Kfz-Zulassungsstelle

Müssen Starnberger wegen Nachbarn länger warten?

Müssen Bürger aus dem Kreis Starnberg bei der Zulassung oder Ummeldung ihrer Autos bald längere Wartezeiten in Kauf nehmen, weil mehr Kunden aus dem Kreis München in den Bürgerservice des Starnberger Landratsamtes drängen?

Landkreis Starnberg/München– Diese Befürchtung, dass Starnberger Bürger in ihrer Zulassungsstelle länger warten müssen,  kommt nicht von ungefähr. Denn der Nachbarkreis hat massive Probleme mit seiner Zulassungsstelle in Grasbrunn – und geraten, auf andere Zulassungsstellen wie Starnberg auszuweichen. Dort sieht man das recht gelassen – noch.

Die Landkreise Starnberg, München, Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land, Fürstenfeldbruck, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Mühldorf, Traunstein, Rosenheim und die Stadt Rosenheim haben sich schon vor Jahren zusammengeschlossen und ermöglichen es ihren Einwohnern, in jedem anderen Verbundkreis Fahrzeuge zuzulassen, abzumelden und vieles mehr. „Ein super Beispiel für Bürgerservice“, erklärt die amtierende Kreissprecherin Barbara Beck, den Vorteil habe der Bürger. Durch den Zusammenschluss können Behördengänge dieser Art auch am Arbeitsort erledigt werden, oder man spart sich lange Fahrten. Das gilt vor allem fürs Würmtal: Von Planegg nach Grasbrunn sind es 42 Kilometer, nach Starnberg sind es 22. Zudem ist der Starnberger Bürgerservice für seine ausgedehnten Öffnungszeiten bekannt – auch an Brückentagen. Die Einnahmen bleiben beim Kreis, der damit eigene Stellen bezahlt.

Der Service kommt an. 2017 erledigten 11 176 Kunden aus anderen Kreisen in Starnberg ihr Zulassungsgeschäft, 2018 waren es mit 10 401 etwas weniger. Die Probleme in Grasbrunn zeigen jedoch Wirkung: Im Dezember 2017 waren von 851 Vorgängen 640 aus dem Landkreis München; im Dezember 2018 waren es 805 von 1117 – fast 50 pro Öffnungstag.

Der Landkreis Starnberg nimmt die Kunden aus dem Landkreis München gerne auf, solange die eigene Bevölkerung nicht darunter zu leiden hat. Schon lange gibt es eine Einschränkung, nämlich: Ist der Andrang zu groß, behält sich der Landkreis Starnberg vor, den Service für Kunden aus anderen Kreisen auszusetzen. Diese Regelung steht auch auf der Internetseite und gilt bisher für Brückentage – und wurde Barbara Beck zufolge noch nie tatsächlich umgesetzt. Sollten immer mehr Autobesitzer aus dem Landkreis München den Starnberger Bürgerservice nutzen, will die Kreisbehörde nicht ausschließen, dass es Einschränkungen für Auswärtige gibt. Bisher gebe es „gefühlt kein großes Problem“. Falls doch, müsse man mit dem Landkreis München eben einmal reden.  

Rubriklistenbild: © picture alliance / Jens Büttner/ / Jens Büttner

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