Dreimal sorgten die musikalischen Schüler aus Kempfenhausen in der Schlossberghalle für ein  ausverkauftes Haus.

Gymnasium Kempfenhausen

Frühlingskonzert rockt den Saal

Starnberg/Kempfenhausen - Ihre Konzerte sind legendär und auch diesmal machten die Schüler des Gymnasiums Kempfenhausen ihrem Ruf bei den traditionellen Frühlingskonzerten alle Ehre. 

Ein kalligraphiertes „K“ auf dem Programmzettel schien zu sagen: „Kempfenhausen“ und „Konzert“ gehen gut zusammen. Und auch beim Frühlingskonzert des Landschulheims war das so. Zumal kaum ein Gymnasium von sich behaupten kann, an drei aufeneinanderfolgenden Abenden eine große Halle komplett zu füllen. Quasi ausverkauft war die Schlossberghalle schon bei der Premiere am Donnerstag, und das ist auch beim Schlusskonzert am Samstag so.

Ohne Reden steht sofort die Musik im Vordergrund, dargebracht zunächst von der Big Band. Und „big“, also „groß“, ist kein bisschen übertrieben. Man hofft förmlich, dass niemand Noten umblättern muss, sonst würden die gut 80 Musiker unweigerlich den gedrängt sitzenden Nachbarn stoßen.

Ein flotter Marsch zeigte gleich, welch prägnante lyrische Passagen durch Querflöten und welche wuchtigen durch Tubas und Posaunen gelingen. Dazwischen wurde das Publikum durch viel Frische angesteckt, dazu überzeugte Rebecca Neubarth als eine Moderatorin, die schon mal aus dem Nähkästchen plauderte: „Ja, sind wir denn hier im Altersheim?“, soll Musiklehrer und Bandleader Steffen Lüdecke angetrieben haben. Die „Irish Party Third Class“ wurde daraufhin, besonders beim wirbelnden Finale, zum einem Tempo-streich der allerersten Güte. Die konsequent getragenen roten Krawatten – von den Mädchen locker, wie ein Schal umgelegt – stützten den hervorragenden Auftritt auch optisch.

Getreu der guten Struktur des Abends legte Martin Liebl seine Begrüßungsworte über die Umbaupause. Mit humorigem Augenzwinkern verwies der Schulleiter auf die Probentage. „Es heißt immer, da werde so schwer gearbeitet, aber warum will dann jeder hin?“, fragte er süffisant, endete aber mit einem Lorbeerkranz für die Musiker: „Schüchterne und selbstbewusste Schüler in einem Orchester zusammenzubringen, das ist auch ein Stück gelebte Integration.“

Eindruck machten sodann die Chöre und die Bläser-Ensembles der Unterstufe, bevor die Bühne sich öffnete für die „Black and White Band“, worin Saxofon und Keyboards Daisy Bensons Interpretation eines Michael Jackson-Songs unterstützten. Daraufhin beeindruckte der große Chor unter der temperamentvollen Leitung von Bettina Kühner-Wehn: „It’s raining men“ trug echt jazzige Stimmung. Das „Hit the road“ (mach dich vom Acker) nahm kaum jemand ernst, und so war nach der Pause der Glanz des klassischen Orchesters zu erleben.

Stimmig und sauber – wenn auch minimal abgebremst und noch nicht in voller Vibrato-Verwendung – kam die Peer Gynt-Suite zum Tragen. Das Herz-Schmerz-Lied „Perhaps Love“ von 1981 wurde zu den Streichern durch Marlene Schöbel, Theresa Neureuther und Julia Stadler einfühlsam präsentiert – mit Peter Sticht in einer tollen Rolle als ein „Young Tenor“, wie überhaupt so manche Talentshow im Fernsehen deutlich hinter diesem Konzert zurückstand.

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