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Awista

Klare Abfuhr für Forderung nach kostenloser Windel-Entsorgung

Kostenlosen Säcke für Einwegwindeln hat die Verbandsversammlung des Abfallwirtschaftsverbandes AWISTA diese Woche eine klare Absage erteilt. Die Junge Union hatte dem Landrat und den Gemeinden einen entsprechenden Antrag geschickt (wir berichteten).

Landkreis – Zuständig ist allerdings der AWISTA, und dessen Geschäftsführer Peter Wiedemann hält von solchen Vorschlägen nichts. Die Junge Union hatte vorgeschlagen, jungen Eltern für zwei Jahre kostenlos nach der Geburt eines Kindes Müllsäcke zu geben, die diese dann auf einem Wertstoffhof leeren können. Die Verteilung sollte über die Einwohnermeldeämter erfolgen. Eine Abholung sieht der Vorstoß nicht vor – aber darum geht es gar nicht.

Wiedemann führte in einer Verbandsversammlung dieser Tage die Grundprinzipien bundesdeutscher Abfallwirtschaft an: Vermeidung geht vor Entsorgung. Eine derartige Förderung der Einwegwindel hält er für ökologisch falsch, sieht aber auch rein praktische Probleme. Eine Lagerung der Windeln auf Wertstoffhöfen sei aus Platz- und Hygienegründen ausgeschlossen; zudem seien Geruchsbelästigungen für die Mitarbeiter zu erwarten und auch für die Eltern, die die vollen Windeln in den vollen Säcken zum Wertstoffhof bringen müssten.

Förderprogramm für Mehrwegwindeln

Das lasse an der Akzeptanz einer solchen Lösung Zweifel aufkommen. Der AWISTA und der für die Abfallentsorgung zuständige Landkreis offerieren schon seit mehr als 20 Jahren eine Alternative, nämlich ein Förderprogramm für Mehrwegwindeln. Das, gestand Wiedemann ein, werde nur von acht Eltern genutzt. Mehrwegwindeln haben aber auch Nachteile, wie Andechs’ Bürgermeisterin Anna Neppel aus Erfahrungen in der Familie berichtete: Ihr Enkel gehe in die Krippe, da seien Mehrwegwindeln nicht praktikabel.

Die Verbandsversammlung lehnte den Vorschlag gegen die Stimme von Christine Borst (Krailling) ab – der dortige Gemeinderat hatte den Vorschlag bereits gutgeheißen. Es bleibe den Gemeinden überlassen, dem Vorschlag zu folgen und zumindest kostenlose Müllsäcke auszugeben. Wiedemann verwies auf zwei weitere Aspekte: Bei Anforderung tausche der Verband binnen einer Woche Restmülltonnen gegen größere aus. Zudem dürfe man nicht nur Säuglinge im Blick haben, sondern auch ältere Menschen. Würde man ein solches System auch für sie anbieten, müssten sie ein Handicap offenlegen. 

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