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Starnbergs Landrat Karl Roth (r.) wird 2020 nicht mehr bei der Kommunalwahl antreten. Der CSU-Vorstand hat bereits einen Vorschlag für die Kandidatur beschlossen: den Starnberger Stadtrat Stefan Frey.

Kommunalwahl 2020

Karl Roth kandidiert nicht mehr als Landrat

Paukenschlag bei der CSU im Landkreis Starnberg: Landrat Karl Roth wird bei der Kommunalwahl 2020 nicht noch einmal antreten. Einen möglichen Landratskandidaten gibt es bereits.

Landkreis – Er hat sich lange Zeit gelassen und lange überlegt: Landrat Karl Roth (64) wird bei der Kommunalwahl 2020 nicht wieder für den Chefposten im Starnberger Landratsamt kandidieren. Darüber informierte er am Donnerstagabend den CSU-Kreisvorstand, in dem es einige lange Gesichter gab. Einen Vorschlag für die Landratskandidatur in 14 Monaten hat die CSU aber schon: den Starnberger Stadtrat Stefan Frey (43), einer der Söhne von Altlandrat Heinrich Frey.

"Zwölf Jahre Landrat, mit Herz und Leidenschaft, das ist ok. Ich möchte diese spannende und herausfordernde Aufgabe künftig gerne in jüngere Hände legen", wird Karl Roth in einer vor wenigen Minuten veröffentlichen Erklärung der CSU zitiert.  Roth nennt familiäre Gründe für seinen Rückzug im kommenden Jahr. Zudem wäre er am Ende seiner Amtszeit 2026 fast 72 Jahre alt. Er habe lange überlegt, weil er gerne noch einige Projekte zum Abschluss gebracht hätte. „Aber ich musste jetzt entscheiden“, sagte der frühere Polizist und Andechser Bürgermeister.

Roth hatte lange überlegt

Bei einigen CSU-Oberen löste die Entscheidung Beunruhigung aus. Eine ganze Reihe von Kreispolitikern war davon ausgegangen, dass Roth noch einmal antritt. Seit mehr als einem Jahr hatte er Fragen nach seiner Kandidatur abgewehrt und sich weitere Bedenkzeit erbeten. Wäre Karl Roth noch einmal in den Ring gestiegen, galt ein hoher Sieg bei der Landratswahl als sicher.

Zugleich empfahl Roth laut CSU, Stefan Frey als Bewerber um seine Nachfolge vorzuschlagen. Die Nominierungsversammlung der Kreis-CSU soll im Sommer stattfinden. Roth: "Ich traue Stefan Frey zu, die mit dem Amt des Landrats verbundenen überaus verantwortungsvollen und intensiven Aufgaben zu meistern und Probleme mit der notwendigen Umsicht und dem Weitblick zum Wohle der Menschen in unserem Landkreis zu lösen. Er ist dazu fachlich qualifiziert, hat die politische Erfahrung und die erforderliche Durchsetzungskraft. Seine menschliche Art und Kompromissfähigkeit gefallen mir. "

Stefan Frey wurde vom CSU-Kreisvorstand einstimmig vorgeschlagen. Der Starnberger ist nicht im Kreistag, sondern Stadtrat in Starnberg und Ortschef der CSU in der Kreisstadt. Der Familienvater ist im Innenministerium tätig. Wer für die CSU 2020 in den Wahlkampf zieht, entscheidet die Delegiertenversammlung. Dort könnten sich auch noch andere CSUler der Wahl stellen.

Für alle anderen Parteien beginnt nun die Suche nach Kandidaten, denn so offen wie 2020 war eine Landratswahl seit Jahrzehnten nicht. Karl Roth war 2008 als Nachfolger von Heinrich Frey mit 58 Prozent in der Stichwahl gegen Tim Weidner (SPD) gewählt worden. Roth war zuvor Vize-Landrat. Bei der Wahl 2014 hatte sich Roth bei vier Gegenkandidaten bereits im ersten Wahlgang mit 52,8 Prozent durchgesetzt.

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