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Kinos im Landkreis Starnberg öffnen wieder - aber nicht alle gleichzeitig

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Von: Andrea Gräpel, Tobias Gmach

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Vorbereitungen für den Neustart: Es ist noch ein paar Tage hin, aber im Breitwand-Kino in Gauting laufen schon die Vorbereitungen: Kinochef Matthias Helwig organisierte gestern Plexiglasscheiben für das Foyer, die er mit Lukas Peltzer und Natalie Papapetrou umgehend einbaute. © Andrea Jaksch

Schwere Monate liegen hinter den Kinobetreibern des Landkreises Starnberg. Doch ein Ende ist absehbar.

Landkreis – Das Tutzinger Kurtheater startet am 15. Juni mit zwei Filmen pro Tag, jeweils um 17.30 und 20 Uhr. Das Breitwand-Kino in Gauting öffnet am 18. Juni seine Pforten, Starnberg und Seefeld folgen am 2. Juli. Ob es ab 1. August auch Open-Air-Kino gibt, darüber entscheidet das Landratsamt.

„Wir tasten uns ran“, sagt Michael Teubig, Betreiber des Tutzinger Kurtheaters. Er ist der Ansicht, dass es kleine Programmkinos wie seines nun leichter haben als solche mit mehreren Sälen. „Wir sind relativ beruhigt, weil wir das zu zweit weiterführen können und kein Extra-Personal für die Aufnahme von Kontaktdaten oder die Platzeinweisung einstellen müssen.“ 127 Plätze bietet der Tutzinger Saal, 50 kann Teubig bei Einhaltung der Abstände besetzen. „Aber mehr Leute kommen normalerweise sowieso nicht.“ Natürlich gibt es Ausnahmen: Teubig verweist auf den neuen James-Bond-Film, der in den November verschoben wurde. Und auf den Provinzkrimi „Kaiserschmarrn-Drama“, der am 13. August anlaufen soll. „Das bedeutet normalerweise fünf Wochen volles Haus.“ Hundertprozentig sicher sei der Start des Kommissar-Eberhofer-Falls aber noch nicht.

Befürchtung: Viele beliebte Filme fallen im Herbst zusammen

Teubig befürchtet, dass viele beliebte Filme im Herbst gleichzeitig anlaufen könnten, was ein Nachteil für große wie kleine Kinos wäre. Beeindruckt hat ihn die große Spendenbereitschaft für sein Kurtheater, die auch der Förderverein ermöglicht. Teubig: „Hier wohnen viele reiche Menschen, die sagen: Bevor es das Finanzamt kriegt, gebe ich es lieber dir.“

Für Matthias Helwig, Betreiber der Breitwand-Kinos in Gauting, Seefeld und Starnberg, ist die Eröffnung der Kinos ein Zeichen. „Es geht darum, den Menschen das Vertrauen in das Kino zurückzugeben“, sagt er. Das Kino sei ein sicherer Ort, „dort singt keiner, dort tanzt keiner“. Die insgesamt rund 700 Sitzplätze in seinen neun Kinosälen kürzt Helwig auf etwa 200 zusammen. Das heißt: Es ist immer genug Abstand zwischen allen Besuchern. „Die Gäste können sich selbst hinsetzen, ich kontrolliere dann lediglich vor Filmbeginn.“ Die Zuschauer würden die Säle aus den Notausgängen verlassen, damit die Besucherströme getrennt sind. Maskenpflicht gilt, außer am Platz. Der Ticketverkauf erfolgt vornehmlich online. Plexiglasscheiben schützen Kunden und Angestellte im Foyer, und natürlich ist die Lüftung frisch gewartet.

Der Aufwand rechnet sich nicht

Rechnen tut sich der ganze Aufwand nicht. „Dann wäre ich ja vorher Millionär gewesen“, sagt Helwig. Sein Personal, über 30 Angestellte und Aushilfskräfte, müsse er für die Hygienevorkehrungen in den Kinos eher noch aufstocken. Die Tickets sollen trotzdem nicht teurer werden.

An seinen Festivalplänen hält Helwig nach wie vor fest. Los geht’s am 15. September. Möglicherweise aber ohne Dampferfahrt und mit einer Eröffnungsfeier unter freiem Himmel. Vorher, ab 1. August, plant Helwig in Starnberg einen Open-Air-Sommer, der in das Festival übergehen soll. „Die Stadt Starnberg steht dem positiv gegenüber“, sagt Helwig. Nun sei das Landratsamt am Zug. „Ich hoffe sehr, dass es das Open-Air genehmigt.“

Die Kinowelt Dießen ist bis auf unbestimmte Zeit geschlossen, steht auf der Internetseite und wird per Ansage auf dem Anrufbeantworter mitgeteilt. Wann die Filmstation in Gilching eröffnet, war gestern nicht zu erfahren.

Café im Kino Gilching öffnet schon am Montag

Das Breitwand-Kinoprogramm steht bereits online. Helwigs Empfehlung für den Neustart: der Film „Alexis Sorbas“, auch wenn der schon 56 Jahre alt ist. „Weil das ein Film über das Leben ist. Irgendwie geht es doch immer weiter.“

In der Gilchinger Filmstation laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, wie Mitbetreiber Ulf Maneval am Freitag berichtete. Schon am Montag öffnet das Café. Maneval ist gespannt. „Die große Frage ist, wie nimmt das Publikum die Öffnung an? Einige Menschen werden vorsichtig sein, andere wollen das normale Leben zurück“, sagt er. Das Programm steht ab kommenden Montag online. Los geht’s mit Filmen wie „Narziss und Goldmund“ sowie „Die Känguru-Chroniken“. Das Foyer wurde umgebaut, Tickets und auch Popcorn können vorab geordert und gezahlt werden. „Das Hygienekonzept steht“, verspricht Maneval. Trotz stark reduzierter Sitzplatzzahlen bleiben die Ticketpreise unverändert. Im Gegenteil, Eintrittskarten kosten bei Online-Buchung 50 Cent weniger.

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