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Auf nach Südkorea: Kira Weidle schaffte mit Rang acht in der Abfahrt von Lake Louise die direkte Qualifikation für Pyeongchang. 

Ski alpin

So freuen sich Kiras Eltern

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Zum ersten Mal seit 24 Jahren wird eine Starnbergerin wieder an Olympischen Winterspielen teilnehmen. Skirennläuferin Kira Weidle qualifizierte sich am Samstag im kanadischen Lake Louise mit Rang acht in der Abfahrt für Pyeongchang. 

Starnberg– Am Samstagabend knallten die Sektkorken im Hause Weidle. Martina und Günther Weidle hatten das Weltcup-Abfahrtsrennen von Lake Louise live am heimischen Fernseher verfolgt, und als ihre Tochter Kira mit der Startnummer 43 auf die Strecke ging und nach 1:28,18 Minuten über die Ziellinie fuhr, gab es kein Halten mehr: Die 21-Jährige vom Skiclub Starnberg war auf Platz acht gerast und hatte damit die direkte Qualifikation für die 23. Olympischen Winterspiele, die von 9. bis 25. Februar 2018 in Pyeongchang/Südkorea ausgetragen werden, sicher in der Tasche. „Ein Traum geht in Erfüllung“, sagte Mama Martina im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Nach dem Rennen konnte Vater Günther kurz mit seiner Tochter telefonieren. „Sie war natürlich megahappy“, erzählte er. „Kira war sich während ihrer Fahrt gar nicht sicher, ob sie langsam oder schnell unterwegs war.“ Erst als sie im Ziel die Acht auf der Anzeigetafel aufleuchten sah, war ihr klar: „Sie hatte die Linie voll getroffen.“ Und sie hatte auch ein starkes Nervenkostüm bewiesen. Denn als sie im Sessellift saß, um zum Start gebracht zu werden, fiel plötzlich der Strom aus, wodurch sich der Beginn des Rennens um eine Stunde verzögerte. Auch das konnte die 21-Jährige nicht aus der Ruhe bringen.

Dass Weidle in die Top Ten fahren könnte, hatte sich bereits am Donnerstag im Training angedeutet. Da belegte sie ebenfalls Rang acht und war sogar schneller als Viktoria Rebensburg und beste Deutsche. Und auch im ersten Abfahrtsrennen am Freitag zeigte sie, dass sie in Topverfassung ist. Trotz der hohen Startnummer 44 und immer widriger werdender Bedingungen mit Schneefall und Wind fuhr sie auf Rang 23 – ihr bis dato bestes Weltcupergebnis in der Spezialabfahrt.

Ob Kiras  Familie – die Eltern Martina und Günther sowie Bruder Luis und der Opa (v.r.) – nach Südkorea reisen wird, ist noch offen.

Kira Weidle, die am 9. Januar 2016 in Altenmarkt-Zauchensee ihr Weltcup-Debüt gab, ist erst die zweite Starnbergerin, die an Olympischen Winterspielen teilnimmt. Letztmals war Miriam Vogt, heute Vizepräsidentin des Deutschen Skiverbandes, 1992 in Albertville und 1994 in Lillehammer für Deutschland am Start. Die Kombinationsweltmeisterin von Morioka 1993 fuhr in Norwegen für den TSV 1880 Starnberg und wurde Neunte in der Kombination und Zwölfte in der Abfahrt.

Ob Martina und Günther Weidle ihrer Tochter in Pyeongchang live vor Ort die Daumen drücken, ist noch nicht sicher. „Die Flüge nach Südkorea sind noch nicht gebucht. Aber natürlich werden wir versuchen, dabei zu sein, wenn es sich irgendwie einrichten lässt“, sagte Günther Weidle. Notfalls müssen die Weidles die olympischen Rennen eben wieder am heimischen Fernseher verfolgen – natürlich mit ein paar Flaschen Sekt im Kühlschrank. Man kann ja nie wissen.

Kira Weidle selbst hatte wenig Ruhe am Sonntag. Am Abend deutscher Zeit stand der Super-G auf dem Plan. Da belegte die Skirennläuferin vom SC Starnberg nur Rang 34. Sie hatte 2,65 Sekunden Rückstand auf Siegerin Tina Weirater (Liechtenstein). 

Nach einem kurzen Heimataufenthalt geht es für die 21-Jährige am morgigen Mittwoch im Weltcup weiter nach St. Moritz, wo von Freitag bis Sonntag eine Kombination und zwei Super-G-Rennen auf dem Programm stehen.

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