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Mühe vor dem Auftritt: Die Kinder- und Jugendgardemädchen der Perchalla verbringen viel Zeit mit Kostümen, Frisuren und dergleichen mehr.

Kinder- und Jugendgardetreffen

Perchalla: Zeitrechnung in Farben

Starnberg – Aufgeregt gleitet die Jugend- und Kindergarde der Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla in den großen Saal der Schlossberghalle. Die Jungs tragen schicke Anzüge, die Mädels schillernde Ballkleider, die Haare sind zu kunstvollen Frisuren gesteckt und in den Gesichtern aller leuchtet konzentrierte Vorfreude auf den Auftritt.

Unterstützt vom Dachverband BDK (Bund Deutscher Karneval – Landesverband Oberbayern) richtete die Faschingsgesellschaft zum zweiten Mal in Folge das Kinder- und Jugendtreffen aus. Von insgesamt 50 geladenen Karnevalvereinigungen hatten sich 24 angemeldet. Rund 600 Kinder und Jugendliche von fünf bis 18 Jahren zeigten ihr beeindruckendes Repertoire.

Jeweils 20 bis 50 Tänzer lassen sich an diesem eisigen Wintertag durch die Luft wirbeln, gleiten mühelos in den Spagat oder fegen paarweise im Gleichschritt über das Parkett. Glück und Freude der Tanzenden sind ansteckend, springen regelrecht auf die Zuschauer über, die mitklatschen und den Artisten zujubeln. Synchron aufeinander eingespielt sind die Darsteller eine wahre Augenweide – und damit das so ist, proben die Perchallas seit Ostern mindestens einmal wöchentlich. Buben sind Mangelware. „Wir konkurrieren mit Fußball und Co.“, weiß Sprecherin Ilona Denk aus Erfahrung.

Trotzdem konnte die Mini-Garde heuer das Zwillingspaar Leonard und Etienne gewinnen. Der zehnjährige Leonard sieht keinen Grund, nicht gleichzeitig zu tanzen und Fußball zu spielen. Peinlich? Nein, gar nicht! Seine Schwester Victoria ist schon die zweite Saison dabei. Wer einmal anfängt, so scheint es, ist vom Tanzvirus infiziert. „Angesteckt“ hatte sich die Zwölfjährige bei einer Freundin. Auf die Frage an die 17 Jahre alte Laura, wie viele Faschinge sie schon wortwörtlich durchgetanzt habe, muss sie überlegen. Hilfesuchend blickt sie zur Pressesprecherin. „Mit welcher Farbe hast du begonnen?“ Blau. „Dann sind es sechs Jahre“, rechnet Denk nach. Im Fasching zählt man die Zeit in Farben. Die ersten Male machte sie sich noch Sorgen, ob sie die schnelle Schrittfolge und Figuren je hinkriegt. Die Trainer motivierten sie und machten ihr Mut. Dann der erste Auftritt: „Ich war super nervös und hatte plötzlich den ganzen Tanz vergessen.“ Und kaum stand sie mit der Tanztruppe auf der Bühne, war alles wieder da. Unterdessen trainiert sie hin und wieder die Minis. Irgendwann möchte sie vielleicht als Trainerin eine Gruppe übernehmen.

Auf der Bühne steht unterdessen der nächste Faschingsclub und tanzt sich einen Riesen-Applaus ein. Als Zuschauer freut sich da selbst der größte Faschingsmuffel.

Narrentermine

Heute ab 17.30 Uhr übernimmt die Perchalla im Rathaus die Macht. Kommenden Sonntag ist der nächste Kinderball (14 Uhr).

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