armin Laschet und Markus Söder.
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Wer macht’s? CDU-Vorsitzender Laschet (l.) und CSU-Chef Söder wollen beide Kanzlerkandidat werden.

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Kanzlerkandidatur: „Söder ist glaubwürdiger, Laschet wankelmütig“ - So argumentieren CSU-Vertreter

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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CSU-Vertreter aus dem Landkreis Starnberg plädieren für ihren Parteichef als Kanzlerkandidat. Sie loben Markus Söders klare Linie und das Auftreten in der Pandemie. Aber nicht alle wollen sich festlegen.

Landkreis – CSU-Vertreter aus dem Landkreis Starnberg bekennen sich zu Markus Söder als Kanzlerkandidat. Er vertrete eine klarere Linie als CDU-Chef Armin Laschet. Söders Bekenntnisse nach dem Motto „Mein Platz ist in Bayern“ nehmen sie ihm im Nachhinein nicht übel.

Manfred Herz, CSU-Kreisrat aus Gilching und Kreischef der Mittelstandsunion, hatte im Februar per Brandbrief an Söder vor einer „Pleitewelle im Einzelhandel“ gewarnt und damit auch Bayerns Ministerpräsident kritisiert. Söders Vorstoß, für die Kandidatur bereit zu sein, findet er gut. „Söder ist glaubwürdiger, Laschet wankelmütig. Er hat seine Meinung teils wöchentlich geändert“, sagt der Unternehmer auf Anfrage. Unter CDU-Führung seien einige unternehmerfeindliche Entscheidungen getroffen worden, der „linksliberale Kurs“ Angela Merkels gefällt Herz nicht. Der Gilchinger ist überzeugt davon, dass Söder bundesweit „als starke Person wahrgenommen wird“. Herz erwartet, dass sich neben dem Berliner noch mehrere CDU-Landesverbände zu Söder bekennen werden. „Das CDU-Präsidium konnte Laschet ja nicht entmachten, es hat ihn ja auf den Schild gehoben.“

CSU-Kreisvorsitzende Stefanie von Winning sagt: „Schauen Sie sich die Umfragewerte an. Söder wäre sehr gut geeignet. Aber ich sage nicht, dass Laschet es nicht könnte.“ Das sieht Norbert Kraxenberger, Vorsitzender der Senioren-Union im Landkreis, anders: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie Laschet mit Putin oder Macron verhandeln soll. Da könnten wir uns nicht gut repräsentiert fühlen.“ Dem CDU-Chef fehle es an Energie, wohingegen Söder mit „seinem ganzen Auftreten“ überzeuge. Aber Kraxenberger stellt auch klar: „Es wäre ein großer Vorteil für Bayern, wenn Söder hier bleibt.“

Landrat Frey: „Es muss der an den Start, der die besten Chancen hat“

Dr. Ute Eiling-Hütig, Landtagsabgeordnete aus Feldafing, erklärte gestern unter dem Eindruck des CDU-Präsidium-Plädoyers für Laschet: „Söders Kandidatur hat nur Sinn, wenn die breite Mehrheit dahinter steht.“ Für sie ist der Bayer der erfolgversprechendere Mann in der Union. Genau wie für CSU-Landrat Stefan Frey: „Es muss der an den Start, der die besten Chancen hat“, sagt er dem Starnberger Merkur. Söder könne „Lösungen voranpeitschen und Führungsverantwortung tragen“.

Die Starnberger Ortsvorsitzende Dr. Charlotte Meyer-Bülow bleibt eher neutral. „Es sind zwei erfahrene und gestandene Politiker. Ich könnte mit beiden sehr gut leben.“ Meyer-Bülow ist froh, dass es nun in der K-Frage voran geht. „Die Zeit ist reif. Die Bürger wollen wissen, wie es weitergeht.“ Sie finde es gut, dass die Gremien der Unionsparteien einbezogen werden.

Und was meint der gefährlichste politische Gegner? Grünen-Kreissprecherin Kerstin Täubner-Benicke findet es „interessant, dass Söder, der immer gesagt hat, er gehört nach Bayern, jetzt nach Berlin drängt“. Sie vermutet „karrieretechnische Gründe“. Welcher Unionskandidat die Grünen-Chancen erhöhe, könne sie nicht abschätzen.

Und was verliert Söder, wenn er es nicht wird? „Deutlich weniger als Laschet“, betont Unternehmer Herz: „Er kann dann ja sagen: Wir sind die kleinere Partei, damit musste ich rechnen.“

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