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Symbolbild

BRK Starnberg

Kein Platz für Berge an Kleidung

Starnberg – Es wirkt alles etwas improvisiert, aber es funktioniert: An der Petersbrunner Straße zeigt sich derzeit, dass auch die Starnberger ein Herz für Flüchtlinge haben.

Knapp zwei Wochen nach dem Spenden-Aufruf des BRK stapeln sich die Kleider-Säcke in einer Garage, auf der Treppe der Einsatzzentrale des Rettungsdienstes wartet ein Stoffhase darauf, einem Kind eine Freude zu machen. Doch nicht nur er, ein ganzer Anhänger voll mit Spielzeug steht bereit. Die Starnberger räumen offensichtlich ihre Schränke leer: „In drei Tagen waren jetzt 500 Bürger hier“, freut sich Bereichsleiter Georg Rötzer.

Rund um die Uhr nehmen der Chef der BRK-Einsatzdienste und die übrigen Mitarbeiter die Spenden entgegen, eigens abgestellt wird dafür niemand. „Wir machen das komplett nebenher, dafür sind wir beim Roten Kreuz“, sagt Rötzer. Der Bereichsleiter bittet aber um Verständnis, dass die Kleidung derzeit nicht sortiert werden kann, sondern in Plastiksäcken verschwindet. „Zum Sortieren haben wir leider keinen Platz“, bedauert er.

Ein Gautinger hatte sich Anfang dieser Woche beim Starnberger Merkur über die lieblose Behandlung seiner Spende beklagt. „Wir waren nicht gewillt, unsere guten und sauberen Kleidungsstücke in uns ausgehändigten blauen Plastiksäcken zu verstauen“, moniert der Gautingern, der seine Sachen dann auch wieder mitgenommen hat. „Ist es nicht möglich, eine ordentliche Sammel- und Ausgabestelle einzurichten?“, fragt er und verweist auf leere Büroflächen und Räume in Starnberg. Und er findet es „nicht richtig, dass man die Asylanten nicht einbindet und ihnen so eine Beschäftigung anbietet“.

Den Vorwurf findet Rötzer bedauerlich. Er verweist darauf, dass Asylbewerber längst für das BRK im Einsatz sind. So hätten bis November sechs Afghanen und Syrer im Hof an der Petersbrunner Straße Kleider sortiert. Derzeit könne er das den Flüchtlingen aber nicht zumuten, weil es schlicht zu kalt sei. Und ein geeigneter beheizter Raum stehe nicht zur Verfügung. „Wenn uns jemand umsonst einen anbietet, sortieren wir sofort“, macht Rötzer klar.

Auf lange Sicht hofft Rötzer, dass auch in Starnberg eine Kleiderkammer entstehen kann. Es sei allerdings sehr schwierig, in der Kreisstadt einen geeigneten Raum zu finden. Wer dem BRK behilflich sein will, kann sich direkt bei dem Bereichsleiter melden: z (0 81 51) 65 19 92.  jvr

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