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Stolz wie Bolle: Rieke aus Starnberg hat ihren 30 Zentimeter langen Zopf von Mama abschneiden lassen und stellt ihn für Echthaarperücken zur Verfügung. „Damit sich die kranken Menschen wieder wohlfühlen können“, sagt sie.

Benefizaktion

Die kleine Rieke und ihr großes Herz

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Ein zehn Jahre altes Mädchen aus Starnberg spendet ihre Haare, damit Krebspatienten Echthaarperücken bekommen können. 

Starnberg – Noch einmal tief durchatmen und dann – schnipp, schnapp, ab. Und schon kann Rieke wieder lachen, als sie ihren Zopf in der Hand hält und in die Kamera strahlt. Was so lustig und unbeschwert ausschaut, hat allerdings einen ernsten Hintergrund. Denn das zehn Jahre alte Mädchen hat seine Haarpracht gespendet. Der Zopf wird nun zu Echthaarperücken verarbeitet, die beispielsweise Krebspatienten bekommen, deren Haare während der Chemotherapie ausgefallen sind.

Für Rieke ist die Aktion eine Herzensangelegenheit – und passt ganz wunderbar in die Weihnachtszeit. Dabei liegt der Ausgangspunkt schon einige Monate zurück. „Ich war mit Mama einkaufen und habe dann im Autoradio einen Aufruf gehört“, erzählt sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Riekes Entschluss steht schnell fest: „Ich will da mitmachen. Ich möchte nämlich nicht, dass die kranken Menschen, die keine Haare mehr haben, von anderen angestarrt werden.“

Zu Hause in Starnberg misst Nikola B. gleich die Haarpracht ihrer Tochter. Ergebnis: „Zehn Zentimeter haben noch gefehlt.“ 30 Zentimeter sollten die Zöpfe nämlich lang sein, um sie gescheit verarbeiten zu können. „Wir mussten also züchten“, erzählt die Mama und erinnert sich an ausgiebiges Kämmen, an Knoten in den Haaren und ganz viel Pflege. „Manchmal habe ich geflucht“, gibt sie zu.

Am ersten Advent war es dann soweit, die 30 Zentimeter waren erreicht, und Mama rückte mit der Schere an. Und? „Jetzt sind die Haare sehr kurz und gehen nur noch bis zum Kinn“, erzählt Rieke. „Das war ein paar Tage lang komisch. Aber jetzt bin ich damit zufrieden.“ Und was sagen die Freundinnen und Klassenkameradinnen aus der 4b der Grundschule Percha? „Meine beste Freundin hat erst ,Oh Gott’ gesagt, aber jetzt will sie das auch machen.“ Irgendwie sind alle stolz auf Rieke, die Eltern sowieso, der große Bruder Hanno (12) findet es ganz großartig, und auch Ersatz-Omi Antje ist begeistert.

„Meine Tochter hat das mit dem Kopf und mit dem Herzen gemacht“, sagt Nikola B. Ein Herz hat Rieke auch auf das Formular gemalt, das sie gemeinsam mit ihrem Zopf an den Friseur in NRW geschickt hat, der hinter haare-spenden.de steckt und sich um die Perücken kümmert. Schnipp, schnapp, auf das auch jemand anders strahlen kann.

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