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Gärtnern ohne Torf: Anna Neppel, Myria Ufer, Josefine Anderer-Hirt, Gretl Ufer-Süskind, Jürgen Ehrhardt und Christian Ufer zeigen, wie es funktionieren kann. 

Klimaschutz

Ohne Torf blüht’s besser

Warum man Torf dort lassen sollte, wo er herkommt, und lieber nicht im Garten verteilt, erklären die Experten für Gartenbau im Landkreis. 

Starnberg – Mit dem Frühjahr beginnt die Zeit der Gartenarbeit – dabei sollten Hobbygärtner möglichst wenig Torf verwenden, bittet der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt, Jürgen Ehrhardt. Bei einem Pressegespräch am Montag im Garten der Starnberger Familie Ufer erklärten er und die Chefin des Kreisverbands für Gartenbau, Andechs’ Bürgermeisterin Anna Neppel, warum.

„Moore, die zur Torfgewinnung entwässert werden, sind die zweitgrößte Einzelquelle von Treibhausgasen in Deutschland – nach dem Energiesektor“, sagte Ehrhardt. 4,5 Prozent des deutschen Kohlendioxidausstoßes würden freigesetzt, weil entwässerte Moore keinen Kohlenstoff mehr speichern können. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege setzt sich dafür ein, dass seine 4400 Mitglieder beim Gärtnern torffreie Erde benutzen. „Wir wollen unsere Mitglieder dafür sensibilisieren“, erklärte Anna Neppel. „Wir hoffen, dass dann auch andere auf Torf verzichten.“

Die Ufers verfolgen das Prinzip des torfarmen Gartens seit Jahrzehnten. Seit 1938 baut die Familie im Garten Gurken, Erdbeeren, Knoblauch und Dutzende andere Obst- und Gemüsesorten an. Statt Torferde benutzt die Familie Kompost. „Torferde brauchen Gärtner nur bei wenigen Pflanzen“, erklärt Christian Ufer: „Bei Rhododendren und Heidelbeeren zum Beispiel. Die brauchen säurehaltigere Erde.“ Ehrhard stimmt zu: „Bei Blumen- und Rosenbeeten ist kein Torf notwendig.“

Natürlich habe der Torf gewisse Vorteile, räumt Ehrhardt ein. Er speichert viel Wasser und enthält pflanzengünstige Stoffe. Balkon- und Kübelpflanzen trocknen bei torffreier Erde schneller aus und müssen öfter nachgedüngt werden. „In Beeten ist das aber völlig egal. Auf Torf zu verzichten, hilft beim Natur- und Artenschutz.“ Hobbygärtnern sei meist nicht bewusst, was der Kauf von Torferde bedeute. Beim Abbau des Torfes werde die Umwelt zerstört und seltene Pflanzenarten wie der fleischfressende Sonnentau dezimiert. „Außerdem sorgt der Transport von Torferde für weitere Verschmutzung, weil sie zum Großteil aus Russland und Litauen kommt“, ergänzte Klimaschutzmanagerin Josefine Anderer-Hirt. Gärtner sollten beim Kauf der Erde auf jeden Fall nach einem Torffrei-Etikett Ausschau halten – Bio-Erde reiche nicht aus.

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